Archiv der Kategorie: Allgemein

In „Allgemein“ wird alles gesammelt, was ich noch nicht zuordnen kann.

Nein zur aktuellen Fassung der Urheberrechtsreform!

Da der Todesstern in Form von Artikel 13 gerade Yavin umkreist, um einen bedeutsamen Teil des Internets zu zerstören, schwinge ich mich in einen der X-Wings. Es erscheint fast aussichtslos, aber vielleicht kommt einer durch und trifft den Lüftungsschacht doch.

Ich  habe gerade wie etwa Anja Lorenz mehreren Abgeordneten des EU-Parlaments direkt per E-Mail geschrieben und sie gebeten, bei der bevorstehenden Abstimmung zur Urheberrechtsreform gegen Artikel 13 zu stimmen. Wer mag, darf den Text gerne benutzen. Ich habe ihn bewusst kurz gehalten (falls er überhaupt gelesen wird) und jeweils in eine persönliche Ansprache eingebettet. Die habe ich hier weggelassen.

Ich arbeite seit langer Zeit in der Bildungslandschaft und blicke mit Sorge auf den geplanten Gesetzesentwurf. Lehrende an Schulen, Hochschulen und anderen Einrichtungen, Freiberufler und einige andere Personengruppen machen regen Gebrauch von offenen Plattformen im Internet, mit denen Lehr-Lernmaterialien erstellt, dargeboten und mit anderen geteilt werden können — oft komplett kostenlos und offen lizenziert mit Bedacht, keine Urheberrechte zu verletzen. Gleichsam nutzen auch Lernende die Angebote, um im Rahmen ihres Lernprozesses selbst Inhalte zu produzieren statt nur zu konsumieren.

Hinter den erwähnten Plattformen stehen oft keine Konzerne, sondern kleine Unternehmen. Für diese ist es schlicht nicht möglich, jeden Upload von Texten, Bildern, Tondateien oder Videos, auf denen Lehr-Lernmaterialien aufbauen, auf Urheberrechtsverletzungen zu prüfen. Auf die zahlreichen Argumente, warum auch Upload-Filter hier keine Abhilfe bieten und gar Konzernen wie Facebook und Google in die Hände spielen würden, möchte ich gar nicht erst eingehen — das dürfte bereits ausführlich in Ihren Debatten thematisiert worden sein. Die in den Gesetzestext eingepflegten Ausnahmen helfen hier auch nicht. Kurzum: Die Plattformen werden ihre Dienste einstellen müssen.

Diesen Verlust für die Bildungslandschaft wird Artikel 13 in seiner jetzigen Form zu verantworten haben. Ich bitte Sie daher, bei der kommenden Abstimmung im EU-Parlament dagegen zu stimmen.

Nun springt in eure X-Wings, A-Wings, Y-Wings und was sonst noch rumsteht und schreibt bitte auch wenigstens einem/einer Abgeordneten. Das könnt ihr sogar direkt über ein Formular machen!

Möge die Macht mit uns sein.

Deutschland – Norwegen: Döner oder Mobilfunknetz?

Ein Jahr Norwegen und zurück. Nun bin ich wieder in Deutschland. Da ich immer nach Unterschieden gefragt werde, präsentiere ich euch hier nicht groß kommentiert meine persönliche und subjektive Liste an Dingen, die ich vermisst habe bzw. vermissen werde. Vorwegschicken möchte ich allerdings, dass mir nichts ferner liegt als hier Länder zu bewerten und unterschwellig gegeneinander zu stellen. Nationalismus, egal für welche Nation, geht mir wirklich ab und kann ihm an sich auch nichts abgewinnen.

Was ich an Deutschland vermisst habe

  • Hamburg. Ganz ehrlich: Deutschland an sich kann mir auch weg bleiben (wie jedes andere Land), … Aber nicht meine Perle.
  • Brot. Klischee, aber es stimmt :-) Sauerteigbrot mit einer krossen, dunklen Kruste. Mmmmh. Mmmmmmmmmmmh.
  • Döner. „Kebab“ gibt’s auch in Norwegen, ist aber einfach wirklich nicht dasselbe. Danke, liebe türkische Einwanderer von einst für dieses Wunderwerk!
  • Die Paketinfrastruktur. In Deutschland jammern schon vereinzelt Leute, weil man Sachen nicht am Tag der Bestellung bekommt. In Tromsø ging unter einer Woche nix, und Pakete landen standardmäßig bei der Post zum Abholen. An sich nicht tragisch. Das spart den Paketboten unsinnige und zermürbende Fahrten zu Wohnungen, in denen tagsüber sowieso niemand anzutreffen ist, usw. Toll wäre bloß, wenn man auch zügig informiert würde, dass da etwas auf einen wartet. Packstationen, Spätis und vergleichbare Zielorte? Fehlanzeige. Und dann möchte man vielleicht einmal etwas ins Ausland verschicken, das mehr als 20 kg wiegt. Geht nicht so einfach. Was von Deutschland aus noch problemlos seinen Weg nach Norwegen gefunden hat, kam von dort nicht mehr ebenso simpel wieder weg.
  • Unkomplizierte Wege anderswo hin. Tromsø ist eine schöne kleine Stadt, und wenn man auf viel Natur steht, sicher ein Traum. Sonst gibt es dort aber nicht viel, und drumherum ist auch Nix außer noch einem Berg oder noch einem Fjord. Ich bin halt eher der Großstadtmensch und freue mich über die Möglichkeiten, die mir Hamburg samt erreichbarem Umland bietet; die kurzen Wege anderswohin in der Welt nicht zu vergessen.
  • Mehr Sonne als in Tromsø. Ich brauche keine Affenhitze, aber mehr Tage, an denen man ohne zu frieren länger draußen sitzen kann … Außerdem hätte ich nicht gedacht, wie stark es der Körper doch merkt, wenn er die Sonne von Dezember bis Januar überhaupt nicht zu Gesicht bekommt. Wintermorgende in Deutschland mit Sonne lernt man zu schätzen!

Was ich an Norwegen vermissen werde

  • Das Mobilfunknetz. Ihr könnt in Nordnorwegen, das selbst schon abgeschieden ist, irgendwo ins Nirgendwo zwischen Berge fahren — und habt noch Empfang. Und auch noch eine zügige Verbindung.
  • Die entspannten Leute. Ist alles irgendwie deutlich weniger steif und anstrengend in Norwegen.
  • Das Unbürokratische. In Deutschland geht gefühlt nichts ohne Papierkram und Verwaltung. Da spielt es eigentlich keine Rolle, ob das noch analog oder digital ist. Hat in Deutschland schon mal jemand versucht, ganz informell einfach nur durch Zuruf seine Wohnung oder seinen Job zu kündigen? Check. Läuft in Norwegen. Hat sicher auch etwas mit der erwähnten Entspanntheit zu tun, so dass man vom Gegenüber nicht gleich das Schlimmste annimmt.
  • Bargeldloses Bezahlen. Nicht einen Tag habe ich Scheine und Münzen vermisst. Karten sind an der Tagesordnung, und Zahlen mit dem Mobiltelefon ist auch nichts Besonderes. Im Gegenteil: Es kann eher vorkommen, dass man beispielsweise vor einem Getränkeautomaten steht und durstig bleiben muss, wenn man bloß Bargeld mit sich rumschleppt.
  • Dass in Norwegen jede Person mindestens passables Englisch spricht. Das ist sicher meine persönliche Macke, aber ich wundere mich nur noch, wenn das in anderen Ländern nicht so ist und das Defizit (in guter Absicht) durch Maßnahmen wie synchronisierte Filme und Serien noch befördert wird. Für Ausländer wie mich wird es einfach deutlich einfacher, sich zurechtzufinden und anzukommen. Für Einheimische wird es deutlich einfacher, internationale Angebote zur eigenen Weiterbildung wahrzunehmen, usw.
  • Meine Arbeit im H5P-Kernteam.

Netzpolitischer Advent

Liebes gutes Bürgerlein,
schalte deinen Rechner ein,
Lücken hat er ja zuhauf,
Software machen wir dir drauf.

Kommen auch zur dir nach Haus,
forschen dich ein bisschen aus.
Ach, erst Beruhigung brauchest du?
Ja, dann hör uns einfach zu:

Liebes gutes Bürgerlein,
schaue nicht so böse drein.
Stelle deine Sorgen ein,
wirst ja immer artig sein.

Von hoch im Norden komm‘ ich her …

Banner für das OERcamp

Nachdem ich im vergangenen Jahr tatsächlich den OER-Grand-Slam abgeräumt habe und bei allen vier OERcamps war, musste ich dieses Jahr bisher passen. Hattingen fällt für mich am kommenden Wochenende ebenfalls flach. Aber da gibt es ja noch die herrlichste Stadt Deutschlands! Natürlich meine ich Hamburg!

Am 15. und 16. Juni findet in der Elbmetropole das OERcamp-Nord statt. Ich bringe dazu diverse Angebote rund um die kostenlose und quelloffene Software H5P mit. Gut zu wissen: Ich arbeite für die Firma Joubel, die das Kernteam der Entwicklung von H5P stellt, auch wenn ich in privater Mission unterwegs bin.

Am Freitag starten wir um 10:00 mit einem H5P Meetup, bei dem ich ein paar anstehende Neuheiten zeigen werde und mit euch diskutieren möchte, wie die Zukunft aussehen könnte. Bestimmt ergeben sich auch ein paar Ideen, denen wir im BarCamp nachgehen können.

Weiter geht es von 14:00 bis 15:00 mit „Willkommen bei H5P„. Dieser Workshop richtet sich an all diejenigen, die vielleicht noch nie von H5P gehört haben oder einfach noch keine Zeit hatten, die Software anzusehen.

Update: Von 16:30 bis 17:15 gibt es im BarCamp-Teil noch eine Live-Podcast-Runde zu H5P.

Am Samstag geht es dann für die Fortgeschritteneren weiter. In aller Frühe wird es von 09:30 bis 10:30 praktisch. Der Titel sagt schon fast alles: „Mach Open-Source-Projekte glücklich: Übersetze (und fang bei H5P an)!

Nach einer kurzen Pause geht es von 11:00 bis 12:00 weiter mit „Mach Open-Source-Projekte glücklich: konkrete Vorschläge unterbreiten„. Wer die Chancen erhöhen möchte, dass die eigenen Ideen ihren Weg in H5P oder andere offene Software finden, ist hier goldrichtig.

Also, wir sehen uns in Hamburg!
Außenalter in Winterhude, Hamburg