Please consider reading this

Dear H5P community,

as you’re probably aware of, I spend quite a bit of my free time doing things related to H5P – fix bugs, add features, create content types, host sessions at BarCamps, upload videos to YouTube, answer questions on the H5P forum, etc. I am pretty present. That probably is where my problem begins …

Total strangers write me emails and sometimes even phone me asking for help with installing or patching H5P in my spare time, asking if I could write them new functions or content types for free to solve their specific problems, asking to consult them with H5P related business issues pro bono, or asking to run a crowdfunding campaign to raise money for them, so they can pay me to create the code that they need. True stories. I am not making them up.

I know that this is part of being a member of an open source community. That’s totally fine! It wouldn’t even be a problem if it was just a small request from time to time that reaches me, but it has been getting out of hand lately. I receive about a dozen requests per week asking if I could „just quickly answer this H5P related question“ – that often cannot be answered that quickly. But even if it could: It’s simply getting out of hand.

I love H5P, I like the community aspect and the openness, and if you describe your issue on the official community forum, I will gladly help you out there when I have some free time to kill and feel like answering questions. But please, be aware that I am not Bruce Wayne who’s all settled and who can be Gotham’s savior all night long.

Please stop contacting me directly if you need help with H5P and expect it as some kind of favor if we don’t know each other in some way beyond you following me on Twitter or just having said hello to me at some event or something like that. It’s not just you who is asking, it’s a lot of people and I can’t handle it anymore.

Thanks!

Es war einmal im BMBF … #ojammert

Am vergangenen Montag stellte das BMBF unter dem Schlagwort #bildungdigital seine „Initiative Digitale Bildung“ vor. Jöran hat das bereits schön kurz zusammengefasst und sieht durch aus Bewegung in die richtige Richtung. Im Netz fand man außerdem auch Aussagen wie Frau Merkel habe das erstaunlich gut durchblickt und Frau Karliczek bemüht Buzzwords aneinandergereiht.

Ich jammere jetzt zusätzlich aber etwas über das Format. Es gab einen Live-Stream. Und es sollte interaktiv werden, so die Ankündigung. Tatsächlich konnte man über ein hinzugeschaltetes Werkzeug auch Fragen zu den vorgestellten Inhalten stellen. Diese Fragen waren für alle Zuschauerer:innen sichtbar, und man konnte über einen Daumen nach oben kundtun, dass man an der Antwort auf die Frage ebenfalls interessiert sei. Die Stimmen wurden gezählt. Nun sollte man annehmen, diese Stimmen hätten auch eine Bedeutung – die Fragen mit den meisten Stimmen würden gewählt und gestellt werden. Dem war aber nicht so. Die Auswahl der Fragen schien eher willkürlich zu sein, und es ließ sich mutmaßen, die unbequemen würde man einfach unter den Tisch fallen lassen.

Die Auflösung erfolgte für mich, der die erste Stunde der Übertragung nicht mitverfolgt hatte, am Ende: Man hätte versucht, themenbezogene Fragen zu stellen. Ich würde behaupten, da waren diverse themenbezogene Fragen mit vielen Daumen nach oben dabei, aber das lässt sich nun ja nicht mehr nachvollziehen. Oder? Vielleicht, wenn es eine Aufzeichnung gäbe und jemand die Fragen (anonymisiert) samt der Zahl der Daumen nach oben gespeichert hätte … Dann könne sich jede:r eine eigene Meinung bilden … Könnt ihr unten machen.

Erst einmal könntet ihr aber meinen Senf dazu lesen. Ich kann ja wohlwollend sein, wenn ich will. Bin ich das mal. Ein bisschen. Nehmen wir an, es sei themenbezogen ausgewählt worden. Dann frage ich mich doch, weshalb meine Fragen ignoriert wurden:

  • „Warum wurden native Apps entwickelt statt das über HTML5, CSS und JavaScript umzusetzen und so in jedem Browser nutzbar zu machen – unabhängig von Geräten?“ (21 Stimmen, Platz 9)
    Diese Frage habe ich direkt im Anschluss an den Teil mit der „Stadt-Land-Datenfluss“-App gestellt — und die Antwort wäre so einfach gewesen, denn offenbar hatte ich überhört, dass es auch eine Web-Version gibt, die „zugänglicher“ sei. Naja, nicht ganz – ist nur eine im Vergleich zur App lieblose Zusammenstellung derselben Inhalte – auch wenn H5P dafür benutzt wurde.
  • „Die Anton-App wurde mit öffentlichen (EU-)Mitteln gefördert. Mit Blick auf Techniksouveränität, die Frau von der Leyen im Oktober beschworen hat: Wo finden Bürger:innen den Quelltext zur Anton-App? #PublicMoneyPublicCode“ (19 Stimmen, Platz 10)
    Diese Frage habe ich ganz offenbar zur genau davor vorgestellten Anton-App gestellt.
  • „Wer im BMBF war der Ansicht, es wäre eine gute Idee, hier ein Werkzeug mit Option zum Abstimmen einzusetzen und dann die Stimmen zu ignorieren?“ (7 Stimmen, Platz 22)
    Na gut, die gehörte nicht zum „Inhalt“, aber das eigentliche Thema war zumindest bei mir schon längst nicht mehr das Vorgestellte. Störungen haben offenbar beim BMBF keinen Vorrang (vgl. Themenzentrierte Interaktion).

Zumindest ich sehe da einen klaren Themenbezug, und die Fragen hätten von mir aus auch  kurz und ganz ehrlich mit „Weissichnich“ oder „Gibtesnich“ beantwortet werden können. Aber wie sähe das denn aus?!

Ja, und wie sieht es aus, wenn jemand ein Werkzeug auswählt, das eine Möglichkeit zum Abstimmen suggeriert? Da kann man ganz zu Anfang und ganz zu Ende so viel hinweisen, wie man möchte, dass die Daumen gar nichts heißen — das bekommt niemand mittendrin mit. Das stößt nicht nur den die Fragen Beitragen vor den Kopf, das spielt gerade denen in die Hände, die ständig von Staatspropaganda und neuer Weltordnung faseln. Selbst unabhängig davon kann ich meine Frage wiederholen: „Wer im BMBF war der Ansicht, es wäre eine gute Idee, hier ein Werkzeug mit Option zum Abstimmen einzusetzen und dann die Stimmen zu ignorieren?“ Das ist doch Scheitern mit Ansage!? Ohne jetzt auch noch das Fass mit der Techniksouveränität aufmachen zu wollen: ein simples Werkzeug, keine Raketenwissenschaft, aus den USA …

Also, schaute gerne mal in die Aufzeichnung rein und schaut, wie ihr das mit dem Themenbezug der Fragen empfindet — ich hatte noch nicht wieder das Bedürfnis dazu.

Die Aufzeichnung

Hinweis: Das Video stammt nicht von mir (siehe auch Urheberrechtshinweis darunter), ich habe es auch nicht kopiert, sondern bette es lediglich hier von den BMBF-Servern ein, wo es bereits der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht wird (Einbetten ist okay, EuGH, Beschluss vom 21.10.2014, Az. C-348/13, wisst ihr ja).

Die Top 60 der gestellten Fragen

Hier die Top 60 der Fragen – mehr scheinen offenbar nicht „sichtbar“ im HTML-Quelltext der Seite gewesen zu sein, ich habe nicht mit Absicht abgeschnitten — aber ich habe sie anonymisiert und absteigend nach der Zahl der Stimmen sortiert.

  • Frage 1: Ist www.bildung.digital die offzielle Seite der Initiative? (75 Stimmen)
  • Frage 2: Wie werden Akteuere aus der Zivilgesellschaft in #bildungdigital eingebunden? (36 Stimmen)
  • Frage 3: Das Thema digitale Bildung wurde in den letzten Jahren von Graswurzelbewegungen getragen. Wie werden diese mit der Initiative digitale Bildung unterstützt? Ich sehe bspw. Bildungs-BarCamps, Webinare, Werkstätten, Community-Projekte, Vereine wie ZUM etc. (32 Stimmen)
  • Frage 4: Wie soll die Digitalisierung wirklich als Element von Bildung in Schulen und Hochschulen verankert werden und wann? Bisher wird es nur als „Ersatz“ für die heilige Präsenzlehre dargestellt und behandelt. Wird es dazu kommen, dass digitale Prüfungen z.B. selbstverständlich sind, auch rechtlich? (30 Stimmen)
  • Frage 5: Welche Rolle spielen OER und wie verbinden wir die OER-Strategie des Bundes mit der Initiative Digitale Bildung? (27 Stimmen)
  • Frage 6: Inwiefern werden bestehende Online-Angebote für Kinder, wie Kindersuchmaschinen (fragFINN und Blinde Kuh), das Klexikon, Seitenstark etc. in der neuen Plattform integriert und gefördert? (24 Stimmen)
  • Frage 7: Der Videostream hat Live-Untertitel und Gebärden-Übersetzung. Das ist toll bzw.eigentlich selbstverständlich. Kriegen wir ein Commitment, dass das auch bei zukünftigen von der Bundesregierung geförderten Projekten selbstverständlich wird? (23 Stimmen)
  • Frage 8: Warum nutzen Sie Clubhouse für die Diskussion heute Abend und nicht eine andere, offene Plattform? (22 Stimmen)
  • Frage 9: Warum wurden native Apps entwickelt statt das über HTML5, CSS und JavaScript umzusetzen und so in jedem Browser nutzbar zu machen – unabhängig von Geräten? (21 Stimmen)
  • Frage 10: Die Anton-App wurde mit öffentlichen (EU-)Mitteln gefördert. Mit Blick auf Techniksouveränität, die Frau von der Leyen im Oktober beschworen hat: Wo finden Bürger:innen den Quelltext zur Anton-App? #PublicMoneyPublicCode (19 Stimmen)
  • Frage 11: Wann wir endlich digitale Lehre nicht mehr als Projekt sonder als fester Bestandteil der Bildungslandschaft gesehen? Bspw.: Tablets werden alle Kinder in der Schule benötigen oder kommt der DigitalPakt jetzt jährlich (18 Stimmen)
  • Frage 12: Warum sind für Lehrpersonen an Schulen Paywalls hinterlegt? Wie wird sichergestellt, dass Lehrpersonen zukünftig von ihrem Arbeitgeber (Land) auskömmlich ausgestattet sind und eben nicht aus der privaten Tasche Materialien kaufen müssen? (14 Stimmen)
  • Frage 13: Zukünftige Vorhaben stehen in der besonderen Verantwortung, das Leitprinzip der Offenheit auf technischer wie pädagogischer Ebene zu verfolgen. Wie wird das passieren? (12 Stimmen)
  • Frage 14: Wird es einen Digitalpakt für die Erwachsenenbildung auf Bundesebene geben, um die Vermittlung digitaler Kompetenzen auch außerhalb von Schule und formalen Bildungssystemen besser zu fördern? (11 Stimmen)
  • Frage 15: Die Bundeskanzlerin sprach über „qualifizierte“ Inhalte. Welches Konzept wird verfolgt, um im Meer nutzergenerierter Inhalte die besten Inhalte nach oben schwimmen zu lassen?  (edited)   (11 Stimmen)
  • Frage 16: Nach welchen Qualitätskriterien werden Lernangebote auf der Plattform aufgenommen? Frau Merkel sprach von einem Gütesiegel? Besteht das bereits oder wird das aktuell entwickelt? (10 Stimmen)
  • Frage 17: Sind die Inhalte sowie der Code der neuen App offen (Open Data; Open Source)? Welche Strategie zur Weiterentwicklung gibt es? (9 Stimmen)
  • Frage 18: Warum sind die vielen tollen privaten EdTech Player (Babbel, sofatutor, Blinkist) nicht an der „Initiative Digitale Bildung“ beteiligt? (8 Stimmen)
  • Frage 19: Clubhousenutzung ist nicht inklusiv. Schade! Das fördert nicht wirklich data literacy…. (8 Stimmen)
  • Frage 20: Welche Rolle wird kritische Medienreflexion (z.B. das Hinterfragen kultureller Praktiken, in Technik eingeschriebener Machtverhältnisse, …) in der Initiative spielen – sowohl als Inhalt und Ziel von Bildungsangeboten als auch als Grundlage der Gestaltung und Nutzung von Bildungsmedien? (7 Stimmen)
  • Frage 21: Warum gibt es auf der Plattform eine Bezahlschranke? Digitale Bildung sollte offen sein und dem Austausch dienen. (7 Stimmen)
  • Frage 22: Wer im BMBF war der Ansicht, es wäre eine gute Idee, hier ein Werkzeug mit Option zum Abstimmen einzusetzen und dann die Stimmen zu ignorieren? (7 Stimmen)
  • Frage 23: Bleiben wir mal beim Sicherungskasten, aber was hilft mir der beste Sicherungskasten und die beste Inhouseverkabelung wenn die Zuleitung von außen fehlt oder minderwertig ist. Seit Jahren wird davon geredet das die Infrastruktur hier verbessert werden muss, aber passiert ist leider wenig. (6 Stimmen)
  • Frage 24: Wie möchte man mit einer digitalen App eine digital-ferne Zielgruppe erreichen? (6 Stimmen)
  • Frage 25: Inwieweit passt eine bundesweite Bildungsplattform mit bereits bestehenden Infrastrukturen (Lernplattformen, Cloud-Angeboten) überein? (6 Stimmen)
  • Frage 26: Auch IHKs sind Treiber und Unterstützer digitaler Bildung. Wie kann das Angebot in die „Plattform“ (vorhin von Frau Dr. Merkel beschrieben) eingebracht werden? (6 Stimmen)
  • Frage 27: Ist es angedacht, dass außerschulische Lernorte wie Träger der offenen Jugendarbeit, auch gefördert werden, damit sie endlich eine entsprechende digitale Infrastruktur bekommen? (6 Stimmen)
  • Frage 28: Wie viel hat die App gekostet? (5 Stimmen)
  • Frage 29: Ist eine „Bezahlschranke“ nicht eher kontraproduktiv? (5 Stimmen)
  • Frage 30: Wir von IServ haben 4.600 Schulen und 2,4 Mio. Schülerinnen und Schüler. Wie weit wurden die denn gefragt, wie sie in den Bildungsraum angebunden werden bzw. was dieser Bildungsraum enthalten soll? (5 Stimmen)
  • Frage 31: Wie werden vulnerable Gruppen eingeholt? Wie diejenigen, die nicht über technische oder finanzielle Möglichkeiten verfügen? (4 Stimmen)
  • Frage 32: Basierend worauf werden die Fragen für’s Podium ausgewählt? (Offenbar nicht nach der Zahl der „Upvotes“) (4 Stimmen)
  • Frage 33: Dient die nationale Bildungsplattform auch dem Austausch von OER? Oder welche Funktion soll diese Plattform erfüllen? (4 Stimmen)
  • Frage 34: Der Bildungsraum ist national. Wie sind bisher die Länder eingebunden? (4 Stimmen)
  • Frage 35: Mir fehlt aktuell die Perspektive der Studierenden an den Hochschulen und nicht nur Schüler und Schülerinnen!!! (4 Stimmen)
  • Frage 36: Digitale Kompetenzzentren (zur Lehrerbildung), Initiative Digitale Bildung, Bundeszentrale Digitale Aufklärung, HPISchulcloud, MOOCS, uvm. – Worin unterscheiden sich all diese Plattformen? #Doppelstrukturen (4 Stimmen)
  • Frage 37: Infrastrukturen sollen laut Digitalpakt grundsätzlich „technologieoffen, erweiterungs- und anschlussfähig“ gestaltet werden. Warum werden dann flächendeckend fast nur Endgeräte mit in sich geschlossenem Betriebssystem beschafft? (4 Stimmen)
  • Frage 38: Warum wird Schulen die Nutzung von leistungsfähigen & nutzer*freundlichen, kommerziellen Lösungen fast unmöglich gemacht wg. Datenschutz, aber die Moderator*innen verweisen auf weiterführende Diskurse im höchst problematischen Clubhouse? (4 Stimmen)
  • Frage 39: Warum ist die neue App so textlastig? Gerade eine App bietet doch mehr Einsatz von spielerischer Interaktivität an! (3 Stimmen)
  • Frage 40: Guten Tag, ist Datenkompetenz wirklich das wichtigste Thema bei #bildungdigital? Sollte es nicht am stärksten um (neue) digitale pädagogische Kompetenzen bei den Lehrer*innen gehen? (3 Stimmen)
  • Frage 41: Ein Digitalpakt für die Weiterbildung auf Bundesebene wäre ebenfalls sehr wünschenswert und dringend erforderlich. (3 Stimmen)
  • Frage 42: Die Generation, die hier den Dialog „voran bringt“ & anführt kann nicht die Meinungen, Ideen, Gedanken ausdrücken & begreifen, mithin greifbar machen, die die Generation Z/u20 zur #bildungdigital hat. Wieso sind bei diesem Thema keine Schüler:innen-Initiativen repräsentiert? #futuregenerations (3 Stimmen)
  • Frage 43: Durch externe Veranstaltungen & Apps alleine ist ein Wandel an Schulen nicht zu erreichen. Haltungsänderung ist mit Beziehungsarbeit verbunden. Sind medienberatende Posten an Schulen geplant, um Kollegien auf kurzen Wegen zu begleiten? (3 Stimmen)
  • Frage 44: Wie erfolgt die Einbindung von hauptsächlich Betroffenen, in Hochschulen beispielsweise die Studierende? (3 Stimmen)
  • Frage 45: Ich bezweifle, dass ein höherer Prozentsatz der Bevölkerung diese Art von Begrifflichkeiten erfassen kann….warum soll Digitalisierung nur der gebildeten „Schicht“ ermöglicht werden? (3 Stimmen)
  • Frage 46: Wie unterstützt die Initiative geringqualifizierte und z.T. geringliteralisierte Menschen? Wie können diese Menschen z.B. an der vhs kostenfrei mit digitaler Technik ausgestattet werden und den Umgang darin lernen? (3 Stimmen)
  • Frage 47: Leider ist die Diskussion zu sehr auf die Schulen abgestellt. Neben den Schulen wäre auch die Erwachsenenbildung ein immens wichtiger Bereich hinsichtlich digitaler Bildung! (3 Stimmen)
  • Frage 48: Ist die Offenheit für das Thema digitale Bildung die lang ersehnte Eröffnung dafür, dass endlich wieder mehr in Bildung (im allg.) investiert wird? (2 Stimmen)
  • Frage 49: Online-Bildung erfordert Zugang zu den dafür notwendigen technischen Ressourcen (Geräte, ausreichende Bandbreitet etc.) – wie wird dieser Zugriff flächendeckend sichergestellt? Welche Förderungen sind hier konkret geplant? (2 Stimmen)
  • Frage 50: Wie verhält sich diese Initiative zu der Initiative („Bundeszentrale für digitale Aufklärung“) von Staatsministerin Dorothee Bär? Ist das nun das gleiche? Oder etwas anderes und worin unterscheidet es sich gegebenenfalls? (2 Stimmen)
  • Frage 51: Erfreulicherweise muss der dvv sich nicht ganz alleine um die digitale Weiterbildung der Bürger*innen kümmern. Es gibt die Katholische Erwachsenenbildung, die evangelische Erwachsenenbildung, Arbeit und Leben und noch weitere Träger in öffentlicher Förderung. (2 Stimmen)
  • Frage 52: In wie weit ist das BMAS an der Initiative Digitale Bildung beteiligt? Oder anders gefragt: was integriert sich die Nationale Weiterbildungsstrategie in die neue Initiative? (2 Stimmen)
  • Frage 53: Wie werden Einrichtungen der Erwachsenenbildung unterstützt? (2 Stimmen)
  • Frage 54: Im Video war von einem Marktplatz die Rede: Welche Angebote können dort aufgenommen werden, werden diese „verkauft“ und wie werden die Preise festgelegt (in etwa)? (2 Stimmen)
  • Frage 55: Nach welchen Kriterien werden die Publikumsfragen ausgewählt? (2 Stimmen)
  • Frage 56: Wie kann und soll die Kluft zwischen lernschwachen und lernstarken SchülerInnen angegangen werden? Durch Homeschooling vergrößert sich die Kluft – Motivation und selbstreguliertes Lernen sind Aspekte mit zunehmender Bedeutung. (2 Stimmen)
  • Frage 57: Wann und wie wird dafür gesorgt, dass alle Schulen und Weiterbildungseinrichtungen – ohne erst Konzepte einreichen zu müssen – an schnelles Netz angeschlossen werden? – Ohne Netzzugang ist alles Theorie. (2 Stimmen)
  • Frage 58: Info: www.bildung.digital ist KEINE Webpage des BMBF. Die zentralen Seiten sind: www.bmbf.de; und www.bildung-forschung.digital (2 Stimmen)
  • Frage 59: Beim Digitalpakt bitte die Erwachsenenträger/Volkshochschulen nicht vergessen! Danke schön  (edited)   (2 Stimmen)
  • Frage 60: Das war die Veranstaltung auf die gerade verwiesen wurde, oder? https://www.schultransform.org/zum-projekt/dialogforum-schultransform (2 Stimmen)

Machste mal meine Hausaufgaben, bitte?

Erinnert ihr euch an 2017? Da fanden in Deutschland Bundestagswahlen statt. Die neu gewählte Bundesregierung hat sich danach ins Hausaufgabenheft (Koalitionsvertrag) das geschrieben, eine OER-Strategie entwickeln zu wollen. Was in der Zwischenzeit bis heute geschah, weiß ich nicht. Aber der Abgabeschluss naht. Im September wird neu gewählt, und dann gucken im Wahlkampf wieder alle auf das, was aus dem Koalitionsvertrag tatsächlich umgesetzt wurde und bemängeln Fehlendes. Das ist lästig.

Nachdem nun offenbar die für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wichtigeren Dinge bearbeitet worden sind, scheint die Zeit für das Thema OER gekommen zu sein. Kürzlich bin ich unverhofft vom angeschrieben worden. Ich bin, wie andere auch, eingeladen worden, bei der Entwicklung der OER-Strategie für Deutschland mitzuwirken. Viele Informationen dazu habe ich nicht bekommen, aber dann später bei der Open Knowledge Foundation ein paar Details gefunden.

Konkret habe ich ein paar Thesen und Fragen zu OER aus dem Feld „Technik“ bekommen, andere zu den Bereichen „Mensch“ und „Gesellschaft“. Wie die Thesen entstanden sind, weiß ich leider nicht. Ich habe jedenfalls wunschgemäß eine Antwort verfasst und dem BMBF zukommen lassen — nur falls sich jemand fragt: unentgeltlich. Daraus sollen neue Thesen extrahiert werden, um sie Mitte April themenfeldübergreifend zu diskutieren. Ich bin durchaus gespannt, denn ich habe das Gefühl, man müsste eigentlich wieder einen Schritt zurück gehen und die irgendwann einmal aufgestellten Thesen überprüfen.

Damit ihr meine Skepsis besser versteht, habe ich euch die mir überlassenen Thesen und Fragen und meine Antworten hier bereitgestellt. Wer mag, darf natürlich auch gerne in der aktuellen Episode von Bildung-Alt-Entfernen Anjas und meinen Gedanken dazu lauschen oder auch denen von Markus Deimann und Christian Friedrich.

Übergeordnete Fragen

Welche technische Infrastruktur ist notwendig um OER in der Breite im Bildungsbereich verfügbar und nutzbar zu machen? Wie kann diese von Beginn an nachhaltig ausgestaltet werden und so Vorbildwirkung entfalten?

Teil 1

  • These: Die Etablierung von OER benötigt entsprechend der zuvorderst digitalen Natur der Materialien eine technische Infrastruktur, die die Speicherung, den Zugang und die Verteilung für die Anwendenden mit einer möglichst geringen technologischen Hürde ermöglicht. Daher soll ein flächendeckender Ausbau von angemessener technischer Infrastruktur befördert werden.
  • Frage: Ist ein zentrales Repositorium sinnvoll? Vs. Referatorium vs. Länderlösungen?

Bevor ich konkret auf die Frage eingehe, schicke ich einige Gedanken zu den angeführten Thesen vorweg.

Die Leitfrage danach, welche technische Infrastruktur notwendig sei, um OER in der Breite im Bildungsbereich verfügbar und nutzbar zu machen, kann nicht sinnvoll lediglich aus technischer Sicht beantwortet werden. Wir betrachten ein sozio-technisches System. Auf dessen Makroebene spielen sozio-kulturelle und politisch-rechtliche Aspekte meiner Ansicht nach eine weitaus gewichtigere Rolle als die Technik.

Zu den sozio-kulturellen Gesichtspunkten zählt etwa eine mangelnde Kultur des Teilens, die Deimann und Bastiaens (2010: 11) vor gut zehn Jahren als Hürde für die Verbreitung von OER an Hochschulen ausgemacht haben. Auf Grundlage persönlicher Gespräche jüngerer Zeit mit Personen auch aus verschiedenen Bildungsbereichen wage ich die Hypothese aufzustellen, die Einschätzung habe noch heute Bestand und erstrecke sich auch auf Schulen, Volkshochschulen oder die außerschulische Weiterbildung.

Beim Blick auf politisch-rechtliche Aspekte denke ich vor allem an das aus der Zeit gefallene Urheberrecht. Es hat überhaupt erst den Anstoß zum Entstehen der OER-Bewegung gegeben, die sich über formale Aus- und Weiterbildung hinaus erstreckt und nicht lediglich Schulen und Hochschulen betrifft. Auf nationaler Ebene trägt der jüngst bekannt gewordene Regierungsentwurf für die Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie meiner Meinung nach nicht zu einer Verbesserung der Situation bei. Es steht im Gegenteil zu befürchten, dass die Vorgaben auf der Mikroebene des sozio-technischen Systems bei den Individuen die Furcht vor einem ungewollten Rechtsbruch verstärken. Dadurch würde sich die Bereitschaft zum offenen Teilen von Material eher noch verringern.

Kurzum: Der technischen Infrastruktur kommt eine bedeutsame unterstützende Funktion zu. Sie kann einen umfassenden und nachhaltigen Einsatz von OER ermöglichen. Sie allein kann aber ohne eine Beseitigung der politisch-rechtlichen und sozio-kulturellen Hürden den Einsatz von OER nicht etablieren. Technik ist selten ein gutes Mittel zum Lösen sozialer Probleme. Entsprechend wenig hilfreich sind daher vermutlich meine von den wichtigeren Einflussgrößen entkoppelten Antworten auf die vorliegenden Fragen.

Meine Antwort auf die übergeordnete Frage danach, wie die technische Infrastruktur von Beginn an nachhaltig ausgestaltet werden könne, lautet daher: Nicht durch die hier vorgesehene, von den anderen Thematiken losgelöste Betrachtung von Technik.

Eine weiteres, aus meiner Sicht bedenkliches und verkürztes Verständnis der Problematik vermute ich mit Blick auf die Wortwahl der These, dass die Etablierung von OER technische „Unterstützung bei der Speicherung, beim Zugang und bei der Verteilung“ erfordere. Diese These ist gewiss nicht falsch, aber unvollständig, wenn nicht mehr als das Verwalten digitaler Materialien darunter verstanden wird. Es fehlte in diesem Fall die Perspektive der „Open Educational Practices“ (OEP).

Hinter OEP verbirgt sich die Hoffnung, OER nicht lediglich als kostenlose Quelle von didaktisch aufbereiteten Inhalten zu begreifen, sondern über den Umgang mit denselben die bestehende Lehr-Lernpraxis zu verändern. Angestrebt ist beispielsweise eine seit langem diskutierte, aber kaum zu erkennende Abkehr von starren Lehrplänen und -zielen, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht gerecht würden. Desweiteren sei eine verstärkte Zuwendung zu kollaborativen und diskursiven Methoden erforderlich (vgl. im Detail etwa Ehlers 2011 oder Mayrberger/Hofhues 2013).

Als Konsequenz lässt sich daraus ableiten, dass eine technische Infrastruktur für OER nicht nur mit Blick auf Speicherung, Zugang und Verteilung von Material zu gestalten wäre, sondern darüber hinaus auch Themen wie Kollaboration beim Erstellen von oder Unterstützung bei der Arbeit mit den Materialien berücksichtigt werden müssen. Im Zuge einer OER-Technik-Strategie ist eine Fokussierung auf Architekturoptionen für Repositorien daher ausdrücklich unzureichend.

Losgelöst von der oben skizzierten Problematik steht nun die Frage im Raum, ob ein zentrales Repositorium sinnvoll sei, ein Referatorium (mutmaßlich angelehnt an Dürkop 2017) oder einzelne Länderlösungen. In dieser Frage werden meiner Ansicht nach zwei unterschiedliche Ebenen auf unzulässige Weise vermischt.

Die erste Ebene beherbergt die Aspekte der Organisation bzw. der politischen und finanziellen Verantwortung und des Zugangs: zentrales Repositorium (beim Bund) oder einzelne, nur von Angehörigen der Länder zugänglichen Lösungen. Ich kann die Ursachen nicht einschätzen, die zu zahlreichen voneinander losgelösten Repositorien in verschiedenen Bundesländern geführt haben. Ich vermute verwaltungsrechtliche Rahmenbedingungen, „Bereichsdenken“ und auch das Ansinnen, wie auch immer gearteten lokalen Bedürfnissen innerhalb der Bundesländer besser gerecht werden zu können. Mit Blick auf die bereits angedeuteten Ziele von OEP ist diese Segmentierung aber vielfach Ausdruck des Gegenteils dessen, was erreicht werden soll. Zugang zu den Repositorien haben mitunter lediglich registrierte Lehrende der jeweiligen Bundesländer. Das ist kein offener Zugang, wie er in der Vision von OER angestrebt wird. Statt länderübergreifender Kollaboration und Nutzung von Synergieeffekten werden Abschottung und Ressourcenverschwendung vorgelebt. Das sind definitiv keine offenen Praktiken. Letztlich führt mit Blick auf die offene Lizenzierung von OER der an Landesgrenzen endende Zugang die Idee der Offenheit ad absurdum. Fun fact: Es werden hier technische Schranken eingeführt, um das rechtlich Erlaubte einzuschränken statt wie so oft andersherum rechtliche Schranken zu etablieren, die das technisch Mögliche begrenzen sollen.

Die zweite Ebene der Frage nach zentralem Repositorium, Referatorium oder Länderlösungen ist eine technische, und sie kann meines Erachtens zügig beantwortet werden: Eine zentrale Lösung ist in der IT oft keine gute Idee schon allein aus Gründen der IT-Sicherheit. Für Nutzer:innen ist es aus technischer Sicht zudem unerheblich, ob sie Materialien von einem Server aus Berlin, München oder vielleicht auch Oslo beziehen oder Material dort teilen – ob die von ihnen verwendete Software zur Kollaboration aus Baden-Württemberg kommt oder vielleicht aus Tokyo. Bei entsprechender Vernetzung, ggf. Replikation von Inhalten, Verwendung von Standards, die den Austausch ermöglichen und bei zusammengesetzten Werken idealerweise noch Zugriffsmöglichkeit auf die Quelldateien erlauben, sehe ich keinen Grund für eine zentrale oder lokale Lösung. Ich kann in Hinblick auf die Architektur die Idee eines Referatoriums begrüßen. Ich weise aber explizit nochmals darauf hin, dass der OER-Gedanke nicht bloß für formale Aus- und Weiterbildung von Belang ist und das Referatorium auch Quellen außerhalb von staatlichen Einrichtungen in Betracht ziehen sollte.

Teil 2

  • These: Open-Source-Technologien können dazu beitragen, dass Bildungsmaterialien unabhängig von spezifischen, proprietären Softwarelösungen sind.
  • Frage: Wie kann die Nutzung von Open-Source-Software im gesamten Erstellungsprozess von OER gefördert werden? Ist es überhaupt nötig? Um welche Art Software sollte es sich handeln?

Ich bin nicht sicher, ob der Kern dieser Fragen in den Bereich der Technik fällt. Zuvorderst scheint es sich mir um eine normative Frage zu handeln: Sollte offene Software gegenüber geschlossener Software bevorzugt werden?

Vordergründig bieten nicht-quelloffene, aber kostenfrei nutzbare Plattformen bereits genügend Möglichkeiten, um Inhalte zu finden, zu erstellen, zu bearbeiten und mit anderen zu teilen. Softwaregigant Google etwa lädt dazu ein, seine Texte mit GoogleDocs zu verfassen und anderen zur Verfügung zu stellen. Aus einer utilitaristischen Sicht liegt es nicht auf der Hand, weshalb man stattdessen zu quelloffenen Alternativen greifen sollte. Die Software funktioniert gut, bietet kaum praktische Zugangshürden und wird schon von vielen anderen genutzt. Geht es einzig um die Zweckorientierung, so ist die Parole „Offen ist, was Zugang schafft“ (Muuß-Merholz 2017) durchweg nachvollziehbar.

Der Quelltext für Google Docs ist allerdings nicht offen verfügbar. Niemand außer Google kann eine gleichwertige Instanz aufsetzen. Sollte Google irgendwann den Dienst einstellen wie bei Google Plus, Google Music, Google Reader und vielen weiteren geschehen, muss man hoffen, dass beim Exportieren in die Dateiformate anderer Programme nicht zu viele Details der Inhalte verloren gehen. Nachhaltigkeit kann auf diese Weise nicht sichergestellt werden. Dass die Daten zudem unter der Kontrolle Fremder stehen und sich Datenschutzfragen auftun, sei der Vollständigkeit halber erwähnt, aber nicht weiter ausgeführt. Dass die Überlegungen auch Software wie beispielsweise Zoom für Videokonferenzen oder Microsoft Teams als Kollaborationsplattform betrifft, sei ebenso bloß genannt.

Es bedürfte zunächst einer politischen bzw. gesellschaftlichen Entscheidung, ob utilitaristische Argumente wie „sofort verfügbar“ und „sogar kostenlos betrieben“ einen höheren Stellenwert erhalten sollen als Techniksouveränität. Dafür sollte gegebenenfalls zunächst analysiert werden, inwiefern Techniksouveränität besteht und ob man sie anstreben sollte (vgl. dazu ausführlich Edler et al. 2020).

Auf EU-Ebene scheint allerdings bereits eine Marschrichtung vorgegeben worden zu sein. Im Oktober 2020 beschwor Ursula von der Leyen in ihrer Rolle als Präsidentin der Europäischen Kommission bezüglich der europäischen IT-Infrastruktur „Europas digitale Souveränität“ (von der Leyen 2020). Daraus ließe sich zumindest ableiten, eine technische OER-Infrastruktur in Deutschland sollte unter europäischer Hoheit stehen. Ein zwingendes Votum für offene Software ergibt sich daraus jedoch nicht.

Betrachtet man weiterhin aber die von von offener Bildung und offener Software geteilten Werthaltungen, liegt die Bevorzugung offener Software nahe. Es ergäbe sich mindestens ein ästhetisch rundes Gesamtbild, und im besten Fall könnte offene Software als Vehikel von Werten innerhalb von Gemeinschaften auch dabei helfen, diese in die Bildungswelt zu tragen (vgl. Coleman/Hill 2005). Ich denke dabei vor allem an Kollaboration – auch bei der Gestaltung der Software, die nicht bloß Aufgabe von Software-Entwickler:innen ist bzw. sein sollte.

Sei Open-Source-Software also gesetzt. Wie ihre Nutzung im Erstellungsprozess von OER für welche Art von Software gefördert werden könnte, hängt stark vom Erstellungsprozess ab – bzw. von den Erstellungsprozessen, denn es gibt nicht den einen. Trotz einiger Überschneidungen unterscheiden sich etwa das Vorgehen und die Anforderungen beim Erstellen eines Arbeitsblattes für den Einsatz im schulischen Klassenraum erheblich von denen der Erstellung eines Onlinekurses im Web, der der beruflichen Weiterbildung dienen soll. Ich sehe mich nicht imstande, die Frage ohne Präzisierung des Erstellungsprozesses zu beantworten. Es scheint mir aber so, als liefere Müller (2019) in seiner Betrachtung von Chancen und Herausforderungen staatlich finanzierter, frei verfügbarer Bildungsmaterialien am Beispiel der Plattform ndla.no in Norwegen einige Teilantworten, die der Diskussion nützlich sein könnten.

Teil 3

  • These: Die Etablierung von OER benötigt einen globalen bzw. mindestens nationalen, einheitlichen Metadatenstandard, um Interoperabilität und Medienformattransferierung zu gewährleisten. Gleichzeitig wird eine einfach zu bedienende, quelloffene Technologie zur Erstellung, Bearbeitung und Vernetzung von OER benötigt.
  • Frage: Wie kann eine Standardisierung im föderalen Bildungssystem Deutschlands technisch und politisch gelingen?

Ich bin auf dem Feld der Metadaten nicht sonderlich bewandert und glaube nicht, dass ich die Frage beantworten kann. Ich kann lediglich die Gedanken teilen, die mir diesbezüglich durch den Kopf gehen.

Ich kann nicht überblicken, welche Rolle Metadaten für OER spielen. Sie scheinen relevant zu sein, um „OER auszutauschen, zu finden, zu beschaffen und sie auf einer breiten Basis zugänglich zu machen“ (vgl. Ziedord/Derr/Neumann 2013). Eine Unterstützung bei diesen Prozessen ist wünschenswert. Dass beispielsweise Treffer in Suchmaschinen durch Rückgriff auf Metadaten wie Namen von Verfasser:innen oder Fachzuordnungen verbessert werden können, halte ich für unbestritten. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie stark heutige Suchmaschinen tatsächlich davon abhängig sind und ob sie nicht auch ohne besondere Berücksichtigung von Metadaten bereits ausreichend gute Ergebnisse liefern könnten.

Die These, zu der ich Stellung nehme, spricht allerdings ausdrücklich von Metadaten als Notwendigkeit zur „Etablierung“ von OER. Das einzige schlüssige Argument, das mir diesbezüglich in den Sinn kommt, ist die klare Angabe von Urheberrechtsinformationen – um ungewollte Urheberrechtsverletzungen bei der Weiterverwendung von Inhalten vermeiden zu können. Wie bereits länglich ausgeführt, ließe sich diese Furcht und damit ein Hemmnis für die Verwendung von OER auch an der juristischen Wurzel des Urheberrechts packen statt über Technik Symptome bekämpfen zu wollen.

Comic. Panel 1: There are 14 competing standards. Panel 2: 14? Ridiculous! We need to develop one that covers everyone's use cases. Panel 3: There are 15 competing standards.

Comic „Standards“ von „xkcd“ unter der Lizenz CC BY-NC 2.5

Lasse ich diese Bedenken außer acht und folge der These der Notwendigkeit eines Metadatenstandards, hielte ich es für den falschen Weg, einen neuen Standard kreieren zu wollen (vgl. xkcd o. J.). Bei der Auswahl existierender Standards, scheint mir die Expertise von Bibliothekspersonal bedeutsamer zu sein als die von Techniker:innen. Der Zweck sollte im Vordergrund stehen, nicht möglichst einfache technische Umsetzbarkeit.
Wie diese Standardisierung technisch gelingen kann, lässt sich wohl erst sagen, wenn die gewünschten Metadatenstandards bekannt sind.

Quellen