„How I Got to be Called the Mark Zuckerberg of Open Source Genetics“

Wer mich kennt, der/die weiß, dass ich ein Verfechter von Offener Wissenschaft bin — seien es etwa Open Educational Resources im Bereich der Lehre oder beispielsweise Open Access oder Citizen Science auf der Forschungsschiene. Manch eine(r) fragt: „Was soll mir das als Wissenschaftler denn bringen?“ Meine eigene „persönliche Rendite“ habe ich schon einmal kurz hier im Blog festgehalten.

Bastian Greshake, seines Zeichens Doktorand im Feld der angewandten Bioinformatik in Frankfurt und Mitgründer von OpenSNP, hat nun ebenfalls in einen kurzen Beitrag festgehalten, was ihm seine Offenheit gebracht hat.

You Don’t Get to 2000 Open Data Sets Without Making a Few Friends – or: How I Got to be Called the Mark Zuckerberg of Open Source Genetics

Deutlich beeindruckender als bei mir 🙂 In seinem Fazit hält Bastian fest, dass Offenheit in der akademischen Welt nicht mehr gleichbedeutend ist mit Karriereselbstmord. Falls du also selbst in der Wissenschaft unterwegs bist und noch zögerst, offener zu sein: Woran liegt es? Schreib mir dazu doch mal (anonym) ein paar Zeilen in die Kommentare.Offene

3 Gedanken zu „„How I Got to be Called the Mark Zuckerberg of Open Source Genetics“

  1. Ich zögere nicht, hinke jedoch aus Zeitgründen manchmal hinterher, um alle Arbeitsergebnisse offenzulegen. Hier einige Gründe, die mich manchmal hindern:

    Bzgl. Datensets
    – Bedürfen einer umfangreichen Kommentierung hinsichtlich Syntax, Qualität, Erhebung, Beziehungen einzelner Datensets, Beschreibung der Datenauswahl/-aufbereitung/… … das kostet alles richtig viel Zeit und geht über die übliche Dokumentation hinaus
    – Inadäqute Ablageorte, wie z.B. GESIS

    Bzgl. Publikationen (nicht Open Access)
    – Unsicherheit, was die einzelnen Verlage/Herausgeber als zulässig erachten (oft wissen sie es selbst nicht)
    – Aufwand, die Schutzrechte des verlagseigenen Design/Layout nicht zu verletzen. Es müsste schlussendlich alles umformatiert werden. In Konsequenz ensteht dann ein Papier, bei dem sich die Leser nicht mehr sicher sind, in wie weit es vom Orginal abweicht und überhaupt eine verlässliche Quelle darstellt.

    Bzgl. Software
    – Angst/Vorsicht die teilweise unsaubere Arbeitsweise (z.B. schlechte Dokumentation, ineffiziente Routinen, schlechtes Design) Dritten vorzuführen. Ich nehme mir dann immer vor, dieses und jenes noch eleganter zu lösen, bevor ich es veröffentliche. Seit ich allerdings konsequent mit GitHub arbeite, habe ich dieses Hindernis für mich überwunden.

    -ns

    1. Hey, Niels!

      Danke für deine Antwort! Für dich war der Beitrag offenbar gar nicht gedacht, denn du scheinst ja nicht zu fragen: „Was soll mir das denn bringen?“ oder gar „Dann stellt mich doch niemand mehr ein!“ — solche Fälle gibt es ja beispielsweise mit Blick auf das Bloggen über die eigene Wissenschaft. Da finde ich das Beispiel von Bastian halt sehr schön.

      Dein Zögern und deine Argumente kann ich durchaus nachvollziehen. Speziell Zeit ist nunmal ein knappes Gut, dessen Gebrauch jeder unterschiedlich priorisiert. Da soll auch ruhig jeder selbst entscheiden, vor allem was bzw. wie viel man zusätzlich öffnet. Zwischen „alles“ oder „nichts“ gibt es ja noch ein wenig Spielraum.

      Denke auch, dass das mit der Angst um die Unfertigkeit der eigenen Ergebnisse Gewöhnungssache ist. In der akademischen Welt wird man halt immer „auf „Perfektion getrimmt“ — zum einen natürlich wegen der Validität, die in der Wissenschaft eine große Rolle spielt, zum anderen aber auch wegen einer zu schwach ausgeprägten Fehlerkultur, bei der man auf „teilweise unsauberen“ oder „ineffizienten“ Dingen anderer herumreitet statt das Potenzial zu sehen. Davor fürchten sich beispielsweise auch Lehrende beim Führen von Lehrportfolios. Wenn man’s mal ausprobiert, merkt man aber: Ist dann doch halb so wild 🙂

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