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„Apparently it started learning at a geometric rate until it became self aware.“

Ich finde, es ist mal wieder an der Zeit, mich auch formal etwas weiterzubilden – und zwar durchweg online. Eigentlich sollte man sich dazu auch mal Dinge suchen, die einem eher nicht liegen. Nach einigem Überlegen habe ich das allerdings hinten angestellt und bin bei etwas gelandet, was mir nicht so ganz fremd ist. Im vergangenen Jahr habe ich den Onlinekurs Machine Learning auf Coursera absolviert und setze nun noch einen oben drauf: Ich belege in Kürze das Nanodegree-Programm Machine Learning Engineer auf Udacity.

Originalfoto (von mir beschnitten): Skynet von Tom Bullock (CC BY 2.0)

Originalfoto (von mir beschnitten): Skynet von Tom Bullock (CC BY 2.0)

Zum einem mag ich das Thema Maschinenlernen, zum anderen ist das gerade gefühlt der heißeste Scheiß in der IT-Welt überhaupt. Damit kann man Skynet bauen! Oder J.A.R.V.I.S.! Aber auch ohne Flachs: Ich glaube, das Feld ist wirklich zukunftsträchtig. Als Deutschem winkt mir zwar keine Neuer-Job-oder-Geld-zurück-Garantie wie Leuten aus den USA, aber das ist gerade auch nicht mein Ziel 😉 Immerhin bekomme ich auch in Good Old Germany die Hälfte der Gebühren von 200 € pro Monat erstattet, sollte ich innerhalb eines Jahres fertig werden.

Angesetzt ist das Programm mit 420 Stunden – oder 14 ECTS, falls jemand mit dem hiesigen Hochschulsystem vergleichen möchte. Wenn ich das innerhalb eines Jahres durchziehen möchte und noch einen Sicherheitspuffer einbaue, sollte ich etwa 10 Stunden pro Woche einplanen. Das ist neben meinem Job durchaus eine kleine Herausforderung, wenn ich weiterhin an H5P schrauben möchte, endlich neue Videos für YouTube produzieren will – und mir vielleicht auch endlich wieder etwas Bewegung gönne

In den nächsten Tagen werde mir daher ein paar Gedanken machen, wie ich mich organisiere. Vermutlich werde ich mir das Curriculum vorknöpfen und in Anlehnung an’s agile Projektmanagement mit 2-Wochen-Sprints arbeiten, ein öffentliches Kanban-Board und öffentliche Burn-Down-Charts pflegen, github mit Quelltext befüllen, usw. Wir werden sehen, was nachher tatsächlich davon passiert 😉 Warum schreibe ich das hier? Weil mir etwas soziale Kontrolle sicher auch gut tut. Wenn ihr also ab und zu nachhaken wollt: gerne!

Train the Trainer: Visualisieren mit @ralfa

Einige meiner Sketches

Einige meiner Sketches

Gestern durfte unser Team sich selbst auch einmal weiterbilden – dazu erhalten wir leider viel zu selten die Gelegenheit. Als Referenten hatten wir Ralf Appelt (@ralfa) zu Gast, der uns mit vielen Anregungen rund um das Thema Visualisierung versorgte. Wer sich dafür interessiert, findet einen nicht deckungsgleichen aber ebenso spannenden Web-Talk mit ihm im Internet.

Die Ergebnisse einer kleinen Übung seht ihr links (größer mit einem Klick darauf). Nachdem wir uns mit dem Visuellen Alphabet ein wenig vertraut gemacht hatten, erhielten wir ein Raster mit verschiedenen Begriffen. Zu diesen sollten wir kleine Sketches anfertigen. Hat Spaß gemacht und ich habe zu meinen Selbstlernerfahrungen mit Sketchnotes ein paar gute neue Anregungen bekommen! Ich freue mich wirklich auf den zweiten Teil des Workshop im November.

Why do we fall, sir? So we might learn to pick ourselves up.

Vor einer Weile habe ich eine Einladung zur Learntec-Messe in Karlsruhe angenommen und dort Ende Januar schließlich einen kurzen Vortrag zum Thema Lernen im Enterprise 2.0 gehalten. Kernbotschaft sollte sein, dass webzwonullige Dienste dabei helfen können, mehr als bloßes Fachwissen anzusammeln, ihr Einsatz aber mehr bedeutet, als bloß Technik im Unternehmen einzuführen.

Selbstkritisch wie ich bin, muss ich mich fragen: Ist diese Botschaft angekommen? Keine Ahnung. Aber wenn ich die Reaktionen der Anwesenden richtig deute, bin ich wohl zu abstrakt geblieben und hätte anschaulicher werden müssen. Von daher war mein Vortrag nicht so gut, da er am Publikum vorbei ging. Vielleicht macht der kurze Artikel aus BILDUNGaktuell 1/2012 (S. 6-7) die Absicht ein wenig deutlicher…

Ein Vortragsprofi bin ich noch lange nicht, aber das ist für mich noch längst kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen.

Why do we fall, sir? So we might learn to pick ourselves up.
(Alfred Pennyworth, „Batman Begins“)

Jetzt bin ich zertifizierter Laie

Neben meinem Job an der Uni habe ich in den vergangenen zwei Jahren diverse Kurse zur Weiterbildung in der Hochschullehre (WindH) besucht. Seit heute halte ich nun das zugehörige Zertifikat in Händen. Aber was sagt das wirklich aus?

Ich habe 200 Stunden zu verschiedenen Themen absolviert; einige verpflichtend, andere frei wählbar. Darunter waren Veranstaltungen wie Lehre planen oder E-Learning, aber auch Coaching und Hospitationen durch Kursleiter und Kollegen.

Wenn wir nun einfach das Bologna-System zum Vergleich nehmen, sind das nicht einmal sieben Leistungspunkte. Wir können vielleicht die Zeit dazurechnen, in der ich das Gelernte zum Beispiel hier im Blog reflektiert habe. Oder die Tage, an denen versucht habe, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Wie viele Stunden mögen das dann gewesen sein? Nehmen wir einfach (wohl eher großzügig) an, ich hätte insgesamt 900 investiert, das entspräche 30 Leistungspunkten oder gerade einmal einem Studiensemester.

„Führerschein niemals ersetzen Augen, Ohren, Verstand.“ (Mr. Miyagi)

Das Zertifikat bezeugt eine Wertschätzung meines Einsatzes, klar. Das weiß ich zu schätzen. Ich glaube, ich habe auch ganz schön was gelernt. Das Papier drückt jedoch allenfalls aus, dass ich verstärktes Interesse am Feld der Hochschuldidaktik habe, aber das war es doch auch schon. Vielleicht habe ich jetzt Grundkenntnisse, für mehr allerdings noch einen ganz schön weiten Weg vor mir. Und da ich recht wahrscheinlich im kommenden Jahr dem Universitätszirkus den Rücken zuwenden werde, wird’s wohl kaum noch vorangehen. Wenigstens lag ich dem Steuerzahler nicht auf der Tasche, denn das lief auf eigene Rechnung und an Urlaubstagen, die ich dafür genommen habe – „aus Gründen“.

Neue Lust, neuer Frust

Gestern habe ich das Corporate Learning Camp in Darmstadt besucht. Heute, von der doch gefühlten Erschöpfung wieder erholt, berichte ich ein wenig darüber. Aus Lust und Laune einfach mal rückwärts.

Fazit

Hat Spaß gemacht! Habe viele bekannte Gesichter getroffen und neue kennengelernt, die Mittagspause statt zu essen mit Gesprächen verbracht. Ganz herzlichen Dank an Karl-Heinz Pape und den Rest des Organisations-Teams!

The Flipped Classroom

In einer der letzten Sessions haben Christian Spannagel und ich spontan eine Session zum Thema Flipped Classroom angeboten. Hauptsächlich Christian hat vorgestellt, wie man mit Hilfe des Internets mit seinen vielen Formaten (Texte, Videos, interaktive Inhalte) die Stoffaneignung vor den Unterricht verlagern kann, im Unterricht damit arbeitet und eine nachträgliche Beschäftigung nicht ausgeschlossen ist. Normalerweise ist es ja vermutlich eher so, dass Vorbereitung die Ausnahme darstellt, der Lehrende in einer Veranstaltung Stoff präsentiert, der dann als Hausaufgabe vertieft werden soll.

Da das Internet hier den rationalisierbaren Commodity-Anteil übernimmt und der Lehrende tatsächlich die Premium-Leistung erbringen muss – es ist ja viel schwieriger, wenn ich nicht nur Stoff vorlese – passt das recht gut dazu, was Gunter Dueck unter dem Ende der Kreidezeit und dem Internet als Gesellschaftsbetriebssystem fasst. Seine Thesen wollte ich daher als Einleitung benutzen, aber das ging gehörig in die Hose. Wohl etwas überheblich hatte ich gedacht: „Hast du ja alles gelesen, wird schon klappen.“ Wirklich vorbereitet hatte ich nichts, und als ich dann auch noch etwas unsanft von einem Teilnehmer darauf gestoßen wurde, brachte mich das zusätzlich aus dem Tritt und ich suchte die Flucht in einer abrupten Abkürzung des Gesagten. Lerneffekt für mich: Ich kann nicht spontan und schick fremde Inhalte wiedergeben. Dran arbeiten.

LdL in der betrieblichen Weiterbildung?

Ich möchte bei meiner Doktorarbeit versuchen, keine theorieüberladene praxisferne Arbeit abzuliefern und habe daher als frühzeitige Rückkopplung ganz kurz LdL und meine Idee vorgestellt, das Konzept auf seine Tauglichkeit für die betriebliche Weiterbildung zu untersuchen. Das hatte ich vorbereitet bzw. da stecke ich tief im Thema drin, hier hatte ich das oben geschilderte Problem nicht.

Der empirische Teil steht noch aus, aber leider wurde meine Skepsis bestätigt, die sich zwischenzeitlich bei mir eingestellt hat. Auch die Praktiker sahen in LdL trotz einiger organisatorischer Klärungswürdigkeiten ein schönes Konzept, um nicht nur Fachwissen aufzubauen, sondern auch die vielbeschworenen sozialen Fähigkeiten zu trainieren. Der Unternehmenskontext scheint aber schlicht keinen Raum dafür zu lassen: Zeit und Geld setzen Grenzen. Jetzt könnte man beschwichtigen und sagen, Unternehmen müssten aber künftig mehr Ressourcen für die Professionalisierung der Mitarbeiter bereitstellen, oder wenn diese und jene in der Realität eher unwahrscheinlichen Voraussetzungen gälten, würde es klappen. Aber das machte eher den Eindruck: „Wenn jetzt die Luftfeuchtigkeit im Raum anders wäre, hätte das Experiment aber geklappt.“ Oder: „Das Modell gilt, wenn man vom homo oeconomicus ausgeht.“

Bei mir stellt sich daher gerade ganz schön Frust ein. Natürlich hätte ich gerne einen potenziellen Nutzen für die Weiterbildung herausgestellt, etwas beigetragen. Es sieht allerdings gerade eher so aus, als ob ich nun darauf hinarbeite, meine ursprüngliche Idee selbst zu zerlegen. Das tut weh. Erkenntnistheoretisch mag das einen Wert haben, die Falsifizierung einer (wenn auch unbedeutenden) These ist ja erwünscht, aber ich erschaffe nichts. Forschung hat hier etwas Zerstörerisches an sich. Wenn man dann auch noch künstlich unter Zeitdruck gesetzt wird, der die Qualität der Arbeit zwangsläufig beeinflussen wird, macht das keinen Spaß. Wenn man dann auch noch in dem Umfeld nicht glücklich ist, in das man tagein tagaus eingebunden ist, wird die Arbeit zur Tortur. Ich weiß wirklich gerade nicht, ob ich das tatsächlich will.

Soziale Fähigkeiten online lernen?

Die für mich spannendste Session wurde von Monika König und Michael Simon geleitet. Sie kreiste um die Frage, ob man online soziale Fähigkeiten erlernen könne. Eine sehr schöne Zusammenfassung gibt es schon bei Torsten Larbig. Ich ergänze daher nur ein paar Gedanken von meiner Seite.

Es ist sicher nur schwer möglich, ausschließlich per Online-Tests oder künstlich online arrangierten Sachverhalt das Handwerkszeug dafür zu bekommen, um in einer Situation von Angesicht von Angesicht beispielsweise einen Konflikt zu schlichten. In virtuellen Welten wäre zwar schon sehr viel möglich, das Einfangen und hochaufgelöste Abbilden von Gestik und Mimik, usw., aber das kann niemand bezahlen.

Ich glaube aber einerseits schon, dass man die Anlagen für solche Fähigkeiten trainieren kann, die abseits des Fachwissens wichtig sein können. Arbeitet man etwa an der Wikipedia mit, kann es  zu hitzigen Diskussionen kommen, bei der die eigene Durchsetzungsstärke auf dem Prüfstand steht. Wirkt man an Open-Source-Projekten mit, möchte man sinnstiftend arbeiten und diesen Sinn auch anderen vermitteln, usw.

Andererseits könnte man den konkreten Anwendungsfall berücksichtigen. Wenn sich die Arbeitswelt wandelt und man immer mehr mit Personen zusammenarbeiten muss, denen man nicht ständig gegenübersteht, wenn man beispielsweise weltweit verteilte Teams führen soll, dann kann man das vielleicht online sogar besser erlernen. Es gibt dazu ein zwar schon in die Tage gekommenes, aber immer noch interessantes Diskussionspapier von IBM. Darin wird gefragt, ob Online-Rollenspieler möglicherweise viel besser verteilte Teams über das Internet leiten und führen können, schließlich sprechen sie sich tagtäglich mit anderen ab, ohne sie zu sehen, sie organisieren Quests und motivieren andere Spieler zur Hilfe, usw.

BarCamps in der betrieblichen Weiterbildung?

Felix Hartmann moderierte eine Session zu der Frage, ob BarCamps auch eine geeignete Lernumgebung für Unternehmen sein könnten. Wo gibt es vielleicht schon etwas in der Art? Wozu könnte ein BarCamp beitragen? Was müsste vielleicht modifiziert werden? Kurzzusammenfassung: Ähnliches gibt es schon vereinzelt, zur Ideengewinnung und Vernetzung könnte es etwas beitragen (nicht zur gezielten Fortbildung) und man müsste bestimmt die Du-Sie-Frage behandeln.

Zertifizierung

Die erste Session, die ich besuchte, drehte sich um das Thema Zertifizierung. Hier habe ich den Notizen von Torsten Larbig aber nichts hinzuzufügen.

Einleitung

Wie bekomme ich nun den Bogen mit der Einleitung am Ende? Vielleicht so: nach dem BarCamp ist vor dem BarCamp. Wir sehen uns doch in Bielefeld?