Vernetzung im Unterricht – Kann das etwas bringen?

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Gestern habe ich mit Jean-Pol Martin zu einem kleinen Experiment verabredet, der sich gerade mit dem Thema Vernetzung beschäftigt: Am kommenden Freitag wird er sich per Skype in eine Vorlesung einklinken, um Fragen zum Thema Lernen durch Lehren (LdL) zu beantworten. Spontan kamen wir zusätzlich auf die Idee, eine Twitterwall  einzurichten, so dass auch von außen Fragen gestellt werden können. Da wir in der Kürze der Zeit keine patente Streaminglösung auf die Beine stellen können, werden Antworten getwittert. Wir sind gespannt, ob es funktionieren wird, und was sich daraus vielleicht entwickelt.

  • Freitag, 20.11.2009, ab 16:00, geplant ca. 15 Minuten
  • Hashtag für Twitter: #omwf09
  • eventuell Live-Audio-Feed

Kleine Aktualisierung: Da ich offenbar für gehörig Wirbel gesorgt habe und daher die Veranstaltung umdisponieren muss, wird die Übertragung nach außen leider aller Wahrscheinlichkeit ausfallen.

    Wie geht es weiter?

    Skype allein bietet eine sehr einfache Möglichkeit, um sich direkt in einer Lehrveranstaltung mit anderen zu vernetzen. Man könnte zum Beispiel Experten zu bestimmten Themen in eine Vorlesung, eine Schulstunde oder ein Seminar einladen – ohne dass diese extra anreisen müssen. Das spart Zeit, Geld und schont die Umwelt. Mehr als ein Teilnehmer ist natürlich auch denkbar: Warum keine Expertenrunde, die sonst vielleicht nie zusammenfinden würde? Oder wie wäre es, mehrere unterschiedliche Kurse an verschiedenen Orten live zusammenzuschalten, um einen Austausch zu ermöglichen? Vielleicht funktioniert gar LdL über räumliche Grenzen hinweg?

    Wenn man solche Veranstaltungen zusätzlich öffnet (beispielsweise wie geplant über Twitter), kann man zusätzlich auf wertvolles Wissen von außen zurückgreifen, ohne das man bei komplexen Problemem nicht allein weiterkäme.  Im Gegenzug könnten Außenstehende vom eigenen Wissen profitieren.

    Ob Skype und Twitter die beste Kombination sind, sei dahingestellt. Natürlich gibt es auch Icecast, Google Wave, usw. Wir probieren es spontan auf diese Weise aus, weil sie einfach zu bedienen sind und daher auch von Ungeübten verwendet werden können. Für das kommende Semester könnte ich mir allerdings ein Seminar vorstellen, in dem Studierende Konzepte ausarbeiten können und in der Praxis erproben, wie sich verschiedene Instrumente zur Vernetzung in der Lehre verwenden lassen.

    Meine ersten Gehversuche mit Lernen durch Lehren – Teil 2

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    Gestern habe ich in meiner Vorlesung angekündigt, in vier Wochen eine komplette Sitzung per Lernen durch Lehren (LdL) abhalten zu wollen:  In Dreiergruppen sollen 25-minütige Phasen absolviert werden zu rechtlichen Aspekten im Online-Marketing. Die einzelnen Themen liegen zwar in unbekanten Gewässern (Online-Marketing), aber die Navigationskenntnisse sind bereits bei den angehenden Wirtschaftsjuristen vorhanden (Jura). Was es mit der Methode LdL überhaupt auf sich hat, habe ich kurz per Video von deren Entwickler Jean-Pol Martin angerissen, danach ergänzt und zusätzlich eine kurze schriftliche Ausarbeitung verteilt.

    Wie erwartet habe ich damit Unsicherheit und Widerstand erzeugt – nicht unbedingt wegen der Methode, sondern weil sich langsam die Klausurenzeit im Januar nähert und ein zu hoher Zeitaufwand befürchtet wird. Er wird natürlich höher ausfallen als bei einer klassischen “Zuhörvorlesung”, aber nicht unverhältnismäßig – dafür wird jedoch bedeutend intensiver gelernt.

    Es werden sicherlich noch Fragen aufkommen, die sich erst nach der Vorlesung ergeben haben. Jean-Pol Martin hat sich daher angeboten, diese kommende Woche per Skype-Zuschaltung zu beantworten. Vernetzung ist etwas Großartiges!