Habe ich Wikingerblut in mir?

Wissenschaft ist so eine tolle Sache ­čÖé Vor ein paar Jahren habe ich ├╝ber 23andMe mal meine DNA analysieren lassen und damals schon kurz dar├╝ber berichtet. Der Dienst wurde jetzt k├╝rzlich ├╝berarbeitet. Da es neue Erkenntnisse gibt, lohnt sich vielleicht ein erneuter Blick.

„The Northerners will never forget.“

Leider hat 23andMe beim seiner Umstellung die Gesundheitssparte f├╝r NichtamerikanerInnen wohl streichen m├╝ssen. Die genealogischen Sachen sind aber auch nicht ohne. Neu ist beispielsweise eine Aufschl├╝sselung, die zeigt, woher wann welche Vorfahren stammen. Sie ist zu lesen als „Du hattest sehr wahrscheinlich einen Vorfahren, der/die zu 100 % aus dem angezeigten Gebiet stammt und zwischen X und Y geboren wurde.“

Zeitstrahl mit genetischer Herkunft

Spannend, oder? Von Biologie habe ich zwar kaum eine Ahnung, aber ich bin wissenschaftlich vorbelastet. Ich hinterfrage das wenigstens, wie ich es auch schon bei den Gesundheitsergebnissen getan habe. Passt aber tats├Ąchlich ebenfalls ins Bild. Gehen wir das doch chronologisch durch.

Der Osten

Der zeitlich am n├Ąchsten liegende Block ist zwischen 1860 und 1920 in Osteuropa. Bingo! Meine Gro├čmutter m├╝tterlicherseits wurde 1920 in Tilsit geboren (heute Sowetsk in Russland), genau wie ihre Eltern. Mein Gro├čvater m├╝tterlicherseits stammt aus Breslau, und dessen Eltern aus Dresden und Nimptsch (heute Niemcza in Polen). Damit ersch├Âpft sich allerdings die genauere Kenntnis ├╝ber die Herkunft meiner Verwandten. Es wird ab jetzt also spekulativ. Wo etwa der Balkan vor rund 200 Jahren herkommt: Keine Ahnung.

Die Inseln

Wegen der roten Haare in meinem Bart habe ich bereits gemutma├čt, dass ich wom├Âglich irische/schottische Vorfahren habe. Vielleicht ist sogar meine Vorliebe f├╝r Irish Pubs genetisch bedingt? ­čśë W├Ąre nach obiger Abbildung schl├╝ssig. Dazu passt auch meine Spekulation zur Herkunft meines Nachnamens. Die geben h├Ąufig Berufsbezeichnungen wieder, aber f├╝r Tacke f├Ąllt mir im Deutschen nichts ein. Im Englischen existiert aber der ├Ąhnlich klingende Nachname Tucker. Der bezeichnet eine Person, die Stoffe walkt (auf Deutsch wiederum ein „Tucher“). Wom├Âglich gab es eine Lautverschiebung, Transkription, Schriftst├╝ckverf├Ąlschung oder etwas ├ähnliches. Da k├Ânnte ich f├╝ndig werden, wenn ich in meiner Historie v├Ąterlicherseits grabe.

Der Norden

Weiter zur├╝ck geht es dann nach Skandinavien. Offenbar stammte ein Teil meiner Vorfahren ├╝ber mehrere Generationen hinweg aus den kalten n├Ârdlicheren Gefilden. Darf ich nun behaupten, ich h├Ątte vielleicht Wikingerblut in meinen Adern? ­čśë Noch weiter zur├╝ck geht es spezifischer in Richtung Finnland und sogar bis ins tiefste Sibirien nach Jakutien. Da verr├Ąt mir eine andere ├ťbersicht aber, dass die beiden letzten Gebiete in meiner DNA zusammen nur noch einen Anteil von 0,5 % haben. Mit 53,3 % haben wohl klar die nordwesteurop├Ąischen Gene die absolute Mehrheit. In Westeros h├Ątte ich vermutlich Haus Stark gedient. ­čśÇ

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