Niemand sagt etwas (in großen Gruppen)…

Nachdem ich mich neulich dem Klassiker „Vorrechenübungen“ mit einer Idee gewidmet habe, kommt heute eine Frage dran, die gefühlt zu den am häufigsten gestellten zählt: „Wie bekomme ich Studis dazu, mir zu antworten?“ Die Variationen „möglichst alle“, „in großen Gruppen“ oder „mit mir zu diskutieren“ gehören ebenfalls dazu.

Um das irgendwie halbwegs sinnvoll in einem Blogbeitrag zu bearbeiten, sollten wir aber beleuchten, weshalb Studierende nicht antworten können oder wollen obwohl sie sollen und dürfen. Je nachdem, welche Ursachen tatsächlich ausschlaggebend sind, kann und sollte nämlich anders damit umgegangen werden.

Ich habe ohne Anspruch auf Vollständigkeit versucht, einige mögliche Ursachen zu klassifizieren (in Anlehnung an das Vier-Faktoren-Modell der Themenzentrierten Interaktion). Drückt der Schuh beispielsweise besonders, weil der Aufbau der Veranstaltung nachteilig gestaltet ist, dürften die ausgefeiltesten Fragetechniken der Gesprächsführung wenig bewirken. Gehen Lehrende mit der subtilen Haltung in ihre Veranstaltung, dass sowieso niemand etwas sagen werde, kann man es sich sparen, die Darbietungsform der Inhalte zu überarbeiten.

Rahmenbedingungen (GLOBE)

  • Bei hoher Teilnehmerzahl können sich Einzelne verstecken
  • Die Veranstaltung findet sehr früh oder spät am Tag statt
  • Andere Lehrende stellen kaum Fragen oder verzichten auf Diskussionen
  • In der Veranstaltung folgen (langen) rezeptiven Phasen sofort sehr interaktive
  • Die Akustik des Raums eignet sich kaum für Diskussionen im Plenum
Individuum (ICH)

  • Die Lehrenden fragen nur Proforma, weil kein echtes Interesse besteht
  • Die Lehrenden wollen „alle“ mitnehmen
  • Die Lehrenden sind zu ungeduldig
  • Die Lehrenden sind unsicher
  • Die Lernenden sind es nicht gewohnt, die rezeptive Rolle zu verlassen
  • Die Lernenden sind unsicher
  • Den Lernenden fehlt Wissen
  • Die Lernenden haben kein Interesse
Inhalt (ES)

  • Fragen haben keinen Lebensweltbezug
  • Fragen zum Stoff sind zu komplex oder zu einfach
  • Stoff und Fragen dazu werden in einer Fremdsprache dargeboten
Interaktion (WIR)

  • Lernende kennen sich untereinander kaum
  • Die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden ist „kühl“
  • steiles „Hierarchiegefälle“ zwischen Lernenden und Lehrenden
  • Diskussion ist unpassende Kommunikationsform

Welche möglichen Ursachen fallen euch noch ein? Schreibt mir doch einen Kommentar dazu.

Was läuft da überhaupt ab?

Im Alltag sind wir es in Gesprächen gewohnt, dass uns Antworten auf Fragen ziemlich spontan gegeben werden, oder? Das prägt unsere Erwartungshaltung. „Warum dauert das so lange? Die Frage war doch einfach!“ Hier verstecken sich bereits Stolperfallen.

Wie lange warten denn Lehrende auf eine Antwort, bevor sie nachbohren, Tipps geben oder schlicht selbst weitermachen? Gerade weil Gespräche sonst eher in schnellem Ping-Pong verlaufen, kommen uns Menschen schon Gesprächspausen von zwei oder drei Sekunden wie kleine Ewigkeiten vor. Wir haben das trügerische Gefühl, schon (zu) lange zu warten. Aber schauen wir doch einmal, was da in einer Lehr-Lern-Situation alles passieren muss.

Zunächst muss ein Studi feststellen, dass überhaupt eine Frage gestellt wurde. Das ist mitunter gar nicht so einfach, wenn sie etwa inmitten eines eher monotonen Vortrags versteckt wird. Plötzlich ist es ruhig. „Aaaah. Komm, Arbeitsgedächtnis, was waren die letzten Worte, die gesagt wurden?“ Anschließend gilt es, die Frage inhaltlich zu verstehen. Auch das kann schwierig sein, wenn der um Antwort Bittende womöglich selbst noch gar nicht genau weiß, wonach er fragen will und sein Satz ein Kuddelmuddel aus Aussagen, Umschreibungen wird und er vielleicht sogar nur implizit fragt — ein Problem, mit dem ich selbst übrigens auch häufig zu kämpfen habe. Ist dieser Schritt abgeschlossen, müssen Lernende eventuell erst nachdenken. Für den Fragenden selbst mag die Antwort glasklar sein, aber das muss für andere noch lange nicht gelten! Und das Gegenteil ist auch denkbar, dass man Studierende unterschätzt. Dann zögern Studierende eher, weil es sich um eine Fangfrage handeln könnte… Hat ein Lernender seine eigene Antwort gefunden, muss er sich womöglich auch noch überwinden, sie mit allen zu teilen. Das kann daran liegen, dass er sich seiner Sache nicht so sicher ist oder er in einer fremden Sprache antworten soll. Es kann die Angst mitschweben, sich gegenüber dem Lehrenden oder den anderen Lernenden eine Blöße zu geben. Wir halten hier fest: Es ist völlig normal, wenn Studis Zeit benötigen, um aktiv werden zu können. Die sollte man ihnen geben.

Aus dieser kurzen Überlegung lassen sich schon einige allgemeine Tipps ableiten:

  • Zähle nach Fragen innerlich mindestens bis zehn (vielleicht auch mal bis dreißig). Das lässt Lernenden Zeit für den oben genannten Prozess, und man selbst objektiviert sein eigenes Zeitempfinden ein wenig.
  • Überlege dir nach Möglichkeit vorab, was du erfragen möchtest — und stelle die Frage passend! Wer den Einstieg in eine komplexe Diskussion sucht, startet eventuell besser mit einer kleinen, geschlossenen Einstiegsfrage bevor er vielschichtige Antworten haben möchte, die sich vielleicht mit öffnenden Fragen besser herauskitzeln lassen.
  • Schreibe dir Fragen vorab auf. Du wirst feststellen, dass sie dadurch klarer werden, auch wenn du sie später nicht wortwörtlich wiedergibst.
  • Vergewissere dich immer wieder, wo die Studierenden mit ihrem Wissen stehen, um selbst ein Gefühl für angemessen schwierige Fragen zu bekommen.
  • Mache dich damit vertraut, welchen persönlichen Bezug zum Inhalt die Studierenden mitbringen, denn dann kannst du mit Fragen besser an ihre Lebenswelt anknüpfen.
  • Gib den Studierenden bei schwierigen Fragen die Möglichkeit zur Absicherung, etwa indem sie fachlich etwas nachschlagen dürfen oder sich kurz mit ihren NachbarInnen (in einer fremden Sprache) austauschen, um „die Antwort schon einmal zu üben“.

Diese Tipps erscheinen sicher genauso trivial, wie sie in der Praxis schon mal vernachlässigt werden, oder? Eine Lösung für alles, was ich in der Tabelle oben aufgeführt habe, sind sie natürlich dennoch nicht. Konkrete Antworten losgelöst von der speziellen Situation sind halt kaum möglich oder erfordern mehr als einen Blogbeitrag. Drei Phänomene können wir uns hier aber etwas konkreter anschauen, denen ich bei Lehrbesuchen immer wieder mal begegne.

„Noch Fragen?“

Nach längeren Arbeitsphasen oder Inputs stellen viele Lehrende die Frage: „Noch Fragen?“. Sie lädt zunächst einmal nur zu einem Ja-Nein-Vielleicht ein. Fast immer ernten Lehrende damit tatsächlich Schweigen, und vermutlich wissen sie das auch unbewusst. Das kann vielerlei Gründe haben. Vielleicht sind sie desinteressiert an der Lehre und wissen, sie kommen so schnell weiter? Das wäre eine Frage der bloßen Form halber. Vielleicht müssen sie aber auch Inhalte vorstellen, mit denen sie sich selbst noch nicht so gut auskennen? Dann könnten sie Rückfragen womöglich gar nicht beantworten. Mit „Noch Fragen?“ kann man sich dann der unscharfen Situation ganz gut entziehen. Vielleicht kennen Lehrende es aber nicht anders und sind auch schlicht noch nie darauf gestoßen worden.

Wie ginge es anders? Da würde ich als ersten Schritt vorschlagen: „Habt ihr noch Fragen?“ Das klingt auf jeden Fall deutlich weniger lustlos, und die Lernenden werden direkt angesprochen. Empirische Belege kenne ich leider nicht, aber als besser gelten (halb-)öffnende Formulierungen wie „Welche Fragen habt ihr noch?“ oder „Was müsst ihr noch wissen, bevor wir weitermachen können?“ Ich selbst mag allerdings schlicht „Was war für euch schwierig?“ lieber. Es kommt nämlich durchaus vor, dass für Lernende die Formulierung ihrer Fragen schon das Problem ist oder sie eben nicht wissen, was sie noch wissen müssen. Meine Variante ist zudem nicht potenziell bloßstellend wie „Was habt ihr noch nicht verstanden?“, denn nur weil etwas schwierig war, heißt das ja nicht, dass ich es am Ende nicht doch verstanden habe. Gleichzeitig kann man aus den Antworten aber heraushören, wo es offenbar gehakt hat.

„Kippschalter“

Es kommt immer wieder vor, dass Lehrende ihre Veranstaltungen in zu große Blöcke gliedern und dann auch noch von einem Extrem ins andere wechseln. Nehmen wir beispielsweise eine Vorlesung, in der der Lehrende nach einem Intro etwa eine Stunde lang redet und dann noch 15-20 Minuten über die Inhalte mit den Lernenden diskutieren will (und das zu allem Überfluss auch noch zu jedem Termin im Semester). Das hakt an mindestens zwei Stellen.

Erstens sind 60 Minuten Vortrag einfach zu viel, um alles davon sofort verdaut zu haben, so dass man darüber diskutieren kann. Bei kleinere Portionen wäre das einfacher. Zweitens, und vermutlich bedeutsamer, ist die Betätigung eines Kippschalters. Lehrende, die zunächst einen langen Vortrag halten, bringen Studis in eine rezeptive Rolle. Sie müssen zuhören. Dieses Rollenverständnis lässt sich nicht mit einem Mal umschalten. Es erfordert schlicht eine gewisse Übergangsphase bis Diskussionen anlaufen, und sie dauert tendenziell länger, je länger der Input zuvor war. Eine Möglichkeit, diesen Übergang zu gestalten, kann ganz schlicht der oben bereits genannte Austausch mit den NachbarInnen sein. Oder eine Leitfrage, über die jeder für sich eine Minute nachdenken kann. Oder beides kombiniert. Vielleicht schafft eine Pro-Kontra-Diskussion mal Abwechslung? Und wer sagt, dass Diskussionen mit allen für alle im Plenum geführt werden müssen und in kleinen Gruppen nicht sogar fruchtbarer wären? Die Resultate kleinerer Gruppen ließen sich am Ende immer noch verschiedenartig sammeln und allen zur Verfügung stellen.

„Back to Business“

Was passiert, wenn nichts passiert? Wenn also das Plenum schweigt? Das ließe sich als Störung bezeichnen, die man bearbeiten sollte. Das sehe ich allerdings sehr sehr selten. Meistens heißt es eher „Back to Business“. Die Lehrenden machen weiter mit dem, was sie als nächstes geplant hatten oder beenden den Veranstaltungstermin vorzeitig. Sie zeigen sich damit dem Schweigen gegenüber indifferent, nehmen den nur vordergründig bequemen Weg und schweigen selbst auch, denn sie machen die Störung nicht zum Thema! Sie vertun damit die Chance, etwas über die Ursachen für die Situation zu erfahren, mit der sie ja selbst unzufrieden sind, um sie anders gestalten zu können. Durch Schweigen werden sie nichts ändern, sondern das Verhalten nach und nach sogar verstärken — klar, dass dazu auch andere Lehrende beitragen, aber deshalb resignieren?

Bitte bloß nicht falsch verstehen: Mit Nicht-Schweigen meine ich nicht, den harten Konfrontationskurs zu wählen nach dem Motto „Ihr sagt jetzt was, oder ich mache nicht weiter. Ich habe Zeit.“ Eine tolle Methode ist  schlicht das Fragen! Ja, ich bin mir des Dilemmas bewusst, dass es ja um das Ausbleiben von Antworten geht. Die lassen sich aber auch anders sammeln als mündlich im Plenum. Direktive Vorgaben sind zudem auch nicht verboten. Den Grundstein dafür sollte man aber bereits zu Beginn des Semesters gelegt haben. Dann ist die beste Gelegenheit, auch Zeit darauf zu verwenden, sich über die jeweiligen Vorstellungen und Ziele zu verständigen und auf die daraus abgeleiteten Arbeitsformen einzugehen. Wenn Diskussionen aus gutem Grund dazugehören und nicht bloß deshalb, weil ja nicht alles ein Vortrag sein soll und einem nichts Besseres eingefallen ist… Es ist im Zweifel auch kein Problem, die eigene Wahrnehmung und die Wirkung auf sich selbst zu erläutern. Die Störung ist schließlich nicht zwingend für alle Studis offenbar. Die Wirkung, die sie damit erzeugen, vielleicht erst recht nicht. Wenn sich dann Lehrende bei Bedarf auch noch ehrlich offen zeigen für die Belange der Lernenden, kann ich mir nur schwerlich vorstellen, dass sich das Problem nicht aus der Welt schaffen lässt. Ansätze der Konfliktbearbeitung spare ich daher hier aus.

Bevor ihr weiterklickt…

…womöglich zum später ergänzten Teil 2
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15 Gedanken zu „Niemand sagt etwas (in großen Gruppen)…

  1. Oh, das gefällt mir!
    Es ist ja auch irgendwie eine witzige Situation, eine Antwort von einer Gruppe zu erwarten. Genau genommen geht das nur im Chor. 😉
    Neben der Art und Weise der Formulierung als offene Frage, wie Du es beschrieben hast, helfen oft auch Blickkontakt, die direkte Ansprache einzelner Personen und ein Standortwechsel der Lehrenden. Auf die Studierenden zugehen, sie dabei im Auge behalten, aber die Distanz im wörtlichen Sinne verringern – das kann schon ordentlich Schwung in eine schweigende Masse bringen.

    1. Danke dir! Ich hatte in der Tabelle zu jedem Punkt erst ein paar Stichworte mit möglichen Maßnahmen drin — Blickkontakt und direkt Ansprechen beispielsweise bei „alle erreichen wollen“. Bei anderen Punkten fand ich das aber zu verkürzt. Muss wohl noch Teil 2 zum Beitrag her 🙂

  2. Alle zu erreichen, hielt ich lange Zeit für schlecht möglich. Es funktioniert besser mit Methodenwechsel, wenn dabei zusätzlich verschiedene Sinne gefordert sind. Das ist so einfach und doch verblüffend, wenn plötzlich die ansonsten „Stillen“ und „Schüchternen“ das Ruder übernehmen.

  3. Ich unterrichte an einer Fernfachhochschule. Zu einem 150-Lektionenmodul gibt es 20 Präsenzlektionen. Da wäre inverted classroom angesagt, so dass die SuS mitmachen müssten. Sie haben aber in der Regel einen anspruchsvollen Job und eine Familie und erwarten, mindestens im Studium konsumieren zu können (oder wie Du sagst, eine „rezeptive Rolle“ einnehmen zu können). Das ist nicht nur für sie angenehm, sondern auch für die Lehrperson am einfachsten.

    Möchte ich den SuS mehr bieten (natürlich ehrenamtlich und aus Nächstenliebe, denn weder die SuS noch die Schule vergüten mir den Mehraufwand), dann lasse ich SuS Aufgaben lösen und arbeite mit jedem Einzelnen oder mache z.B. aktives Plenum oder Hörsalspiele.

    Stelle ich eine Frage, ja, da kann ich auch bis zu 1 Minute still warten und/oder einzelne ansprechen. Letzteres aber mit schlechtem Gewissen, denn das ist ja ein wenig unverschämt. Ich finde es aber im Allgemeinen nicht so gut, Fragen vorzubereiten und aufzuschreiben. Viel besser wäre es, zu sagen, dass die Frage spontan und daher vielleicht noch nichtausgereift sei. Ich kann dann die SuS bitten, mir bei der Formulierung der Frage zu helfen, zu sagen, was an der Frage nicht ganz verständlich sei, etc.

    Vielleicht könnten wir das mal an einem #EDChatDE diskutieren, was meint Ihr? Mein Twittername: paaddor

    1. Sie haben aber in der Regel einen anspruchsvollen Job und eine Familie und erwarten, mindestens im Studium konsumieren zu können (oder wie Du sagst, eine „rezeptive Rolle“ einnehmen zu können). Das ist nicht nur für sie angenehm, sondern auch für die Lehrperson am einfachsten.

      Klar ist das am „einfachsten“ und funktioniert wahrscheinlich dummerweise in beide Richtungen: Auch Studierende können vor Arbeitseifer sprühen und auf nicht ganz so begeisterte Lehrende treffen. Liefe wohl auf ein Nash-Gleichgewicht hinaus, wenn tatsächlich jeder bloß den „einfachen“ Weg ginge. Du beweist ja, dass das nicht so ist, und ich finde es klasse, dass du dich so engagierst.

      Möchte ich den SuS mehr bieten (natürlich ehrenamtlich und aus Nächstenliebe, denn weder die SuS noch die Schule vergüten mir den Mehraufwand), dann lasse ich SuS Aufgaben lösen und arbeite mit jedem Einzelnen oder mache z.B. aktives Plenum oder Hörsalspiele.

      Dass eine Diskussion nicht unbedingt die passende Form sein muss, habe ich in der Tabelle bereits angedeutet. Dummerweise beschränkt sich das Repertoire der Möglichkeiten vieler Lehrender aber auf das, was sie selbst im Studium kennengelernt haben — ist jedenfalls meine Wahrnehmung. Speziell bei wissenschaftlichen MitarbeiterInnen ist es zudem so, dass ihnen mitunter vorgegeben wird, wie sie ihre Veranstaltungen zu gestalten haben. Kann man von halten, was man will, aber dann fallen einige Stellschrauben weg, auch wenn sie vielleicht deutlich mehr Einfluss hätten.

      Ich finde es aber im Allgemeinen nicht so gut, Fragen vorzubereiten und aufzuschreiben. Viel besser wäre es, zu sagen, dass die Frage spontan und daher vielleicht noch nichtausgereift sei. Ich kann dann die SuS bitten, mir bei der Formulierung der Frage zu helfen, zu sagen, was an der Frage nicht ganz verständlich sei, etc.

      Zu dem Punkt haben wir eine andere Auffassung. Meine Haupt-„Kundschaft“ sind wissenschaftliche MitarbeiterInnen, die oft sehr wenig Erfahrung in der Lehre haben. Das Aufschreiben einer Frage vorab gibt ihnen zum einen Sicherheit — sie sollen sie hinterher ja nicht 1:1 vorlesen — und bringt ihnen zum anderen Klarheit darüber, was sie denn eigentlich tatsächlich herausbekommen oder anstoßen wollen. Das ist sonst mitunter eher diffus. Dein Vorschlag gefällt mir aber sehr gut und fügt sich in meinen Abschnitt „Back to Business“! Ich werde in den versprochenen Teil 2 zu diesem Beitrag aufnehmen. Bei einigen Lehrenden weiß ich aber, dass das ihre Vorstellungen von „Professionalität“ oder „Souveränität“ berühren würde, denen zufolge sie immer „HerrIn der Lage“ sein müssten.

      Vielleicht könnten wir das mal an einem #EDChatDE diskutieren, was meint Ihr? Mein Twittername: paaddor

      Oh, gern!

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