Schutz von Wissen – Sinn oder Unsinn?

Gerade eben habe ich mich mit 11 Studierenden getroffen und den Startschuss für ein öffentliches Seminar gegeben. Was das ist, ein öffentliches Seminar?

Studierende verfassen gruppenweise in einem öffentlichen Wiki ihre Seminararbeiten, das heißt jeder kann jederzeit den aktuellen Stand einsehen und so den Fortschritt verfolgen. So haben wir schon eine Öffnung von innen nach außen gewonnen; wer möchte, kann den Entstehungsprozess beobachten oder auch einfach nebenbei seinen Wissensstand aktuell halten.

Zwischenergebnisse aus dem Seminar

Zwischenergebnisse aus dem Seminar

Ebenso ist es aber erlaubt und erwünscht, dass von außen Ideen einfließen – sei es von anderen Studierenden, die an ähnlichen Problemen arbeiten, von Praktikern, die tagtäglich mit den Themen zu tun haben oder auch einfach von Interessierten, die intuitiv etwas beisteuern möchten. Das Seminar ist also auch von außen nach innen durchlässig.

Im Idealfall entsteht ein reger Austausch zwischen vielen Akteuren, der vielleicht zu neuen Ideen oder neuen Projekten führt, an die bisher niemand gedacht hat.

Ein kurzes Video sagt aber sicher mehr als viele Worte: Öffentliche Seminare im Web 2.0

Thematisch dreht sich das Seminar diesmal um den Schutz von Wissen (bzw. Informationen oder Daten), der immer wieder diskutiert wird:

  • Patente sollen Innovationen sichern,
  • Unternehmen schützen sich vor Spionage, nutzen aber selbst gerne Daten von Kunden und
  • auch Wissenschaftler schützen ihr Wissen durch Geheimhaltung.

Es lässt sich fragen: Cui bono? Ist es beispielsweise wirtschaftlich notwendig und sinnvoll, Patente in der bisherigen Form einzusetzen? Wie ließe sich Wissen überhaupt schützen? Welche Verantwortung haben Unternehmen möglicherweise gegenüber der Gesellschaft beim Umgang mit Wissen? Sollten Wissenschaftler ihr Wissen schützen wie gehabt? Diese und viele weitere Fragen könnte man sich stellen und im Seminar diskutieren – aus betriebswirtschaftlicher Sicht, aber auch aus der Perspektive angrenzender Disziplinen.

Jeder Interessierte – egal ob Praktiker, theoretischer Forscher oder Normalbürger – ist herzlich dazu eingeladen, seine Ideen beizutragen und auf der Wikiversity-Seite des Kurses mit den Studierenden zu diskutieren und gemeinsam neues Wissen zu schaffen. Ins Rennen geschafft haben es die folgenden Themen:

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