Schlagwort-Archive: Torsten Larbig

Üben, nicht wiederholen

Torsten Larbig hat kürzlich das Buch „Das Neue und seine Feinde“ von Gunter Dueck gelesen. Ihm ist dabei ein sprachliches Detail aufgefallen: Herr Dueck spricht fast ausnahmslos von Üben, um Meisterschaft zu erlangen – nicht von Wiederholen.¹ Torsten hebt besonders diesen Satz hervor:

„Das eigentliche Problem wird allerdings nie angefasst: das Üben und die Resistenz dagegen.“²

Üben, üben, üben

Üben, üben, üben

Mit Blick auf das Lernen in der Schule bemerkt er dazu zweierlei, denn das Problem spaltet sich in zwei Teile. Der erste Aspekt betrifft die Wortwahl, die ich oben bereits hervorgehoben habe. Torsten führt an, in der Schule werde häufig von Wiederholen gesprochen („Und das wiederholt jetzt bitte noch einmal bis zur nächsten Stunde.“), aber gemeint sei damit tatsächlich Üben. Oft werde auch viel Material dafür zur Verfügung gestellt. Der zweite Aspekte des zuvor genannten Zitats sei allerdings derjenige, welcher eher vergessen wird – der innere Widerstand gegen das Üben. Es mache einfach nicht immer Spaß. Das ist vielleicht so ähnlich wie beim Karate, wo Techniken immer und immer wieder bewusst ausgeführt werden, damit sie letztlich in Fleisch und Blut übergehen können. Torsten stellt schließlich die Frage, was man tun könne, um gegen Übungsresistenz anzugehen. Continue reading

Blogparade bei Herrn Larbig: Reflektierende Praktiker (Lehrende und Co)

Ich folge dem Ruf zur Blogparade von Torsten Larbig, der sich dem Thema widmet, mit welcher ROUTINE Lehrende über ihre Arbeitspraxis nachdenken.

Was fällt mir dazu überhaupt ein? Der Begriff des reflektierenden Praktikers wird oft mit Donald Schön in Verbindung gebracht. Von ihm stammt das Buch The Reflective Practitioner: How Professionals Think In Action, das eine Zeit lang auf meinem Schreibtisch lag, ich aber immer noch nicht gelesen habe. Da mir das mit einigen Büchern so geht, müsste ich wohl auch darüber einmal nachdenken…

Aber zurück zur Sache. Eine formalisierte Routine (im Sinne von streng methodisch) habe ich eigentlich nicht. Ich überlege zwar regelmäßig vor Lehrveranstaltungen, wie ich sie gestalten sollte, und lasse frühere Erfahrungen einfließen. Ich denke auch regelmäßig hinterher darüber nach, was gut gelaufen ist; frage mich, warum manche Dinge wohl nicht geklappt haben. Dafür habe ich bei den täglichen Zugfahrten genügend Zeit. Dafür ziehe ich ab und an als analytische Denkhilfe auch theoretische Modelle zu Rate, etwa die Themenzentrierte Interaktion oder das Kommunikationsquadrat, aber ist das schon Routine?

Darüber hinaus: Das Nachdenken allein genügt mir nicht immer, denn mitunter komme ich allein nicht weiter oder wünsche mir einfach einen anderen Blickwinkel. Gerne habe ich dann mit einem früheren Kollegen diskutiert. Das half mir ungemein. Nicht anders verhält es sich mit Gesprächen mit meiner Freundin, auch wenn ich ihr sicher ab und an auf den Wecker falle mit meiner Grübelei 🙂

Bei Ereignissen, die mich besonders bewegen, twittere ich von Zeit zu Zeit auch einfach eine kurze Meldung, oder ich blogge etwas ausführlicher. Die Beiträge können sich dann um freudige Erfahrungen drehen, aber auch mal um weniger schöne. Ich habe festgestellt, dass bereits das Verschriftlichen meiner Gedanken eine andere Qualität des Reflektierens mit sich bringt und auch ohne Rückmeldung in Form von Kommentaren nützlich für mich ist. Über Feedback und anschließende Diskussionen freue ich mich natürlich dennoch. Dabei ist es mir gar nicht wichtig, ob mein Gesprächspartner ein Experte oder Laie ist. Es hilft mir schon, dass ich jemand anderem meine Überlegungen verständlich machen muss – unabhängig davon, ob ich nun DEN Tipp bekomme oder nicht.

Soviel als Einstieg, vielleicht geht die Blogparade hier noch weiter. Nun bin ich aber erst einmal gespannt auf Beiträge von anderen.