Na los! Hol das Stöckchen!

Wie beinahe jede Woche, findet auch kommenden Dienstag auf Twitter der #EdChat statt — eine durch Leitfragen begleitete Diskussion rund um Bildungsthemen, mit der man als Lehrender prima seinen Horizont erweitern kann. Diesmal dreht sich alles um

„Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“

und ich bin vorab zum Beantworten von fünf Fragen eingeladen worden. Mache ich doch glatt!

Was waren die letzten 3 Bildungsressourcen (Materialien, Bücher, Kurse, Workshops, Konferenzen, Devices/Hardware…), die Du kostenlos bekommen und verwendet hast?

Die letzten drei? Puh, das ist ehrlich schwer zu sagen, weil ich quasi täglich über mehrere freie Bildungsressourcen stolpere. Viele (Micro-)Blogger aus der Edu-Szene bereichern meinen Arbeitsalltag ja mit Inhalten und Gedanken, über die ich nachdenken kann und die ich dann mündlich weitertrage — Texte, Arbeitsblätter oder ähnliche Dinge, bei denen ich auf OER zurückgreife, erstelle ich eher selten. Häufiger verweise ich die TeilnehmerInnen unserer Workshops hingegen auf Videos zum „Nachschlagen“ oder nutze sie, um damit die erste Phase im Flipped Classroom zu gestalten, so geschehen in „Ausflügen in die Welt der digitalen Medien“.

Wenn es also etwas „Besonderes“ sein muss, dann waren das in den letzten Tagen

  • der #EdChat Nr. 92 mit den Beiträgen der TeilnehmerInnen als allgemeiner Input zum Nachdenken zu Medieneinsatz in der Lehre,
  • das frei zugängliche Video ALLE GRUNDFAHRAUFGABEN zum Lernen, um mir kurz vor meiner Motorradführerscheinprüfung noch einmal anzuschauen, wie die Übungen ablaufen und
  • die freilizenzige Open Broadcaster Software, die ich mir angeschaut habe, um damit womöglich einige Videos zu erstellen.

Und was waren die letzten 3 Bildungsressources, für die Du (oder Dein/e Arbeitgeber/in) Geld ausgegeben hast?

Wie oben, nutze ich auch hier den weiten Ressourcen-Begriff. Dann wären da

  • Videokameras, Stativ, Mikro und Softboxen um künftig einfacher freie Videos erstellen zu können, ohne auf andere angewiesen zu sein (selbst bezahlt),
  • Yamaha XJ600N und Suzuki GSR 750die App „Motorrad-Führerschein 2015“ einschließlich aller Prüfungsfragen für eine Handvoll Euro, mit der ich mir den Kauf der Papierfragebögen gespart habe und obendrein mehr anfangen konnte (selbst bezahlt) und
  • die Teilnahme an der #Siggen15, wo ich mich dann mit anderen austauschen konnte und viel über Wissenschaftskommunikation lernen durfte (Fahrtkosten bezahlt von mir, Unterbringungskosten bezahlt vom Arbeitgeber).

Betrachte diese 6 Punkte und überlege, ob es für Dich einen Unterschied macht, ob Du für etwas im Bildungsbereich Geld investiert hast oder nicht.

Nö, macht es nicht.

Wann gibst Du für etwas Geld aus? Wann sind für Dich kostenlose Bildungressourcen die bessere Lösung?

Ich habe immer seltener das Gefühl, überhaupt etwas ausgeben zu müssen. Von kostenlosen Veranstaltungen wie dem EduCamp nehme ich meist mehr mit als von teuren (und für mich eher schnarchigen) Konferenzen. Vorträge und anderen Input gibt es immer häufiger kostenlos auf YouTube & Co. Fachartikel kann ich immer häufiger per Open Access abrufen. Freie Software für beinahe jeden Wunsch gibt es wie Sand am Meer. Hardware kann ich mir prinzipiell auch von jemandem leihen, und so weiter uns so fort.

Man muss halt seinen Arsch hochbekommen und sich wenigstens ein bisschen informieren, was es wo gibt und/oder entsprechende Kontakte aufbauen, so dass relevante Dinge beispielsweise per Twitter angespült werden. Wer das nicht macht und brav wie einst anderen Geld hinterher wirft, ist in meinen Augen selbst schuld (oder verpulvert an Schulen und Hochschulen unnötig Steuergelder!). Insofern greife ich auf kostenpflichtige Dinge eigentlich nur noch bei sehr speziellen Dingen beziehungsweise bei richtig guten zurück. Nur mit dem „schwierigen Mist“, den ich trotz des Netzes nicht selbst erledigen kann lässt sich bei mir also noch Geld machen. Dazu empfehle ich wieder mal gerne Gunter Dueck und vielleicht als Schlagwort Professionelle Intelligenz — das gleichnamige Buch habe ich gekauft!

Hast Du selbst schon OER oder kostenpflichtige Lerninhalte ins Netz gestellt?

Logo! Da gibt es einige kostenpflichtige Veröffentlichungen, bei denen ich mich aber bemüht habe, sie zusätzlich frei verfügbar zu machen (etwa einen Beitrag zu Open Science oder zu OER und Wirtschaftsinformatik). Ich habe aber auch studentische Hausarbeiten von mir als kleines mathematisches Potpourri online gestellt — kann vielleicht jemand was draus lernen oder von mir aus draus abschreiben 😉

In meinem Blog gibt es außerdem einige Beiträge, die man sicher in der Hochschuldidaktik benutzen könnte. Noch recht frisch ist etwa die Reihe zu „Niemand sagt etwas (in großen Gruppen)…„. Steht alles unter CC-BY-Lizenz.

Auf Flickr gibt es diverse Zeichnungen von mir, mit denen man seine Materialien illustrieren könnte. Und bevor jemand fragt: Jaaaha, Instagram ist natürlich der viel hippere Scheiß, aber da kann ich Bilder nicht mit CC-Lizenz markieren und so für andere einfacher auffindbar machen.

Auf Slideshare gibt es ein paar Schaubilder, die jeder gerne weiterverwenden darf, aber das sind nicht so viele. Ich präsentiere gerne nackt (was ihr jetzt wohl hinter dem Link erwartet…).

Und dann gibt es auf meinem YouTube-Kanal ein paar Videos — davon soll es bald wesentlich mehr geben! Beispiel gefällig?

Am spannendsten finde ich selbst aber noch immer das, was ich nur mittelbar zu verantworten habe. Im Rahmen öffentlicher Seminare an der Uni haben Studierende in zwei Semestern ihre Hausarbeiten in der Wikiversity angefertigt. Die Inhalte stehen damit per se unter CC-Lizenz auch anderen zur Verfügung.

And the Oscar (nomination) goes to…

Nun muss ich noch die Schneebälledas Blogstöckchen an drei Personen weiterreichen, damit wiederum sie die Fragen in ihrem Blog oder alternativ unten in den Kommentaren beantworten. Dafür dürfen Sie aber auch drei andere Leute nominieren.

Die Organisatoren des #EdChat Nr. 93 (Anja Lorenz und Andreas Wittke) werden bis zum 25. August eine Übersicht über alle Antworten erstellen und bitten dafür um eine kurze Benachrichtigung, am besten per Twitter, E-Mail oder schlicht per Pingback (das macht beispielsweise WordPress automatisch, wenn ihr irgendwo http://secret-cow-level.de/wordpress/2015/08/blogstoeckchen-mit-und-ohne-geld-was-waren-deine-letzten-drei-bildungsressourcen/ oder http://www.onlinebynature.com/2015/08/edchatde-blogstoeckchen-ist-geiz-geil-kostenloskultur-in-der-bildung/ verlinkt).

Ich nominiere komplett in-house:

3 Gedanken zu „Na los! Hol das Stöckchen!

  1. 😀 Guten Morgen!
    Danke für’s Stöckchen! Super Fragen / Thema – und bei genauerem Nachdenken dann doch nicht so einfach / schnell für mich zu beantworten. Ich schaue mal, ob ich es vor dem 26. noch schaffe – danach auf jeden Fall!

  2. Tipp: Hipper Instagram-Sch1ce mit cc: http://i-am-cc.org/instagram/anjalorenz (hängt aber ganz schön hinterher ODER funktioniert nicht mehr richtig). Außerdem kannst Du per ifttt ein recipe einrichten, dass instagram nach flickr sendet. Habe ich auch gemacht, aber nicht standardmäßig unter cc, da ich nicht immer aufpasse, was ich da fotografiere (ja, zusammen mit i-am-cc ist das eine wenig sinnvoll Erklärung ABER es ist eine :P).

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