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Northward ho!

Moooment. Den Beitragstitel gab es hier im Blog bereits vor nicht einmal zwei Jahren. Damals habe ich verkündet, dass ich meinen Job in Braunschweig für einen neuen in Lübeck aufgegeben habe. Geschichte wiederholt sich.

Es geht weiter nach Norden!

Es geht tatsächlich noch weiter nach Norden. Viel weiter. Über 1.800 Kilometer weiter. In genau einem Monat werde ich nach Tromsø in Norwegen ziehen, kurz über den Polarkreis. Mir wurde ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte.

Ab Februar arbeite ich für das Unternehmen Joubel. Was genau das heißt, wird sich im Detail erst vor Ort klären, aber ich soll einerseits an der Software H5P mitprogrammieren und andererseits dabei helfen, sie in der Welt zu verbreiten — also genau das, was ich bisher in meiner Freizeit gemacht habe 🙂

Eintauschen muss ich diese Chance allerdings gegen die KollegInnen in Lübeck, mit denen ich gerne zusammen gearbeitet habe. Zum Glück gibt es aber schon einige Ideen, wie wir künftig in Kontakt bleiben können. Und wer weiß: vielleicht wird es mein neues Hobby, Online-Kurse zu erstellen …

Abstellgleis Hochschuldidaktik

Gleise auf einem BahnhofSeit über einem Jahr suche ich nun schon nach einem neuen Job, seit einem Dreivierteljahr intensiv. Erfolglos. Kürzlich habe ich die Absage für eine Stelle bekommen, deren Beschreibung ich auch selbst hätte verfasst haben können. Sie passte einfach zu gut zu dem, was ich kann, tue und möchte. Nicht mal das scheint etwas zu bringen. Vor ein paar Tagen erhielt ich dann noch eine spezielle Jobempfehlung auf indeed: Kellner.

So wie ich es wahrnehme, habe ich mich mit meinem Wechsel in die Hochschuldidaktik auf ein Abstellgleis begeben. Dass ich eigentlich aus der IT-/Beratungs-Welt komme und einen Projektmanagementhintergrund habe, scheint komplett ausradiert worden zu sein. Dass ich mich auch in meinem jetzigen Job immer noch auf diesen Feldern bewege, wenngleich tatsächlich weniger, ist egal. Dass ich genau deshalb neben meiner Arbeit und auf eigene Kosten diverse Fortbildungen besuche, spielt offenbar keine Rolle. Dass ich mich selbst in neue Themenfelder einarbeiten kann − das zu lernen soll doch angeblich losgelöst vom Fach ein Ziel des Studiums sein: anscheinend irrelevant. Dass ich mich mit Begeisterung bestimmten Themen widmen kann, na und? Auch für Stellen für Berufseinsteiger und entsprechende Gehaltsvorstellungen reicht das nicht.

Erschreckend finde ich, was das mit mir macht. Mein Selbstvertrauen ist komplett im Keller. Dabei helfen mir auch keine tollen Floskeln wie „sehen Sie das nicht als Bewertung Ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten“ oder „das Profil von jemand anderem passt noch besser“. Inzwischen nur noch nervig finde ich Durchhalteparolen wie „Nicht den Kopf in den Sand stecken“. Meine Laune ist auf einem Tiefpunkt, auch wenn ich das nicht zeige. Und wenn ich dann bedenke, dass es mir im Vergleich zu anderen noch gut geht… Ich wage mir kaum auszumalen, wie sich erst jemand fühlen muss, der vielleicht von Hartz 4 lebt und noch länger erfolglos sucht als ich.

Ich will raus aus dem behäbigen und bürokratischen Öffentlichen Dienst. Ich will raus aus dem Hierarchiefetischismus und der Mutlosigkeit des Biotops Universität. Und ich will raus aus teach4TU, wo ich mich allein und deplatziert fühle. Wie das gehen soll, weiß ich langsam nicht mehr.