Kategorie-Archiv: IT

There’s no stopping us

Was muss ich noch sagen? Auch 2015 stoppt niemand C64-Demos!

Interessant finde ich übrigens den Gedanken, was wohl passiert wäre, wenn 1982 beim Erscheinen des C64 bereits bekannt gewesen wäre, was in der Kiste steckt. Nicht einmal die Entwickler selbst hätten wohl damit gerechnet, welche Tricks sich der Kiste entlocken lassen. Was wäre wohl passiert, wenn eine Demo wie eine der unten folgenden (oder vielleicht eine meiner Favoritinnen) gleich von Beginn an bereit gestanden hätte? Ach, was soll das Gerede. Schaut euch die fünf schönsten der Werke an, die ich 2015 entdeckt habe.


Scandinavian Allstars — Timeline

Timeline zeigt, dass man gar nicht mit sonderlich spektakulären Effekten aufwarten muss, um eine gute Demo auf die Beine zu stellen. Mehrere kleine Hingucker eingebettet in einen Zeitstrahl tun es auch.


Fairlight & Noice & Offence — Goatlight

Stimmungsvolle Musik, die mich ein wenig an Turrican erinnert. Verschiedenen Effekte, die nicht bombastisch daherkommen — aber ansehnlich sind. Mir gefällt der Scroller gut, der auch auf dem Vorschaubild von YouTube zu sehen ist (wo er nicht viel hermacht, ich weiß. Angucken!). Was will man mehr? Vielleicht kleine Verbeugungen vor dem Amiga? Got it!


Censor Design & Oxyron — Comaland (100%)

Nanu? Comaland war doch im letzten Jahr schon dabei?! Riiichtig. Aber nun gibt es auch die finale Fassung, die einfach nur gut ist! Erstklassig in Szene gesetzt, wunderschöne Grafiken und toll musikalisch untermalt. Besonders cool ist das Drahtmännchen zur Halbzeit. Die einzelnen Teile der Demo greifen zwar nicht nahtlos ineinander über, aber dafür gibt es über 15 Minuten Wow!


Chorus — Rocketry

Die Demo braucht etwa eine Minute, bevor sie aus dem Quark kommt, demonstriert dann aber verschiedene Weiterentwicklungen von altbekannten Effekten. Die Pixel werden in einem Affentempo über den Bildschirm geschoben, und Chorus hat wohl völlig zu Recht den ersten Platz auf der Arok 2015 belegt.


Samar — Forever Lost

Ganz ohne Schnickschnack überzeugt mich Samar. Die Demo „Forever Lost“ besteht im Prinzip nur aus einem Scroller mit super Musik dazu. Fertig.

Purer Luxus!

Ich darf demnächst rund 40 Personen im Rahmen des Projekts Digitale Zukunft Lust auf die Arbeit mit digitalen Medien in der Lehre machen. Spannend war es, als ich nach den Rahmenbedingungen fragte, beispielsweise wie der Raum aussähe und mit was er ausgestattet sei: wie und was ich möchte. Ich habe auch beinahe komplett freie Hand, was die inhaltliche Gestaltung oder die Lernform angeht. Wenn ich beispielsweise eine Stunde Onlinephase hätte und drei Stunden Präsenzzeit: kein Problem. Purer Luxus!

mylittlepony

Ein paar Ideen dazu habe ich schon. Ich habe etwa selbst keine Lust darauf, alles möglichst „objektiv“ und „ausgewogen“ aufzuziehen, sondern zeichne lieber bewusst und transparent eine rosarote Pony-Welt. Ein Wie-es-sein-könnte macht vermutlich mehr Lust als ein So-beschwerlich-wird-die-Reise. Außerdem werden natürlich digitale Medien in der einen oder anderen Form genutzt werden, wenn’s um digitale Medien in der Lehre geht. Und eigentlich mache ich das ja mit diesem Beitrag schon…

Angenommen, ihr könntet einen halben Tag dafür nutzen, um 40 Personen Lust auf das Arbeiten mit digitalen Medien zu machen: Mich interessiert, welche Ideen euch durch den Kopf gehen. Lasst mir gerne ein paar Kommentare da.

Über das Lernen lernen

Ich brauche gerade mal wieder frischen Input, und dem Thema Learning Analytics habe ich vor bald zwei Jahren schon einmal mein Interesse bescheinigt. Passt halt auch zu gut für jemanden, der Wirtschaftsinformatik studiert hat und sich nun in der Lehr-Lern-Welt tummelt. Ich bin neugierig, was sich aus dem Feld alles herausholen lässt, um sich beispielsweise als Lehrender besser auf Lernende einstellen zu können — oder um ihnen gleich digitale Umgebungen zur Verfügung zu stellen, die sie beim Lernen unterstützen.

Bei dem Thema spielen viele Aspekte eine Rolle, etwa Recht (Was darf ich?), Moral (Was sollte ich?) oder Didaktik (Wie hilft das beim Lernen und Lehren?). Ich schaue mir aber erst einmal die Technik an: Wie funktioniert das (genau)? Da habe ich gerade am meisten Lust drauf und mich kurzerhand für den kostenlosen Online-Kurs „Machine Learning“ angemeldet, der am 7. November auf Coursera startet. Ich werde also etwas über das Lernen lernen, wenngleich nicht das menschliche. Wer Lust hat, kann sich ja auch einschreiben!

Freifunk für besseren Zugang zu Bildung

Ihr mögt schon darüber gestolpert sein oder auch nicht: Die Bundesregierung redet viel über die Bedeutung des Internets und dessen Potenziale, scheint aber in meinen Augen viel dafür zu tun, um genau die brach liegen zu lassen oder gar zu blockieren. Ein Beispiel dafür sind die anstehenden Änderungen im Telemediengesetz zur WLAN-Störerhaftung. Entgegen aller Beteuerungen sehe ich darin keine Verbesserung der gegenwärtigen Situation rund um offenen Netzzugang, sondern das Gegenteil — mit all seinen Auswirkungen auch für Bildung und Wissenschaft.

Nun lässt sich viel Jammern und Bloggen, aber auch etwas dagegen tun. Wie beispielsweise Anja Lorenz greife ich die Kampagne der Initiative Freifunk auf und  wende mich an die Bundestagsabgeordneten aus meinem Wahlkreis. Um überhaupt Beachtung zu finden, muss das wohl auf dem Postweg stattfinden. Hachja. Als Erleichterung stellt die Initiative daher einen Brief-Generator zur Verfügung, mit dem ihr einen entsprechend vorformulierten Text anpassen und dann ausdrucken könnt.

Wie auch Anja habe ich ihm ein paar Zeilen zu meinem beruflichen und persönlichen Standpunkt vorangestellt:

Sehr geehrte Frau Reimann/Sehr geehrter Herr Müller,

ich wende mich an Sie mit der Bitte, dem gegenwärtigen Entwurf der Änderungen im Telemediengesetz in der gegenwärtigen Fassung nicht zuzustimmen. Ergänzend zu den beigefügten Argumenten der Initiative „Freifunk“, die ich uneingeschränkt unterstütze, schildere ich Ihnen kurz meinen beruflichen wie persönlichen Standpunkt.

Ich arbeite in einem Projekt an der Technischen Universität Braunschweig, das eine Verbesserung von Lernen und Lehren zum Ziel hat. Auch wenn diesbezüglich die allgemeine, technische Infrastruktur für den Online-Zugang bei uns nicht thematisiert wird, sehe ich persönlich die rechtliche Entwicklung mit Sorge für den Bildungsbereich.

Die Lebenswirklichkeit von vielen Studierenden sieht anders aus als noch vor wenigen Jahren. Auch wenn ein allgegenwärtiger, offener WLAN-Zugang nicht für alle notwendig erscheint, um darüber an Bildungsangeboten teilhaben zu können, kann die gewonnene Flexibilität vielen zusätzliche Optionen für das Lernen bieten. Auf Seiten von Lehrenden würden zudem Szenarien denkbar, die bisher nicht oder nur schwerlich umsetzbar sind.

Meine Besorgnis reicht jedoch über das Studium und die Hochschullehre hinaus. Gerade für Flüchtlinge, über deren Schicksale gerade allerorts gesprochen und debattiert wird, wäre ein offener WLAN-Zugang zum Internet ein Segen. Nicht nur, dass dieser Weg der einzige ist, um realistisch mit Verwandten Kontakt halten zu können — er bietet umfassende Möglichkeiten, sich zu informieren und beispielsweise die deutsche Sprache besser zu erlernen. Den Zugang zu diesen und weiteren Angeboten durch die geplante Gesetzesänderung massiv zu behindern, lehne ich daher entschieden ab.

Wem das Bildungsthema egal ist, aber gerne mehr zur Bedeutung des Zugangs zum Internet für Flüchtlinge erfahren möchte, dem sei übrigens die aktuelle Ausgabe des Chaos Radio (Nr. 216: Flüchtlinge und Hacker) empfohlen.

Für die Unterstützung der Freifunk-Kampagne müsst ihr natürlich nicht unbedingt selbst etwas texten. Es genügt, den vorformulierten Text an die Bundestagsabgeordneten eures Wahlkreises zu schicken. So ein Brief und ein paar Minuten Aufwand tun euch doch nicht weh, oder?

Update am 22.10.2015
Vorgestern trudelte per E-Mail eine Antwort von Carsten Müller ein, die ich an dieser Stelle einfach einfüge.

Sehr geehrter Herr Tacke,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 5. Oktober 2015 zum Thema Telemediengesetz/WLAN/Störerhaftung.

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist zu diesem Thema Folgendes vereinbart worden: "Die Potenziale von lokalen Funknetzen (WLAN) als Zugang zum Internet im öffentlichen Raum müssen ausgeschöpft werden. Wir wollen, dass in deutschen Städten mobiles Internet über WLAN für jeden verfügbar ist. Wir werden die gesetzlichen Grundlagen für die Nutzung dieser offenen Netze und deren Anbieter schaffen. Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber ist dringend geboten, etwa durch Klarstellung der Haftungsregelungen (Analog zu Accessprovidern). Gleichzeitig werden wir die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Gefahren solcher Netze für sensible Daten aufklären."

Die Digitale Agenda der Bundesregierung vom September 2014 sieht in diesem Zusammenhang vor: "Wir werden die Verbreitung und Verfügbarkeit von mobilem Internet über WLAN verbessern. Dabei werden wir darauf achten, dass die IT-Sicherheit gewahrt bleibt und keine neuen Einfallstore für anonyme Kriminalität entstehen. Daher werden wir Rechtssicherheit für die Anbieter solcher WLANS im öffentlichen Bereich, beispielsweise Flughäfen, Hotels, Cafés, schaffen. Diese sollen grundsätzlich nicht für Rechtsverletzungen ihrer Kunden haften."

Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett am 16. September 2015 einen Gesetzentwurf beschlossen, der zuvor bei der EU-Kommission notifiziert wurde und der sich nun im parlamentarischen Verfahren im Deutschen Bundestag befindet. Insofern kann der von Ihnen vorgebrachte Verstoß gegen Art. 12 der E-Commerce-Richtlinie nicht vorliegen, da die EU-Kommission diesen im Rahmen des Notifizierungsverfahrens hätte rügen können bzw. sogar müssen. Hinsichtlich der übrigen von Ihnen angesprochenen Punkte ist die Meinungsfindung innerhalb der Unionsfraktion noch nicht abgeschlossen. Daher haben wir beschlossen, am 16. Dezember 2015 eine Sachverständigenanhörung im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie durchzuführen, in dem auch die übrigen von Ihnen angesprochenen Themen eine Rolle spielen werden. Dann wird sich zeigen, wie gehaltvoll der vorliegende Gesetzentwurf ist und anschließend werden wir uns mit unserem Koalitionspartner beraten. Ich bin sicher, dass die Gespräche eine für alle Seiten akzeptable Lösung ergeben werden.

Sehr geehrter Herr Tacke, ich werde Ihre Anregungen und Kritik den zuständigen Berichterstattern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuleiten und sie bitte, diese umfänglich in die Beratungen einfließen zu lassen. Sie können davon ausgehen, dass wir ein offenes Ohr für sinnvolle Verbesserungsvorschläge haben und kein Gesetzentwurf wird am Ende der parlamentarischen Beratungen so verabschiedet, wie er zu Beginn eingebracht worden ist. 

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben und verbleibe 

mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Carsten Müller

Smartphones in der Hochschullehre? Wozu?

Am 28. September haben TeilnehmerInnen der teach4TU-Basisqualifizierung zusammen mit mir einen Ausflug in die Welt der digitalen Medien gemacht. Wir haben uns auf Wunsch mit der Frage beschäftigt, wozu man Smartphones in der Lehre einsetzen könnte. Nicht ob man das sollte, nicht wie im Detail, sondern wozu. Kein Plädoyer dafür oder dagegen, keine Reflexion, nur eine Ideensammlung. Herausgekommen ist eine Liste, die ich nun nachträglich mit einigen Gedanken unterfüttere und dann vorstelle.

Smartphones sind da! Eine Statistik für Studierende habe ich noch nicht entdeckt, aber laut Bitkom/Forsa zum Jahr 2014 besaßen 88 % der 16-18 Jährigen in Deutschland ein Smartphone. Ich wage also die These, dass fast jede/r Studierende über ein Smartphone verfügen kann, und natürlich sehe ich auch viele Studierende, die in Lehrveranstaltungen an der Uni damit hantieren.

smartphone

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten für Lehrende an Hochschulen, damit umzugehen. Sie könnten beispielsweise verbieten, Smartphones in ihren Kursen zu verwenden. Sie könnten sich dafür auf das Potenzial zur Ablenkung berufen. Einige mögen ein Verbot daher als berechtigte Fürsorge auslegen, andere hingegen als Bevormundung von Erwachsenen. Womöglich steckt dahinter auch die Furcht vor Kontrollverlust, wie sie Jöran Muuß-Merholz bei LehrerInnen in der Schule vermutet? Dinge könnten schließlich aus dem Hörsaal nach außen dringen, Studierende könnten in der virtuellen Welt da draußen sonstwas machen, und plötzlich lassen sich Aussagen der Lehrenden im Nu einem Faktencheck unterziehen. Das behagt nicht allen.

Vielleicht ignorieren Lehrende die Smartphones auch völlig: „Sollen die Studierenden doch damit machen, was sie wollen.“ Es ließe sich mit der Eigenverantwortung argumentieren, die einem Studium innewohnt. Es könnte aber durchaus sein, dass man es sich damit zu einfach macht. Zu schnell zieht man sich damit komplett aus der Verantwortung.

Eine weitere Option ist es, die Smartphones einfach in Lehrveranstaltungen zu integrieren, wenn sie sowieso da sind. Zumindest in der Schule scheint dadurch noch keine Katastrophe passiert zu sein. Die Möglichkeiten dafür dürften innerhalb und außerhalb der Präsenzzeit so vielfältig sein wie die Funktionen, die diese miniaturisierten Computerwunderdinger mit sich bringen.

Die in kürzester Zeit von uns dazu gesammelten Ideen stelle ich nun kurz vor. Es geht nicht darum, die Lehre von der Technik aus denkend zu gestalten! Sich mit Werkzeugen zu beschäftigen, kann aber den Horizont erweitern, welche Szenarien oder didaktischen Interaktionsmuster damit überhaupt erst möglich werden!

08-Smartphones-150928Die folgende Liste ist nicht nach bestimmten Kriterien sortiert oder gruppiert, und sicher ist sie unvollständig — sowohl was die Begrifflichkeiten wie auch die beispielhaft genannten Szenarien angeht. Ich freue mich, wenn ihr in den Kommentaren weitere Möglichkeiten ergänzt.

Die Liste ist auch nicht stringent, was die Bezeichnungen angeht. Ich finde es unglaublich schwierig, alles einheitlich als Werkzeug zu formulieren, weil es manche Werkzeuge in der physischen Welt schlicht nicht gibt. Ich finde es ebenfalls schwierig, alles in Form von Aufgaben zu beschreiben, die damit erledigt werden können, weil mir das selbst noch nicht ganz klar ist Ich habe aber das Gefühl, da könnte Musik drin sein! Nehmt es also bitte hin, dass es etwas durcheinander geht.

  • Audience Response
    Hinter dem Begriff, zu dem es im E-Assessment-Wiki des ELAN e. V. eine eigene Seite gibt, verbirgt sich das Sammeln von Rückmeldungen auch aus Veranstaltungen mit vielen TeilnehmerInnen, bei denen das mündlich nicht mehr möglich ist. Geschickt eingesetzt (mehr als „Wer wird Millionär“ spielen!), eignet sich dieser Ansatz dafür, das Denken anzuregen oder Diskussionen anzustoßen.
  • Dokumentenkamera
    Mit einer Dokumentenkamera ist es möglich, etwa Seiten aus Büchern auf eine Leinwand zu projizieren. Die Dinger sind aber vergleichsweise teuer, wenn man bedenkt, dass sie nur diesen einen Zweck erfüllen. Mit einer Halterung lässt sich das ebenso mit einem Smartphone erledigen.
    Es geht aber auch noch spannender! Wenn Studierende schriftliche Lösungen auf Papier erarbeiten (Rechnungen, Zeichnungen, usw.), können diese exemplarisch auch sehr einfach für alle sichtbar gemacht werden: Als Lehrender herumgehen, von einer passenden Lösung ein Foto machen, projizieren, fertig. Das macht beispielsweise Michael Gieding in Heidelberg.
  • Virtuelles Klassenzimmer
    Beim Virtuellen Klassenzimmer wird versucht, möglichst viele Möglichkeiten eines physischen Hörsaals digital nachzubilden. Man gewinnt dadurch räumliche Flexibilität; mit Smartphones sogar noch mehr als mit einem stationären Rechner. Für passende Werkzeuge wie beispielsweise Adobe Connect gibt es nämlich Software, so dass man sogar unterwegs an Veranstaltungen teilnehmen kann.
  • Frage- und Diskussionswerkzeug in großen Veranstaltungen
    Mit Chats oder Microblogs (wie Twitter) lassen sich in Veranstaltungen mit vielen TeilnehmerInnen zusätzliche Kanäle schaffen: Je nach Szenario können so beispielsweise Fragen gesammelt, von einer moderierenden Person beantwortet und dokumentiert werden. Auch Diskussionen mit anderen Personen als denen auf dem Nachbarsitz werden möglich. Alles schon da gewesen…
  • Etherpad
    Für eine kollaborative Vorlesungsmitschrift ist das Tippen auf einem Smartphone wohl zu umständlich, aber mit Etherpads lassen sich auf jeden Fall zügig Stichworte aus einem Hörsaal einsammeln.

    Ein Etherpad

  • SMS
    Mit dem Klassiker SMS ließen sich beispielsweise digital gestützte Planspiele in der Betriebswirtschaftslehre bereichern. Warum nicht ab und an eine Aufgabe versenden, die innerhalb einer kurzen Frist von den TeilnehmerInnen entschieden oder bearbeitet werden muss? Ist in der Realität von Unternehmen nicht anders, und die SMS macht bei den meisten wohl auf sich aufmerksam.
  • Texte, Videos und Podcasts konsumieren
    Muss nicht erklärt werden, oder? Geht im Zweifel alles mobil.
  • Texte, Videos und Podcasts produzieren
    Bei den Texten ist es etwas mühsam, aber mit dem Smartphone haben Studierende die Möglichkeit, Videos oder Podcasts zu produzieren. Es gibt Lehrveranstaltungen, bei denen gehört das zum Programm, denn man muss sich mit den Inhalten beschäftigen und überlegen, wie sie gut rübergebracht werden können.
  • Webseiten benutzen
    Ganz banal. Alles, was irgendwie in einem Browser daherkommt, lässt sich auch mit einem Smartphone benutzen — mal besser, mal schlechter.
  • Recherche
    Studierende können aktiv eingebunden werden, etwa indem ihnen eine Recherche-Aufgabe zugeteilt wird. So kann bei Unklaren Punkten sofort jemand im Netz nach einer Antwort suchen. Nachschlagewerke sind nur noch einen Klick weit entfernt.
  • Taschenrechner
    Das Smartphone ersetzt den Taschenrechner und schlägt ihn mit Anwendungen wie Wolfram|Alpha um Längen.
  • Tafelbild dokumentieren
    Von manchen Lehrenden wird es gehasst, wenn Studierende das an die Tafel Geschriebene oder Gezeichnete einfach fotografieren statt es abzuschreiben. Sagen wir diplomatisch: Geschmackssache. Bei einigen Methoden wie dem Aktiven Plenum ist es in jedem Fall sehr praktisch. Wenn die Ergebnisse per Foto dokumentiert werden, können alle denken statt zu schreiben und speziell dem/den Studierenden an der Tafel entgeht nichts.
  • E-Mails
    kwt
  • Präsentationen steuern
    Smartphones können die „Presenter“ ersetzen, die beim Präsentieren von Schaubildern oft zum Weiterschalten genutzt werden. Im besten Fall kann der Referent auf dem Smartphone auch das aktuelle oder das nächste Schaubild sehen, die bereits geredete Zeit, usw.
  • Augmented Reality
    Puh, wie beschreibt man das kurz? Das Wahrnehmen der Welt um uns herum lässt sich durch Informationen ergänzen. Wenn ich beispielsweise die Kamera meines Smartphones auf ein Bauwerk richte, könnte ich mit einer passenden Anwendung geschichtliche Daten dazu angezeigt bekommen — ganz wie Iron Man in seinem Anzug.

    Augmented Reality bei Iron Man

    Oder mein Auto warnt mich mit einem Piepton um so schneller, je näher ich einem anderen Objekt komme. Oder…
    Was da alles denkbar wäre! Das Smartphone ähnlich wie mit dem Google Cardboard aufsetzen, durch Rom laufen und das Colosseum so sehen, wie es einst aussah (Architektur). Oder Bauteile vor die Kamera des Smartphones halten und Daten dazu eingeblendet bekommen (Ingenieurwesen). Oder… Zugegeben, das ist technisch etwas in die Zukunft gedacht, aber warum nicht vorbereitet sein?

  • Virtual Reality
    Das Thema Virtual Reality ist nicht sooo weit weg von der Augmented Reality und mit dem Google Cardboard mit dem Telefon schon greifbar. Wer etwa mit der App VRSE schon einmal von einem Helikopter aus auf New York geschaut hat, der weiß, was ich meine. Sogar mit dem Smartphone ist das Gefühl schon beeindruckend. Welch Geschichte mag man damit wohl in der Lehre anschaulicher erzählen können als mit einem normalen Vortrag?
  • Educaching
    Zusammen mit den Lokalisierungsfunktionen eines Smartphones gibt es die spannende Möglichkeit, Bildung und Erlebnis zu verknüpfen. Man nennt es Educaching.
  • Wörterbuch/Translator
    Das Smartphone ersetzt das Wörterbuch für Studierende aus anderen Ländern. Denken wir die Technik noch etwas weiter, dann wird vielleicht sogar das Prinzip Babelfisch Realität, und man kann sich mit Smartphones das gesprochene Wort gleich automatisch übersetzen lassen.
  • Hotspot anbieten
    Mit einem Smartphone lässt sich ein WLAN-Hotspot einrichten und so Geräten ein Zugang zum Internet ermöglichen, der sonst womöglich nicht vorhanden ist.
  • Arbeitsumgebung mitbringen
    Mit der freien Software Piratebox lässt sich ein Smartphone dazu nutzen, Gruppen eine lokale digitale Umgebung zum Arbeiten bereitzustellen, quasi ein tragbarer, privater Server mit diversen Funktionen in der Tasche. Schon heute lassen sich damit beispielsweise Dateien austauschen oder streamen und Nachrichten austauschen. Die Software kann aber auch um weitere Fähigkeiten ergänzt werden.
  • Beschleunigungssensor / Eingabegerät
    Smartphones verfügen in aller Regel über Beschleunigungssensoren. Sie können beispielsweise für Experimente in der Physik verwendet werden. Es lassen sich mit den Sensoren aber auch Bewegungen des Smartphones registrieren und zur Steuerung von Dingen benutzen, so wie man es beim Spielen mit der Wii kennt.
  • Evaluation in der Präsenzzeit
    Die Evaluation der Lehre erfolgt oft in einer Präsenzveranstaltung statt hinterher, weil die Rücklaufquote dann höher ausfällt. Mit Smartphones könnten aber wenigstens die Papierbögen ersetzt werden, die oft zum Einsatz kommen und später wieder digitalisiert werden.
  • Texterkennung
    Mit Smartphones ist es möglich, Texte zu scannen und sie mit entsprechender Software gleich bearbeitbar zu machen.