Wir schreiben das Jahr 2017 – und es gibt immer noch C64-Demos!

Hmm. Da hatte ich dieses Jahr das Gefühl, es werde nun doch ein wenig stiller um den C64 als bisher. Und das schon nach 35 Jahren. Hatte mich aber auch geirrt. Ich musste nur aktiver hinschauen. Und es gab viel zu entdecken! Meine Highlights für 2017 möchte ich euch nicht vorenthalten.


Neon (Triad)

Download: http://csdb.dk/release/?id=153521

Ich mag es bei Demos, wenn nicht bloß Effekte hintereinander gehängt werden, sondern es auch einen roten Faden gibt. Das kann etwa eine Geschichte sein, aber auch ein wiederkehrendes Element. Bei Neon gibt es da beispielsweise einen mehrfach auftauchenden Sportwagen. Dessen Scheibe wird an einer Stelle dafür genutzt, um einen Plama-Effekt einzubinden. Den gibt es an sich dauernd, aber so wird er klasse präsentiert. Auch an anderen Stellen setzt Triad eher auf weniger spektakuläre Effekte, setzt diese aber klasse in Szene. Gefällt mir.


ES1RA (Arise)

Download: http://csdb.dk/release/?id=156896

Bei ES1RA gibt es keine sonderlich pompösen Effekte. Sie sind aber gestalterisch so schön und auch mit der ins Ohr gehenden Musik verwoben, dass ich gerne zugeschaut habe. Da lässt sich auch die etwas zu lang geratene Passage mit den rotierenden Formen verzeihen.


The Shores of Reflection (Shape)

Download: http://csdb.dk/release/?id=153526

Bei The Shores of Reflection zieht sich das Motiv Wasser durch die Demo. Mal sind es die Bildmotive selbst, mal aufsteigende Luftblasen, mal eine Welle bei einer Blende. Einzig bei den Musikstücken bin ich etwas zwiegespalten. Die finde ich nicht schlecht, aber nur das letzte passt für mich gut zum Thema. Am Schluss fühlt es sich dafür aber prima an, als befände man sich im Dunkeln unter Wasser.


Reluge (Padua)

Download: http://csdb.dk/release/?id=155521

Bei Reluge schienen optisch Cybermen als Inspiration gedient zu haben – zumindest haben mich die Roboter daran erinnert. Top 🙂 Sehr gelungen fand ich zu Anfang auch den Unterschrift-Effekt, den Tunnel mit Optimus Prime (?), …


Datastorm Leftovers (Triad, Offence, Prosonix)

Download: http://csdb.dk/release/?id=153112

Als Gemeinschaftswerk von Fairlight, Prosonix und Offence gibt es Datastorm Leftovers. Nach klassischem Hacktro erwartet euch sehr stimmungsvolle, zügige Musik gepaart mit bunten Effekten. „Where beers come to die.“ 🙂 Den Schluss fand ich etwas öde, und die ruppigen, weil knackenden Übergänge haben mich irritiert. Aber in den Rest anschauen und anhören!


Quad Core/Single Core (Singular Crew)

Download: http://csdb.dk/release/?id=158909

Diese Idee ist einfach schon erwähnenswert. Der (reguläre) Bildschirm eines C64 fasst nunmal bloß 320×200 Pixel. Warum eine einzelne Demo nicht passend aufteilen und dann vier einzelne C64 jeweils eine von vier Bildecken errechnen lassen, die man dann nachträglich synchronisiert zusammenfügt? Dann noch schöne Effekte und fetzige Musik (mit mehr Stimmen) dazu, zack, feddich: coole Demo namens Quad Core! Und es gibt auch in kleiner Single Core. Mein Favorit anno 2017!


Briley Witch RPG

Download: https://sarahjaneavory.wordpress.com/category/briley-witch-rpg/

Briley Witch RPG

Keine Demo, sondern ein Spiel. Und noch gar nicht fertig. Aber schaut euch das mal an! Das wird ein Rollenspiel ganz im Stile der klassischen Zelda-Reihe! Großartig. Und die Programmiererin Sarah Jane Avory berichtet in ihrem Blog auch regelmäßig über ihre Fortschritte und die Probleme, die sie bewältigen muss. Unbedingt angucken!

Mein #OERde17 Lightning Talk: Facere aude!

Vor einem halben Jahr habe ich Ideen dazu gesammelt, wie man auch ohne Programmierkenntnisse Open-Source-Software voranbringen kann. Diese Ideen habe ich auf dem OER-Festival 2017 in Berlin in Form eines Lightning Talks vorgestellt.

Da ich eigentlich nicht gerne vortrage, habe ich mir etwas gesucht, um mich selbst bei Laune zu halten. Ich habe mich an einer Comedy-Einleitung versucht. Naaa-ja 😉 Das übe ich noch. Dass die zur Verfügung stehenden fünf Minuten knapp werden würden, wusste ich. Ich musste dann aber doch sehr hetzen — ist natürlich Gift für Gags und Gehalt. Zehn Minuten wären wohl eher angemessen. So als Kurzformat finde ich aber sogar Gefallen daran, etwas vorzutragen. Vielleicht suche ich mir mal eine Bühne.

Aber was schreibe ich hier so viel. Schaut es euch doch selbst an. Hier findet ihr den Talk um einige Ähm’s bereinigt …

Auf schmalem Grat: #H5P Essay beim #OERde17

Wenn dieser Beitrag online geht, stelle ich gerade beim OER-Festival #OERde17 die aktuelle Fassung von H5P Essay vor, die in Kürze auch offiziell verfügbar sein sollte. Sie erweitert die Software H5P um eine neue Funktion, die nicht ganz unumstritten sein dürfte. Aber was kann man damit überhaupt machen?

In seiner einfachsten Form lässt man jemanden einen Text schreiben. Als zweckdienlich kann es dabei sein, die Zahl der möglichen Zeichen zu begrenzen. In diesem Fall muss man nämlich sein Gehirnstübchen anstrengen und sich überlegen, womit man den knappen Platz füllt. Den Text kann H5P Essay dann automatisch mit einer Liste von Schlagworten abgleichen, die man vorab angelegt hat (inklusive dem Verzeihen von kleinen Tippfehlern oder dem Nutzen von Platzhalterzeichen). Je nachdem, ob ein Begriff oder eine Phrase im Text enthalten ist oder nicht, kann man dazu eine Rückmeldung ausgeben. Ihr könnte das hier auch ausprobieren an einem Beispiel.

Zu Risiken und Nebenwirkungen …

fragen Sie Ihren Pädagogen oder Bildungswissenschaftler … Es ist nämlich durchaus auch möglich, den Schlagworten Punkte zuzuordnen. Und dann landet man gegebenenfalls sehr schnell bei der Illusion, mit dieser simplen Lösung könne man Textbeiträge „bewerten“. Das hielte ich für einen Trugschluss. Der Sinngehalt von Texten lässt sich damit sicher nicht erfassen. Dafür bedürfte es einiger ausgefeilterer Techniken als sie mein Freizeitprojekt bietet.

Außerdem ist es natürlich sogar möglich, nicht mal einen zusammenhängenden Text zu schreiben, sondern bloß die gewünschten Schlagworte zu erraten und aneinander zu reihen. Statt einen ordentlichen Text zu verfassen, passt man sich womöglich nur dem Algorithmus an, der die Punkte verteilt. Axel Krommer bezeichnet das passend als Wii-Effekt.

Wer nun komplette Technikschelte oder die Romantisierung von menschlichen Lehrpersonen herausliest, läge allerdings falsch. Dafür ist mir zum einen leider zu deutlich in Erinnerung, dass ich dem Algorithmus auch an Hochschulen begegnet bin — im Kopf von Menschen, die Klausurantworten von Studierenden nur nach Schlagworten scannen statt sie zu lesen. Zum anderen haben wir es bei H5P Essay mit einem Werkzeug zu tun, das für bestimmte Einsatzzwecke geeignet ist, für andere aber nicht. Man sollte halt darüber nachdenken und nicht außer acht lassen, dass man Software weiterentwickeln kann.

mooin war auf der MetaNook in Lübeck

Am 10. November waren @anjalorenz und ich auf der MetaNook in Lübeck unterwegs. Die MetaNook ist bereits seit 2011 eine — ich würde sagen — Abendveranstaltung für Technik- und Bastelbegeisterte. Ihr findet dort Vorträge zu entsprechenden Themen, diverse Stände mit Nerdkrams und Mate-Ausschank. Ausgerichtet wird die MetaNook von der MetaMeute und dem Chaotikum.

Der Herr am Empfangstresen verstand zwar nicht so viel Spaß und konnte mit unserem freundlichen „Hallo, wir sind Anja und Olli, und wir wollen mit euch über Bildung sprechen!“ nicht so viel anfangen, aber unseren Vortragsraum haben wir dann doch gefunden. Da haben wir dann vor einem Massenpublikum von fünf Zuschauern (tatsächlich nur Männer) mooin vorgestellt. Schaubilder und Aufzeichnung findet ihr hier.

Die Schaubilder

Die Schaubilder hatten wir thematisch in vier Blöcke gruppiert, die sich die Anwesenden gezielt hätten auswählen können: Über Schaubild 4 können die Unterthemen gezielt angesprungen werden, und per Klick in die linke obere Ecke auf den anderen Schaubildern gelangt man wieder zurück. So viel Freiheit schien aber ungewohnt zu sein 😉 Dank der betitelbaren Schaubildleiste von H5P konnten wir aber auch so zügig zu einzelnen Schaubildern springen.

Die Aufzeichnung

Die Aufzeichnung des Vortrags lief ganz simpel mit Camcorder und zwei an Smartphones geklemmte Lavaliermikros. Die Kamera stand leider in weiter Ferne und die Beleuchtung war mau, aber dafür finde ich den Ton wirklich gut.

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https://youtu.be/QwXTAvWiNEQ

Wer rastet, der rostet

Badge Google Developer Challenge Scholarship RecipientSo ein bisschen Rost gibt ja Charakter, aber irgendwann wird alles spröde. Da Google mir dankenswerterweise  wieder ein Stipendium bei Udacity spendiert, mache ich mich ab heute an das Nanodegree-Programm Mobile Web Specialist.

Die Anforderungen erfülle ich zwar nicht, denn über 1-2 Jahre (Vollzeit-)Erfahrung in der Frontend-Entwicklung in HTML, CSS, and JavaScript verfüge ich nicht — aber die Herausforderung nehme ich an!