Hörsaalspiele in Bild und Ton

Wer sich für den Workshop Hörsaalspiele interessiert, den Kristina “Luci” Lucius und Christian Spannagel in Braunschweig angeboten haben: Es gibt nun drei kurze Videos in einer Playlist, die das Geschehen dokumentieren:

Es gibt ein paar Impressionen zum gesamten Tag, einen kurzen Vortrag über Theorie und Empirie zu Hörsaalspielen und einige Eindrücke des “Containers” Divide and Fight.

Spiel: eine Beschäftigung, die für sich selbst angenehm ist

Spielen finde ich eine feine Sache. Ich bin außerdem überzeugt davon, dass das Abendland nicht bedroht ist, wenn Spiele oder Elemente daraus in der Hochschullehre häufiger genutzt werden. Um so mehr freue ich mich, dass mir eine Veranstaltungsreihe zu dem Thema direkt vor die Haustür geliefert wird: In Kürze starten an der TU Braunschweig die Sommerspiele 2015!

Verschiedene Referenten aus ganz Deutschland stellen in Ringvorlesungen und Workshops verschiedene Aspekte von Game Based Learning und Gamification vor. Wie wäre es etwa mit neuen Impulsen durch Orc-Based Learning (Kathrin Knautz)? Darf es eher Nicht alle Spiele sind böse und machen dumm sein (Stefan Goebel)? Oder vielleicht doch Educaching: Lernen jenseits des Seminarraums mit dem von mir geschätzten Guido Brombach? Dann schaut doch ins Programm, ob für euch etwas dabei ist. Gerahmt wir das Angebot außerdem von einer Ausstellung zum Thema Spiel, die am 5. Mai ab 19 Uhr in der Unibibliothek eröffnet wird. Vielleicht sehen wir uns dort?!

Modische Neuzugänge

Ihr erinnert euch? Ich habe neulich meine T-Shirt-Kollektion präsentiert. Und nun werft mal einen Blick nach draußen. Sonne! Wundert es euch, dass meine Sammlung schon wieder größer geworden ist? :-)

Bezugsquelle: Qwertee

 

Hörsaalspiele? Ja, wo kommen wir denn da hin?!

Am Montag hatten wir Kristina “Luci” Lucius und Christian Spannagel zu Gast in Braunschweig. Sie boten einen Workshop zum Thema Hörsaalspiele an, zu dem ich an anderer Stelle schon kurz berichtet habe. Geht ja wohl gar nicht!

Wo kommen wir denn bitteschön hin, wenn Spiele in eine der letzten Bastionen vordringen, die sich noch ernsthaft mit der Welt auseinandersetzt,  wo kühle Ratio unverzichtbar ist? Spannung, Spiel und Schokolade mögen ja gut sein, um den Verkauf von nutzlosem Zeugs anzukurbeln. Sie haben aber nichts an einer seriösen Einrichtung zu suchen, an der gestandene WissenschaftlerInnen die Wahrheit suchen und vermitteln. Es steht zu viel auf dem Spiel!

Nur weil da einige infantile Kindsköpfe der Meinung sind, sie müssten ihre verqueren Ideen in Hörsäle bringen, um Studierende zu unterhalten, muss da noch lange nichts heißen. Lernen ist nun mal nüchtern und trocken und macht keinen Spaß. Alles andere ist doch pures Edutainment, um die Leute bei Laune zu halten. Was soll dabei rumkommen? Der Begriff “Studieren” stammt immer noch von “studere” ab, also “anstrengen”. Leichtes-Spiel-haben ist da nicht. Geht doch nach Nimmerland, wenn ihr nicht erwachsen werden wollt!

Wissenschaft, und damit auch die Lehre an Unis, ist ein hartes Geschäft. Es gibt in jedem Fach soooo viel wirklich, also wirklich unverzichtbaren Stoff, der in Hirne hineingeprügelt werden muss — da ist nun für Spaß wirklich keine Zeit. Medizin soll ja auch nicht schmecken, sondern helfen. Und früher ging das ja wohl auch ohne Spiele! Schon aus dem alten Rom stammt das bekannte Zitat: “Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Carcassonne zerstört werden muss.”

Oliver "The Clown" TackeUnd überhaupt! Wer sollte mich denn als Lehrenden auch noch ernst nehmen, wenn ich mich mit so etwas zum Affen mache? Das ist doch vollkommen unprofessionell! Was sollen denn andere Lehrende oder meine Chefs von mir denken? Oder die Studierenden? Die glauben mir doch nichts mehr, wenn ich sie spielen lasse. Und sie wollen auch gar nicht spielen! Das weiß ich ganz sicher.

Ich stehe als Lehrender Modell, also muss ich mit gutem Beispiel vorangehen, auch wenn das heißt, mir einen Stock in den Allerwertesten schieben zu müssen. Und der Spannagel, also wie der als Professor rumrennt… Am Ende soll ich mir auch noch eine Clownnase aufsetzen, oder wie?

Spiele gehören in die Freizeit, nicht in den Hörsaal. Dafür ist die Uni nicht da, sondern für die kognitive Vermittlung des aktuellen Erkenntnisstands der Wissenschaft. Das lässt sich nicht mit Spielen erreichen. Schickimicki könnt ihr zu Hause machen!

Aus diesen Gründen wende ich mich mit dieser Fünf-Punkte-Minimalforderung an die Welt, um das Schlimmste vielleicht noch zu verhindern.

  1. Regelmäßige, unangekündigte Infantilitätstests für alle Angehörigen von Hochschulen, um sie gegebenenfalls aus der Institution auszuschließen
  2. Verbannung von Beispielen aus der Hochschullehre
  3. Verbot von grafischen Benutzeroberflächen an Hochschulrechnern, um die Lehrende nicht per Point-and-Click für Spiele anzufixen
  4. Hochschulweiter Aushang von Parolen gegen Spiele auf Stammtischniveau — um den Bierernst zu fördern
  5. Einbau einer automatisch in regelmäßigen Abständen betätigten Spaßbremse in alle Hörsäle

Ich freue mich über weitere passende Forderungen in den Kommentaren!

Kommt auf Augenhöhe

logo_augenhoeheDer Film Augenhöhe tourt durch Deutschland — nicht nur im Netz, sondern auch auf zahlreichen Veranstaltungen, auf denen über die Arbeitswelt im 21. Jahrhundert nachgedacht wird.

Dasselbe möchten Kirsten Will und ich tun, und zwar speziell für die TU Braunschweig. Wie wird Augenhöhe dort erlebt und gelebt? Wir laden alle “Betroffenen” (Studierende, MitarbeiterInnen aus der Verwaltung, Lehrende, Forschende und wen ich sonst noch vergessen haben mag) herzlich dazu ein, gemeinsam mit uns den Film zu schauen und im Anschluss mit allen Anwesenden zu diskutieren.

Als Gast wird außerdem Sven Franke (Mitautor des Films) anwesend sein und über Hintergründe und die Entstehung des Films berichten. Er und die anderen Autoren des Films möchten damit einen Beitrag zu einer neuen Arbeitswelt leisten, die von Selbstbestimmung, Potentialentfaltung, Gleichwertigkeit, echter Zusammenarbeit und eben Augenhöhe geprägt ist.

Damit wir etwas besser planen können, bitte unverbindlich bei mit per E-Mail an o.tacke@web.de anmelden.


10. April 2015, 18:00 Uhr – 20:00 Uhr, Pockelsstraße 4, Raum PK 4.111