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	<title>olivertacke.de &#187; Lehre</title>
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	<description>nur noch ein Blog</description>
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		<title>polarisiert</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 16:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Vorlesung]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute war es sehr interessant. Ein Kollege hat seine Vorlesung von den Studierenden evaluieren lassen, und einige Kommentare in den Freitextfeldern waren für mich sehr spannend. Ich wurde darin nämlich ein paar Male erwähnt.

Die Erklärung dafür ist schnell gegeben: Ich habe meinen Kollegen etwa zur Hälfte des Semesters an einem Termin vertreten. Ein wenig ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war es sehr interessant. Ein Kollege hat seine Vorlesung von den Studierenden evaluieren lassen, und einige Kommentare in den Freitextfeldern waren für mich sehr spannend. Ich wurde darin nämlich ein paar Male erwähnt.</p>
<p>Die Erklärung dafür ist schnell gegeben: Ich habe meinen Kollegen etwa zur Hälfte des Semesters an einem Termin vertreten. Ein wenig verwundert war ich dennoch darüber, dass gleich mehrere darauf eingegangen sind und mich offenbar noch im Gedächtnis hatten. Wirklich erstaunt war ich aber über die Bandbreite der Bemerkungen.</p>
<p>Für einen war ich einfach nur <em>ätzend</em>, für einen anderen der <em>Aushilfslehrer</em>, der sich nicht einmal vorgestellt hat &#8211; das habe ich anscheinend im Eifer des Gefechts vergessen, in der Tat nicht schön. Lerneffekt. Aus Sicht eines weiteren Studierenden habe ich aber <em>die beste Veranstaltung im ganzen Semester</em> abgeliefert, für jemand anderes war es endlich mal <em>weniger abstrakt, dafür praktisch und anschaulich</em>.</p>
<p>Was fange ich denn jetzt damit an? Allen kann man es ja bekanntlich nicht recht machen, aber <em>ätzend</em>?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Flipped Classroom: Haben wir einfach keine Lust?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 20:11:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gunter Dueck]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Professor]]></category>
		<category><![CDATA[Salman Khan]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Vorlesung]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass ich kein großer Freund der monokulturartigen, klassischen Vorlesung an Universitäten bin, dürfte aufmerksamen Lesern dieses Blogs nicht entgangen sein. Da werden Studierende in einen Raum zusammengebracht, wo sie von- und miteinander lernen könnten, müssen dann aber still sein und in den Kinomodus schalten. Vorne spielt die Musik. In einem festen Tempo, in einem ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass ich kein großer Freund der monokulturartigen, klassischen Vorlesung an Universitäten bin, dürfte aufmerksamen Lesern dieses Blogs nicht entgangen sein. Da werden Studierende in einen Raum zusammengebracht, wo sie von- und miteinander lernen könnten, müssen dann aber still sein und in den Kinomodus schalten. Vorne spielt die Musik. In einem festen Tempo, in einem festen Rhytmus, zu einer festen Zeit. Wer dann nicht da ist, geht leer aus. Wer es gerne langsamer oder schneller, häppchenweise oder wiederholt hätte, hat Pech gehabt.</p>
<p>Wieso sollte man diese kostbare Zeit vergeuden, in der sich Lehrende und Studierende tatsächlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen? Wenn ich ausschließlich Input zu liefern habe, kann ich den auch in ein Video verpacken und vor einem Termin zur Verfügung stellen. Das kann man sich beliebig oft zur gewünschten Zeit anschauen. In der Veranstaltung selbst kann ich dann darauf aufbauen und damit richtig arbeiten, Fragen dazu beantworten oder über bestimmte Aspekte diskutieren. Statt in der Uni den Stoff präsentiert zu bekommen und ihn zu Hause zu üben und zu vertiefen, wird der Spieß einfach umgedreht. Das wird daher auch <em>Flipped Classroom</em> genannt.</p>
<p>Die Idee ist mal wieder nicht neu, aber trotzdem weit davon entfernt, weit verbreitet zu sein. In meinem eigenen Studium nutzte ein Informatikprofessor aufbereitete Videos seiner Vorlesungsinhalte inklusive passender Einspieler zu besonderen Aspekten, etwa Bilder, die er im Silicon Valley gemacht hatte. Die Präsenzveranstaltungen bauten dann auf dem auf, was in den Videos schon vorgestellt wurde. Nach demselben Prinzip wird etwa in der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vosQzMlRDvc" target="_blank">Fachhochschule Osnabrück mit Podcasts</a> vorgegangen.</p>
<p>Etwas bekannter wurde das Konzept aber jetzt &#8211; wie sollte es anders sein &#8211; durch einen Lehrer in den USA: Salman Khan hat hunderte von Videos in der <a href="http://www.khanacademy.org/" target="_blank">Khan Academy</a> zur Verfügung gestellt, einer Lernumgebung, in der man selbständig Lektionen bearbeiten und seine Fortschritte festhalten kann. Khan erklärt das ausführlicher in einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gM95HHI4gLk" target="_blank">TEDx-Vortrag</a>.</p>
<p>Warum kommt so etwas in Deutschland eigentlich nicht in die Gänge? Fehlt es an Geld? Um das Konzept überhaupt zu nutzen, braucht es eigentlich nicht viel. Christian Spannagel etwa stellt die Videos seiner <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/08/07/die-umgedrehte-mathematikvorlesung/" target="_blank">umgedrehten Mathematikvorlesung</a> einfach bei YouTube ein. Mit einer speziellen Plattform gäbe zwar sicher noch einen Zusatznutzen, aber machbar ist es auch so. Jetzt. Haben wir vielleicht einfach keine Lust dazu? Lust dazu, uns selbst ein wenig umzuwöhnen und ein paar Anstrengungen auf uns zu nehmen? Ich denke, da kommen wir der Sache schon näher. Ich kann nun zwar nur von Professoren sprechen, nicht von Lehrern, aber von deren Seite habe ich schon verschiedene Vorbehalte gehört.</p>
<p><strong>1. Der Reputationsbewusste</strong><br />
&#8220;Was, wenn ich vielleicht einmal einen Fehler mache? Dann können das ja auch andere Professoren mitbekommen.&#8221; Sehen wir einmal davon ab, dass man die Videos nicht zwangsläufig der ganzen Welt zugänglich machen muss: Hier fürchtet jemand um seine Reputation. Kollegen könnten sich ja über eventuelle Pannen lustig machen. Studierende werden dazu angehalten, sich nicht vor Fehlern zu fürchten, selbst wollen einige Professoren aber doch lieber ein makelloses Scheinbild von sich präsentieren.</p>
<p><strong>2. Der Besitzstandswahrer</strong><br />
Ein anderer Professor fürchtete, Politiker könnten an den Arbeitsplätzen seiner Zunft sägen, weil die Aufzeichnungen sie überflüssig machen könnten. Wäre das denn möglich? So ist es jedenfalls nicht gedacht, denn die Videos sollen die Präsenzzeit nicht ersetzen, sondern ergänzen. Aber dann müssen Professoren natürlich wirklich gut lehren statt nur 90-Minuten-Monologe zu halten. In den Worten von <a href="http://www.omnisophie.com" target="_blank">Gunter Dueck</a> hieße das, der <em>Commodity</em>-Teil kann durch Dienste im Internet erbracht werden und der <em>Premium</em>-Teil bleibt übrig, für den man aber <a href="http://www.olivertacke.de/2011/09/04/professionelle-intelligenz/" target="_blank">professionell intelligent</a> sein muss. Ist der Professor das nicht und bietet auch nichts, was über die Präsentation von Inhalten hinausginge, warum sollte man das nicht mit Videos abdecken? Hier kommt jedoch noch eine Befürchtung ins Spiel: Selbst wenn ein Professor professionell intelligent wäre und richtig etwas auf dem Kasten hätte, würden Politiker das nicht sehen und die Videos als vollwertigen Ersatz ansehen &#8211; und auf lange Sicht Stellen abbauen.</p>
<p><strong>3. Der Gekränkte</strong><br />
Von einem anderen Professor habe ich gehört, er hätte seine Vorlesungen aufgezeichnet und nachträglich ins Netz gestellt. Das ist zwar nicht die Idee des Flipped Classroom, aber dennoch entstehen schon hier Vorbehalte gegen Videos. Hier kam es nämlich dazu, dass kaum noch jemand die Veranstaltung besuchte. Das ist eigentlich nicht tragisch, denn mit weniger Leuten lässt sich besser interagieren und Studierende sind erwachsene Menschen und können selbst entscheiden, ob sie die Gelegenheit wahrnehmen möchten oder nicht. Offenbar sehen sie in den Videos aber einen guten Ersatz für die Vorlesungen mit den eingangs erwähnten Vorzügen. Beim Professor kommt das allerdings als Geringschätzung seiner Arbeit und vielleicht sogar seiner Person an. Indem er die Studierenden quasi drängt, seinen Vorträgen live zu lauschen, täuscht er sich zumindest selbst. &#8220;Das Haus ist voll, ich mache gute Arbeit.&#8221;</p>
<p>Wenn also jemand etwas wie eine deutsche Khan-Academy vorantreiben möchte, sollte er sich in meinen Augen nicht nur auf die Finanzierung und Erstellung einer Infrastruktur beschränken. Vielleicht ist es das viel größere Problem, die Menschen mitzunehmen, die bisher die Lehre leisten und denen ein Umdenken schwer fällt: &#8220;Bisher sind wir ja auch gut damit gefahren.&#8221;, &#8220;Denkt doch mal an die ganzen Risiken!&#8221;,  &#8221;Das ist ein Hype, der geht vorbei, man muss nicht alles mitmachen.&#8221; Oder können wir das vernachlässigen und uns am viel beschworenen und oft gescholtenen <em>System</em> doch irgendwie vorbeimogeln?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=1305&amp;md5=0da10d1ab78d5dd44b81a8e5bfe13ca1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wissenschaft gibt es nicht als Tütensuppe!</title>
		<link>http://www.olivertacke.de/2011/10/26/wissenschaft-gibt-es-nicht-als-tutensuppe/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 18:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch nie war ich in einem Drei-Sterne-Restaurant, aber dort kochen wohl die Weltbesten, die Meister ihres Fachs. Sie zaubern die leckersten Menüs, vielleicht gehört eine ganz ausgezeichnete Tomatensuppe dazu. Die schmeckt sicher wirklich gut, aber was genau darin enthalten ist, wie man sie zubereitet? Keine Ahnung. Das weiß der Koch, aber der ist nicht ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch nie war ich in einem Drei-Sterne-Restaurant, aber dort kochen wohl die Weltbesten, die Meister ihres Fachs. Sie zaubern die leckersten Menüs, vielleicht gehört eine ganz ausgezeichnete Tomatensuppe dazu. Die schmeckt sicher wirklich gut, aber was genau darin enthalten ist, wie man sie zubereitet? Keine Ahnung. Das weiß der Koch, aber der ist nicht da, um ihn zu fragen. Was also tun?</p>
<p>Vielleicht kommt jemand auf die Idee, daraus eine Tütensuppe zu machen. Da steht auf der Verpackung ja ganz genau drauf, wie das geht:</p>
<blockquote>
<ol>
<li>Beutelinhalt mit einem Schneebesen in 1/2 l (500 ml) kochendes Wasser einrühren.</li>
<li>Bei schwacher Hitze 1 Minute kochen lassen. Ab und zu umrühren.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>So einfach. Ist das Kochen? Wohl kaum, und das wird auch nicht die Tomatensuppe aus dem Restaurant, aber anders bekommt der ganz Ungeübte das nicht hin. Er weiß ja auch gar nicht, was alles wichtig ist für eine gute Tomatensuppe. Was für Tomaten sollte ich nehmen? Welche Gewürze gehören dazu? Wie bereitet ich das alles richtig zu, damit es schmeckt und nicht versehentlich zu Ketchup wird? All dieses Wissen des Meisterkochs bekommt man nicht in die Tütensuppe hinein.</p>
<p>Es muss ja auch gar nicht jeder so gut kochen, aber wäre es nicht schön, wenn man das Können wenigstens richtig beurteilen könnte? Oder wenn man Leute entlarven könnte, die nur vorgeben, ein Koch zu sein, aber selbst auch nur eine Tütensuppe aufkochen und die dann teuer verkaufen?</p>
<p>Man muss dafür aber nicht nur die leckere fertige Suppe kennen, sondern auch wissen, wie man sie richtig hinbekommt. Vielleicht könnte jemand den Koch filmen und die Videos bei YouTube einstellen. Der Koch könnte auch bloggen, wie er selbst einmal die richtigen Tomaten gefunden hat, die genau passend sind für seine Suppe. Womöglich erzählt er dann, dass er erst tagelang 20 verschiedene Variationen probieren musste, bis die Suppe wirklich gut war. Der Rest war misslungen und kam in den Ausguss. Wenn der Koch etwas Zeit und Lust hat, kann er Interessierte zu sich einladen und Ihnen seine Arbeit zeigen, und die können ihm dann Fragen stellen. Auf diese Weise werden die Leute aber nicht zu Meisterköchen. Sie wissen dann vielleicht immer noch nicht, welche Gewürze man für die Suppe gebrauchen kann und welche man tunlichst meiden sollte. Aber sie bekommen eine viel bessere Idee davon, was es heißt zu kochen.</p>
<p>Und nun fragen die Karriereköche sicher, was sie denn davon hätten. Nervende Menschen die sie beim Arbeiten stören, nur dumme Fragen stellen oder gleich noch dümmere Vorschläge machen. Aber was, wenn jemand viel reist und in Südamerika auf Tomaten gestoßen ist, die noch besser schmecken als die, die der Koch in seine Suppe tut. Oder ein anderer ist befreundet mit einem Gemüsehändler, bei dem der Koch seine Zutaten viel günstiger bekommen kann. Unter den Leuten könnte auch ein wahres Talent schlummern, das der Koch erkennt und fördern sollte. Vielleicht werden einfach Menschen auf das Restaurant aufmerksam, weil sie die YouTube-Videos so schön finden und sorgen mit ihrem Besuch für mehr Umsatz. Und möglicherweise wird ein Küchenjunge krank, der sonst die Tomaten häutet &#8211; das kann aber auch ein Amateurkoch übernehmen und so den Abend retten, weil man sonst die Gäste hungrig nach Hause schicken müsste.</p>
<p>So stelle ich mir das mit der öffentlichen Wissenschaft vor. Forschung und Lehre können mit Wikis, Twitter, Blogs und anderen solcher Dienste geöffnet werden in beide Richtungen. Außenstehende bekommen etwas von den Abläufen mit und können womöglich sogar etwas beitragen. Das Thema habe ich kürzlich <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35760/1.html" target="_blank">auf telepolis ganz kurz vorstellen dürfen</a> und damit für ein bisschen <a href="http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?list=1&amp;forum_id=214321" target="_blank">Diskussion</a> gesorgt, weil ich in dem kurzen Text vieles unklar gelassen habe.</p>
<p>Es soll nicht darum gehen, alle Menschen zu Wissenschaftlern zu machen. Aber wenn sie nur die Veröffentlichungen in Zeitschriften zu lesen bekommen (Suppe), dann bekommen sie keinen Einblick in die Arbeit, die dahintersteckt (kochen). Sie wissen nicht, wie viele Experimente schiefgegangen sind, bevor schließlich ein Durchbruch gelungen ist (die Suppe im Ausguss). Sie können mit den strengen Methoden nichts anfangen, die eingesetzt werden. Sie verstehen eventuell auch nicht, warum es in der Wissenschaft so schlimm ist, wenn jemand ein Plagiat als Doktorarbeit abgibt&#8230; Wenn wir also das Verständnis für Wissenschaft vergrößern möchten, müssen wir auch zeigen, was das alles bedeutet und wie das vor sich geht.</p>
<p>Ich meine aber nicht, jeder müsse nun Forschung und Lehre immer öffnen. Das kann jeder selbst entscheiden. Liegt sicher auch nicht jedem. Ich lade aber jeden dazu ein zu überlegen, ob es für andere oder sich selbst nicht an gewissen Stellen sinnvoll sein könnte. Und dann ausprobieren!</p>
<p>Gerade dann, wenn das Themengebiet die Lebenswirklichkeit von Menschen berührt, kann man Anregungen erhalten (Südamerika-Tomaten) oder als Wissenschaftler etwa durch Fragen von Praktikern darauf gestoßen werden, dass man etwas doch noch nicht genau beantworten kann. Durch neue Kontakte gewinnt man möglicherweise Drittmittel (Gemüsehändler) oder wird schlicht bekannter und bekommt etwas Balsam für sein Ego (YouTube-Videos). Und nein, ich erwarte nicht, dass ein Amateur so etwas wie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Riemannsche_Vermutung" target="_blank">Riemannsche Vermutung</a> bestätigt oder widerlegt oder bei anderen hochspeziellen Problemen konkret helfen kann. Aber wenn der britische Mathematiker Godfrey Hardy nicht den Brief von einem völlig unbekannten Inder namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S._Ramanujan" target="_blank">Srinivasa Ramanujan</a> gelesen hätte, wären der Welt sicher einige Erkenntnisse in der Zahlentheorie verloren gegangen. Ramanujan hatte keinen höheren Schulabschluss und sich im Prinzip ganz alleine Mathematik aus Büchern beigebracht (ein Talent). In der Astronomie schließlich sind Amateure schwerlich wegzudenken, weil Sternwarten allein gar nicht den ganzen Himmel erfassen können und ihnen daher etwas entgehen kann. 1987 halfen solche Amateure durch ihre Datensammlung (Tomaten häuten) zum Beispiel dabei, eine Theorie in der Astrophysik zu bestätigen.</p>
<p>Wenn man Menschen also die Wissenschaft wirklich näherbringen und sie dafür begeistern möchte, dann sollte man ihnen keine Tütensuppe geben, sondern sie für Tomaten und das Kochen begeistern. Und vielleicht hat man dann selbst auch noch etwas davon.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=1237&amp;md5=f22449ace0ea109484b1180f7092bfc6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Raus aus dem Elfenbeinturm: Open Science</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 11:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Prolog

Am Mittwoch vor der Openmind-Konferenz erreicht mich abends eine E-Mail: Die Website telepolis habe angeboten, eine Auswahl der Vorträge in schriftlicher Form zu veröffentlichen. Man brauche die Beiträge aber am besten schon bis Freitag. Was habe ich getan? Nachtschicht. Müde, aber rechtzeitig fertig. Was passiert? Es genügt dann doch eine Abgabe bis Dienstag nach ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Prolog</strong></p>
<p>Am Mittwoch vor der <a href="http://11.openmind-konferenz.de/" target="_blank">Openmind-Konferenz</a> erreicht mich abends eine E-Mail: Die Website<a href="http://www.heise.de/tp/" target="_blank"> telepolis</a> habe angeboten, eine Auswahl der Vorträge in schriftlicher Form zu veröffentlichen. Man brauche die Beiträge aber am besten schon bis Freitag. Was habe ich getan? Nachtschicht. Müde, aber rechtzeitig fertig. Was passiert? Es genügt dann doch eine Abgabe bis Dienstag nach der Konferenz. Was passiert anschließend? Heute erscheint <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35750/1.html" target="_blank">eine Auswahl der Beiträge</a>, telepolis hat meinen aber leider verschmäht. Was heißt das? Ich habe wieder Inhalt für mein Blog und betreibe so etwas wie Restmüll-Marketing <img src='http://www.olivertacke.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>UPDATE</strong>: Der Artikel hat es nun <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35760/1.html">doch noch auf telepolis geschafft</a>.</p>
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<p><strong>Raus aus dem Elfenbeinturm: Open Science</strong></p>
<p>&#8220;Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus. Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1.200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen.&#8221; <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#1">[1]</a></p>
<p>So antwortete der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf die Frage, ob Teile seiner Dissertation womöglich aus anderen Werken abgeschrieben worden sein könnten, ohne dass er dies ausreichend kenntlich gemacht hatte. Schnell wurde von vielen Kritikern sein Rücktritt gefordert, ebenso viele Menschen konnten aber den Wirbel um die Affäre nicht verstehen: Herr zu Guttenberg hatte ein wenig gemogelt, aber macht das nicht jeder mal? Offenbar war vielen die Bedeutung dieses Vergehens gar nicht bewusst. Ich meine, das liegt daran, dass der Wissenschaftsbetrieb für viele schlicht ein Buch mit sieben Siegeln ist, das sie nicht öffnen können.</p>
<p>Und tatsächlich, das Bild von der einsamen Forschung im Elfenbeinturm scheint nicht von ungefähr zu kommen. Einerseits hat die zunehmende Spezialisierung der wissenschaftlichen Disziplinen zwar dazu geführt, dass Einzelgänger es schwer haben und Ergebnisse immer häufiger nur durch Kooperation mit anderen erzielt werden können <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#2">[2]</a>. Denken Sie etwa an die großen Projekte am Kernforschungszentrum CERN. Andererseits bleiben die unzähligen Publikationen für die meisten unverständlich, bisweilen sogar für Fachkollegen, weil jenseits von notwendigen Fachbegriffen ein möglichst staubtrockener Sprachstil und möglichst kompliziert formulierte Sätze gepflegt werden. Sie taugen vielleicht zum Imponieren oder verheißen vermeintlich Qualität, erschweren aber unnötig das Verständnis. Das wusste schon Goethe: „Die Deutschen, und sie nicht allein, besitzen die Gabe, die Wissenschaften unzugänglich zu machen.“ <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#3">[3]</a> Auch Initiativen zur Förderung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Access" target="_blank">Open Access</a> dürften daran wenig ändern. Forschungsergebnisse werden durch sie zwar öffentlich zugänglich, aber nicht offen.</p>
<p><strong>Popularisierung der Wissenschaft</strong></p>
<p>Um den klaffenden Graben zwischen der Wissenschaftswelt und der Allgemeinheit zu verkleinern, wurde bereits im 19. Jahrhundert versucht, Spezialwissen einem größeren Publikum zugänglich zu machen: Schon damals wurden Anleitungsbücher für Hobbyforscher verfasst oder im Wissenschaftlichen Theater Lehrstücke inszeniert <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#4">[4]</a>.<br />
Was einst als Mittel der Bildung der Massen gedacht war, ruft heute jedoch eher ein Naserümpfen hervor. Populärwissenschaftliche Literatur genießt bei vielen Wissenschaftlern den Ruf des Zweitklassigen, des weniger Korrekten. Der Physiker Martin Bojowald sah sich offenbar aus diesem Grund dazu gezwungen, sich im Vorwort seines Buches „Zurück vor den Urknall“ dafür zu rechtfertigen, dass er nicht bloß für Fachkollegen geschrieben hatte <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#5">[5]</a>. Auch normale Menschen sollten das Universum und seine Theorien verstehen.</p>
<p>Aber hätte er das nicht Wissenschaftsjournalisten überlassen sollen, die speziell dafür ausgebildet worden sind? Sie sind schließlich geübt darin, aus den Erkenntnissen verschiedener Forscher eine stimmige Geschichte zusammenstellen und sie gleichzeitig informativ und unterhaltsam aufbereiten. Es gibt dafür heute ganz unterschiedliche Formate: Zeitschriften wie <a href="http://www.spektrum.de/" target="_blank">Spektrum der Wissenschaft</a>, Fernsehsendungen wie <a href="http://www.wdr.de/tv/quarks/" target="_blank">Quarks und Co.</a>, Science Centers wie das <a href="http://www.mathematikum.de" target="_blank">Mathematikum</a> in Gießen, Kinderuniversitäten und vieles mehr. Das ist schon so etwas, was man Öffentliche Wissenschaft (oder Open Science) nennen könnte. Auf diesem Wege kann nämlich schon das Verständnis für das dargebotene Wissen vergrößert werden, aber leider noch nicht für die Wissenschaft selbst oder gar die Menschen dahinter.</p>
<p>Verstehen Sie, was ich damit meine? Es werden zwar die Forschungsergebnisse mundgerecht präsentiert, aber die Prozesse, die zu diesen Ergebnissen führen, bleiben im Dunkeln. Außenstehende bekommen ein Produkt geliefert, können aber nicht nachvollziehen, wie es entstanden ist und welche Gedanken bei der Erstellung verfolgt und verworfen wurden. Sie sehen vor allem nicht, welche Probleme es auf dem Weg zu lösen gab, welche Fehler gemacht und welche Lehren aus ihnen gezogen wurden. Auch solche Dinge gehören zur Wissenschaft. Wenn man die weglässt, entsteht ein völlig falsches Bild. Und dann wundert man sich, wieso die Menschen nicht verstehen, was Herr zu Guttenberg so Schlimmes getan hat.</p>
<p><strong>Von 1.0 zu 2.0</strong></p>
<p>Nun gibt uns aber speziell das Internet die Möglichkeit an die Hand, dagegen etwas zu tun. Wir bekommen nämlich einen Rückkanal, und der ändert eine ganze Menge. Im einfachsten Fall können Wissenschaftler etwa in Blogs über Themen aus ihrem Fachgebiet berichten und Fragen von Interessierten dazu beantworten. Es wird ein zügiger direkter Austausch möglich, doch damit ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. Da ist noch Luft.</p>
<p>In der Wikipedia können wir nicht nur Texte lesen, sondern auch selbst mitschreiben. Auf YouTube können wir nicht nur Filme anschauen, sondern auch eigene einstellen und kommentieren. Die Unterscheidung zwischen Produzenten und Konsumenten von Inhalten weicht auf. Doch bevor wir die Bedeutung für die Wissenschaft weiter beleuchten, betrachten wir zunächst einige Beispiele.</p>
<p>Der Heidelberger Professor Christian Spannagel hielt &#8211; damals noch in Ludwigsburg &#8211; im Wintersemester 2008/2009 ein Seminar ab, das sich um die Didaktik der Informatik drehte <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#6">[6]</a>. Die Studierenden diskutierten in einem öffentlichen Wiki eine spezielle Theorie, Spannagel berichtete darüber in seinem Blog und per <a href="http://www.twitter.com" target="_blank">Twitter</a>. Daraufhin stießen mehrere Externe hinzu und beteiligten sich an der Diskussion. Darunter befand sich auch der Entwickler eines speziellen Lehrkonzepts, das man kurzerhand vor Ort in einer seiner Schulklassen begutachtete. Ein Referendar wurde auf den Kurs aufmerksam, erprobte das Konzept und berichtete davon den Studierenden, die darauf aufbauen konnten und selbst Unterrichtseinheiten entwickelten. Ob das in dieser Form wohl ohne eine Öffnung des Seminars möglich gewesen wäre?</p>
<p>Auf wissenschaftlichen Konferenzen ist es möglich, das aktuelle Geschehen per Video-Stream ins Internet zu stellen und gleichzeitig per Twitter die Gedanken der Teilnehmer dazu zu lesen. Mehr als die Festlegung eines eindeutigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hashtag#Hashtags" target="_blank">Hashtag</a> braucht man dafür nicht. Und natürlich können auch Zuschauer rund um den Globus Kommentare beisteuern oder Fragen an den Vortragenden richten, die dieser wiederum auf einer Twitterwall sehen und bei Gelegenheit beantworten kann. Das nenne ich mal &#8220;mittendrin statt nur dabei&#8221;.</p>
<p>Und auch die ganz normale Forschung kann öffentlich gestaltet werden. Meine ersten Ideen halte ich oft in einem Wiki fest und bitte per Twitter oder Blogbeitrag um Anregungen dazu. Sie möchten ein Beispiel? Schauen Sie doch einmal unter <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:O.tacke/Zeitschrift_fuer_E-Learning-2011 " target="_blank">http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:O.tacke/Zeitschrift_fuer_E-Learning-2011</a> nach. Da kamen viele gute Anregungen zusammen, auch wenn der Beitrag nachher abgelehnt wurde. Gerade diese Rückmeldungen können zeigen, wo noch Schwierigkeiten bestehen oder Dinge offen geblieben sind. Auch der Meeresforscher Stefan Rahmstorf berichtet davon, durch Fragen der Leser seines Blogs schon auf neue Anregungen gekommen zu sein <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#7">[7]</a>. Sie können sich das allerdings über den ganzen Forschungsprozess denken. Das muss nicht bei der Ideensammlung stehenbleiben, Sie können auch den ganzen Beitrag online mit anderen verfassen und Interessierte können zwischendurch etwas beisteuern &#8211; auch dazu werden Sie ganz aktuell etwas bei mir finden. Wenn ich schließlich fertig bin, könnte ich auch öffentlich darum bitten, den Text zu begutachten, bevor ich ihn bei einer Zeitschrift einreiche. All das funktioniert tatsächlich.</p>
<p>Und alle diese Beispiele würde ich mit Open Science 2.0 betiteln. Es geht nicht um das Präsentieren von fertigen Inhalten, sondern um das Erstellen, Prüfen, Verbessern dieser Inhalte durch Forscher, Praktiker und begeisterte Amateure. Wer an der Entwicklung von Wissen mitwirkt, versteht viel besser, was Wissenschaft eigentlich ausmacht und bedeutet. Andersherum bleiben Forscher vielleicht eher auf dem Boden der Tatsachen und erhalten so den Blick für das Ganze zurück, der bei ihrer Spezialisierung verloren gegangen sein könnte. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt ist jedenfalls der Ansicht, Wissenschaft sei &#8220;eine zur sozialen Verantwortung verpflichtete Erkenntnissuche&#8221; und müsse sich um die großen Menschheitsprobleme wie Überbevölkerung, Klimawandel, Globalisierung der Ökonomie oder die weltweite militärische Hochrüstung kümmern <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#8">[8]</a>. Dabei ist die Kooperation Vieler gefragt, unabhängiger Experten ebenso wie betroffener Amateure.</p>
<p><strong>Am Ziel? Jetzt wird es doch erst spannend!</strong></p>
<p>Das klingt alles toll, oder? Aber vielleicht haben Sie sich oben an so mancher Stelle schon am Kopf gekratzt und gefragt, wie das denn alles gehen soll. Experten sollen mit Laien zusammen etwas entwickeln, ist das denn möglich? Die Frage stellen sich einige Unternehmen auch, wenn sie versuchen, Produkte und Dienstleistungen zusammen mit Lieferanten oder Kunden zu entwickeln. Betriebswirte nennen das Open Innovation, und da gibt es viele Ähnlichkeiten zur Open Science, die ich in einem anderen Artikel schon beschrieben habe <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#9">[9]</a>.</p>
<p>Aber zurück zur Frage: Geht das denn? Es gibt manche, die auf die Theorie der sogenannten operational geschlossenen Systeme von Niklas Luhmann zurückgreifen und daraus folgern, da könne nichts Brauchbares für die Wissenschaft bei herauskommen &#8211; Wissenschaftler würden Praktiker nicht verstehen und andersherum <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#10">[10]</a>. Andere halten dagegen <a href="http://www.olivertacke.de/2011/10/23/raus-aus-dem-elfenbeinturm-open-science/#11">[11]</a>. Das ist auch gar nicht so einfach zu beantworten, das ist alles ziemlich neu, und tatsächlich gibt es noch viele offene Fragen!</p>
<p>Ich bin jemand, der gerne gleich ausprobiert und manche Sachen klappen bisher gar nicht, andere schon ganz gut. Ich möchte mehr öffentliche Wissenschaft. Ich verstehe aber auch Einwände, die sich wie &#8220;Das geht nicht, weil!&#8221; anhören. Die müssen gar nicht bedeuten, dass die Idee grundsätzlich abgelehnt wird, aber dass möglicherweise einige Vorschläge noch nicht wirklich ausgereift sind. Kategorische Nein-Sager wird es allerdings auch immer geben. Also werde ich mich hier auch nicht hinstellen und verkünden, genau so oder so müsste das gemacht werden. Ich habe nicht alle Antworten &#8211; nur ein paar. Daher stelle ich einfach einige Fragen zusammen, die mir diskussionswürdig erscheinen und lade Sie dazu ein, die Liste zu ergänzen und miteinander darüber zu diskutieren.</p>
<p><strong>Fragen zur Diskussion</strong></p>
<ul>
<li>Gefährde ich als seriöser Wissenschaftler nicht meinen guten Ruf und meine Karriere, wenn ich öffentliche Wissenschaft betreibe?</li>
<li>Kann sich dann nicht jeder an meinen Ideen bedienen und mir damit etwas wegnehmen?</li>
<li>Wie bringe ich vielleicht fremde Leute dazu, zusammen mit mir oder Studierenden an einem Thema zu arbeiten? Will da überhaupt jemand mitmachen?</li>
<li>Frisst das nicht viel Zeit, die man besser anders nutzen sollte?</li>
<li>Wird der Wissenschaftsjournalismus überflüssig?</li>
<li>Welche technischen Instrumente eignen sich am besten für welche Phase der Forschung?</li>
<li>Welches Vorgehen eignet sich am besten für welche Phase der Forschung?</li>
<li>Was passiert, wenn Unternehmen an der Forschung beteiligt sind und Betriebsinterna berührt werden?</li>
<li>Können auch Unternehmen davon profitieren, indem Kooperation nicht nur mit Universitäten stattfinden, sondern zusätzlich mit anderen Interessierten?</li>
<li>Soll jetzt jeder dazu gedrängt werden, öffentliche Wissenschaft zu betreiben?</li>
<li>Welche Voraussetzungen müssen Wissenschaftler und andere Beteiligte dafür überhaupt mitbringen?</li>
<li>Wer soll das bezahlen? Wer hat so viel Geld?</li>
</ul>
<p><strong>Quellenhinweise</strong></p>
<p><a name="1"></a>[1] tagesschau.de (2011): Von &#8220;abstrusen Vorwürfen&#8221; zur Rücktrittserklärung, URL: <a href="http://www.tagesschau.de/inland/guttenberg770.html">http://www.tagesschau.de/inland/guttenberg770.html</a> (zuletzt abgerufen am 13.10.2011).</p>
<p><a name="2"></a>[2] Vgl. Gläser, Jochen; Lange, Stefan (2007): Wissenschaft, in: Arthur Benz et al. (Hrsg.): Handbuch Governance. Theoretische Grundlagen und empirische Anwendungsfelder, Wiesbaden, S. 437-451, hierzu speziell S. 447.</p>
<p><a name="3"></a>[3] Goethe, Johann Wolfgang von (1830): Goethe’s Werke: Vollständige Ausgabe letzter Hand. 22. Band: Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die entsagenden, 2. Buch, Stuttgart, Tübingen, S. 249.</p>
<p><a name="4"></a>[4] Vgl. Daum, Andreas W. (2006): Popularisierung von Wissenschaft im 19. Jahrhundert, in: Faulstich, Peter (Hrsg.): Öffentliche Wissenschaft, Bielefeld, S. 33-50.</p>
<p><a name="5"></a>[5] Vgl. Bojowald, Martin (2009): Zurück vor den Urknall, Frankfurt am Main, S. 9.</p>
<p><a name="6"></a>[6] Vgl. Spannagel, Christian; Schimpf, Florian (2009): Öffentliche Seminare im Web 2.0, in: Apostolopoulos, Nicolas et al. (Hrsg.): Lernen im Digitalen Zeitalter, Berlin, S. 13-20., hierzu speziell S. 17-18.</p>
<p><a name="7"></a>[7] Vgl. Zickgraf, Arnd (2010): Die Hintertür zur Forschung, URL: <a href="http://www.zeit.de/wissen/2010-01/wisssenschafts-blogger/komplettansicht">http://www.zeit.de/wissen/2010-01/wisssenschafts-blogger/komplettansicht</a> (zuletzt abgerufen am 14.10.2011).</p>
<p><a name="8"></a>[8] Schmidt, Helmut (2011): Verantwortung der Forschung im 21. Jahrhundert, URL: <a href="http://www.mpg.de/990353/Verantwortung_der_Forschung?page=3">http://www.mpg.de/990353/Verantwortung_der_Forschung?page=3</a> (zuletzt abgerufen am 14.10.2011).</p>
<p><a name="9"></a>[9] Vgl. Tacke, Oliver (2010): Open Science 2.0: How Research and Education can benefit from Open Innovation and Web 2.0, in: Bastiaens, Theo J.; Baumöl, Ulrike; Krämer, Bernd J. (Hrsg.): On Collective Intelligence, Berlin, Heidelberg, S. 37-48.</p>
<p><a name="10"></a>[10] Vgl. zum Beispiel Kieser, Alfred; Leiner, Lars (2010): Kollaborative Managementforschung &#8211; Eine Brücke über den Rigor-Relevance Gap?, in: ZfB &#8211; Zeitschrift für Betriebswirtschaft (Sonderausgabe Mixed Methods in der Managementforschung), 80. Jg., Nr. 5, S. 89-113.</p>
<p><a name="11"></a>[11] Vgl. exemplarisch Hodgkinson, Gerard P.; Rousseau, Denise M. (2009): Bridging the Rigour-Relevance Gap in Management Research: It&#8217;s Already Happening!, in: Journal of Management Studies, 46. Jg, Nr. 3, S. 534-546.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=1205&amp;md5=08420f61255fb1366945a3b654a1306d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vorlesungen – überholt? (revisited)</title>
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		<pubDate>Mon, 23 May 2011 16:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Vorlesung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor nun bald zwei Jahren habe ich mich schon einmal mit der Frage beschäftigt, ob Vorlesungen überholt sind. Inzwischen ist einiges Wasser die Oker vor meinem Büro entlanggeflossen, ich habe ein Hochschuldidaktik-Programm beinahe komplett absolviert und auch Praxiserfahrung gesammelt. Nun zaudere ich ein wenig, dieses große Fass anzustechen, denn es ist schon so viel ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor nun bald zwei Jahren habe ich mich schon einmal mit der Frage beschäftigt, <a href="http://www.olivertacke.de/2009/08/27/vorlesungen-uberholt/">ob Vorlesungen überholt sind</a>. Inzwischen ist einiges Wasser die Oker vor meinem Büro entlanggeflossen, ich habe ein <a href="http://www.tu-braunschweig.de/khn/angebot/windh">Hochschuldidaktik-Programm</a> beinahe komplett absolviert und auch Praxiserfahrung gesammelt. Nun zaudere ich ein wenig, dieses große Fass anzustechen, denn es ist schon so viel dazu gesagt und geschrieben worden &#8211; und diskutieren kann man sicher endlos. Da aber gerade im <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/05/20/youtube-vorlesungen-und-das-aktive-plenum/">Blog von Christian Spannagel das Thema erneut aufkam</a> und ich außerdem über einen brandaktuellen <a href="http://www.sciencemag.org/content/332/6031/862.abstract">Artikel von Louis Deslauriers, Ellen Schelew und Carl Wiemann</a> gestolpert bin, schneide ich das Thema noch einmal an &#8211; wohl wissend, dass ich dabei einige Punkte offen lasse.</p>
<p>Begeben wir uns in die Mitte des 15. Jahrhunderts: Bücher kosten ein kleines Vermögen, weil sie entweder per Hand abgeschrieben werden oder über umständliche Verfahren in Druck gehen. Universitäten hüten die Schätze in ihren Bibliotheken, Professoren lesen in Vorlesungen aus diesen Büchern vor (daher der Name) und ergänzen die Texte durch eigene Kommentare. Die Studierenden schreiben stumm aber fleißig mit, und zur damaligen Zeit war das sicher eine effiziente Form, das geschriebene Wort zu Lernzwecken zu verbreiten.</p>
<p>Seit damals gab es allerdings ein paar Erfindungen, etwa den Buchdruck mit beweglichen Lettern, der Bücher für praktisch Jedermann erschwinglich machte, Kopierer oder das Internet. Allein um Inhalte zu verbreiten, bedarf es einer Vorlesung (hier im wahrsten Sinne des Wortes) also eigentlich nicht mehr. Den Stoff kann jeder selbst nachlesen oder mitunter auch in Hörbuch- oder Videoform genießen und dann sogar selbst festlegen, wo, wann und in welchen Häppchen er sie sich zu Gemüte führt. Zum Glück ist reines Vorlesen inzwischen wohl die Ausnahme, obwohl ich auch davon gehört, dass das noch mancherorts praktiziert wird. Heute dominiert an Universitäten mit Abstand der freie Vortrag der Dozenten (und in Seminaren setzt sich das oft bei den Studierenden fort). Inzwischen habe ich auch solche Frontalbeschallung in Grenzen schätzen gelernt, aber, großes Aber, nicht permanent und als einziges Mittel. Als Phase von etwa 20 Minuten mit klarem Lernziel, einverstanden. Bitte im Wechsel mit wirklichen Gesprächen, die zum Denken anregen, nicht nur Pseudozwischenfragen. Bitte im Wechsel mit Phasen, in denen man auch selbst etwas machen kann. Bitte&#8230;</p>
<p>Also, wenn Vorträge gut gemacht sind (sind sie leider selten, ich kann das auch nicht sonderlich gut), dann hält man sie auch mal 90 Minuten lang aus. Den Vortrag aber generell als DIE Methode zu benutzen, immer und überall, das stelle ich infrage. Bitte, liebe Dozenten, nutzt die knappe und wertvolle Präsenzzeit doch nicht nur für Monologe.</p>
<p>Wenn ihr meint, dann käme &#8220;hinten doch nichts mehr raus&#8221;, schaut euch vielleicht den Artikel von Deslauriers, Schelew und Wieman an (<a href="http://www.sciencemag.org/content/332/6031/862.abstract">Improved Learning in a Large-Enrollment Physics Class</a>). Das ist auch nur eine einzige Fallstudie, sicher nicht verallgemeinerbar, aber schaut sie euch doch bitte an. Was haben die drei gemacht?</p>
<p>Ein Kurs zur Quantenmechanik wurde in zwei fast gleich große Gruppen eingeteilt (jeweils etwa 270 Studierende) und beide zu je drei Stunden die Woche in einem Hörsaal mit fester Bestuhlung unterrichtet. Es gab in beiden Gruppen dieselben Hausaufgaben, Übungen usw. Beide Gruppen nahmen an denselben Prüfungen teil, zwei semesterbegleitend und eine abschließend. Beide Gruppen wurden elf Wochen lang von erfahrenen Dozenten mit guten Evaluationen im bekannten Vorlesungsmodus mit PowerPoint inklusive Beispielproblemen und Demonstrationen bearbeitet. Beide Gruppen unterschieden sich im Mittel bis zum Ende dieses Zeitraums kaum, was Leistung, Anwesenheit oder Engagement anging. Das überraschte die Autoren des Artikels, denn die Dozenten hatten recht unterschiedliche Persönlichkeiten gehabt.</p>
<p>Nun aber zum spannenden Teil: In Woche zwölf blieb in der Kontrollgruppe fast alles beim Alten. Der Dozent machte weiter wie gehabt, allerdings sollten nun die Unterrichtseinheiten durch Lesen relevanter Texte vorbereitet werden. In der Experimentalgruppe wechselte der Dozent. Der neue hatte weniger Lehrerfahrung vorzuweisen, gestaltete die Veranstaltungen aber abwechslungsreicher, beispielweise mit verschiedenen Aufgaben zur Vorbereitung auf die Sitzung, mit Kleingruppenarbeiten und Diskussionen. Es wurde zu Beginn auch kurz Zeit dafür verwendet zu erläutern, warum man die jeweils gewählte Methode nutzte.</p>
<p>In der Folgeveranstaltung wurde in beiden Gruppen derselbe Test geschrieben, der zuvor entworfen worden war und zwölf Fragen enthielt. Die Kontrollgruppe hatte in den drei Stunden den Stoff für alle zwölf Fragen behandelt, in der Experimentalgruppe konnten aus Zeitgründen nur die Inhalte für elf Fragen abgedeckt werden. Ergebnis: Die Kontrollgruppe erreichte im Mittel 41% der möglichen Punkte, die Experimentiergruppe 74% (durch bloßes Raten hätte man im Mittel 23% erhalten). Das Fragebogen-Feedback, das nach dem Kurs von den Studierenden eingeholt wurde, fiel ebenfalls sehr positiv aus.</p>
<p>Wie bereits angedeutet, diese einzelne Fallstudie beweist gar nichts. Ich hätte da auch verschiedene Ansatzpunkte für Kritik: War der Wechsel des Dozenten für den Unterschied verantwortlich (obwohl er eigentlich weniger praktische Lehrerfahrung besaß)? Hat allein die Beschäftigung mit den Studierenden dafür gesorgt, dass die Ergebnisse besser ausgefallen sind? Warum wurde die Experimentalgruppe nur eine einzige Woche lang anders unterrichtet? Wieso wurde das Experiment noch nicht wiederholt? Was sagen <a href="http://www.sciencemag.org/content/suppl/2011/05/11/332.6031.862.DC1/Deslauriers.SOM.pdf">die verwendeten Multiple-Choice-Tests</a> schon aus? Und so weiter, und so fort. Aber vielleicht ist doch wenigstens ein bisschen was dran&#8230;</p>
<p><strong>Update:</strong> Wer die obigen Ausführungen gelesen hat, wird an dem zweifeln, was in DIE ZEIT dazu geschrieben wurde: <a href="http://www.zeit.de/2011/21/Hochschule-Vorlesung">Hier rein, da raus</a>.</p>
<p><strong>Update 2:</strong> Ein Kommentar von Philip Aschermann, Student an der TU Braunschweig: <a href="http://ascher89.wordpress.com/2011/05/24/universitaeten-sollten-endlich-die-vorlesung-abschaffen-ein-kommentar/">Universitäten sollten endlich die Vorlesung abschaffen &#8211; ein Kommentar</a>.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=933&amp;md5=13f069fdf4c75d0c6f7a1b5ae7c9feff" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>BetriebswirtschaftsLEHRE 2.0</title>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 12:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
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		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Schlagwort Enterprise 2.0 wird gerade viel diskutiert und geforscht: Was bedeuten soziale Medien für Unternehmen? Lassen sich innerbetriebliche Strukturen und Prozesse damit verbessern? Wie ändert sich die Unternehmenskommunikation nach außen? Oder vielleicht: Warum ändert sie sich nicht? Brauchen Unternehmen einen Chief Listening Officer, damit den Kunden auch mal wirklich zugehört wird (Anleihe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.campuseducation.de/index.php?id=2923#c5908"><img class="alignright size-medium wp-image-926" title="campuseducation" src="http://www.olivertacke.de/wp-content/uploads/2011/05/campuseducation-211x300.png" alt="" width="211" height="300" /></a>Unter dem Schlagwort Enterprise 2.0 wird gerade viel diskutiert und geforscht: Was bedeuten soziale Medien für Unternehmen? Lassen sich innerbetriebliche Strukturen und Prozesse damit verbessern? Wie ändert sich die Unternehmenskommunikation nach außen? Oder vielleicht: Warum ändert sie sich nicht? Brauchen Unternehmen einen <em>Chief Listening Officer</em>, damit den Kunden auch mal wirklich zugehört wird (Anleihe bei <a href="http://www.tu-braunschweig.de/wi2/team/fricke">Gerald Fricke</a>)?</p>
<p>Darum soll es in diesem Blogbeitrag NICHT gehen <img src='http://www.olivertacke.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Aber vielleicht kann man dieses ominöse <em>Web 2.0</em> ja auch gewinnbringend in der Hochschullehre einsetzen, speziell in betriebswirtschaftlichen Fächern: <a href="http://www.tu-braunschweig.de/wi2/team/perl">Alexander Perl</a> und ich haben dazu Erfahrungen gesammelt, die wir <a href="http://www.campuseducation.de/index.php?id=2923#c5908">am 29.07. in einem Workshop</a> mit Interessierten teilen werden. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wir die Außenwelt an der einen oder anderen Stelle auch direkt einbinden können &#8211; falls ihr euch also den Termin vormerken möchtet <img src='http://www.olivertacke.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=924&amp;md5=2674f70608edec84fc67787c1a81db60" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Herzblut für die Lehre</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 05:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Den heutigen Tag habe ich mir wieder einmal frei genommen, um eine Fortbildung zu besuchen: Motivation für Lehren und Lernen. Es war wirklich spannend, die Lernbiografie der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen, etwas über ihre Motivation zu erfahren und das mit der eigenen abzugleichen. So waren einige etwa sehr zielstrebig und organisiert ("Ich will ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den heutigen Tag habe ich mir wieder einmal frei genommen, um eine Fortbildung zu besuchen: <a href="http://www.tu-braunschweig.de/khn/veranstaltungen/veranstaltungsinfos?id=1138">Motivation für Lehren und Lernen</a>. Es war wirklich spannend, die Lernbiografie der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen, etwas über ihre Motivation zu erfahren und das mit der eigenen abzugleichen. So waren einige etwa sehr zielstrebig und organisiert (&#8220;Ich will dieses und jenes erreichen, dafür mache ich jetzt das und dann das.&#8221;) und andere eher explorativ: &#8220;Das könnte interessant sein, das macht mir Spaß, das mache ich jetzt erst einmal.&#8221; Was die Lehre anbelangt, wurde als Motivation mehrfach genannt, dass es sich um eine edle Aufgabe handele, die Freude bereite und zur eigenen Weiterentwicklung beitrage.</p>
<p>Zum Thema passte zudem eine Dokumentation, die gestern auf Phoenix wiederholt wurde und auch online zu haben ist: <a href="http://www.37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,8184303,00.html">Immer mit Herzblut &#8211; Lehrer &#8211; Mehr als ein Job</a>. Ein Berufsanfänger an einem Hamburger Gymnasium wurde ein Jahr lang begleitet, und er berichtet von seinen Erfahrungen: <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/04/23/statements-zur-lehrerbildung/">Sein Studium hätte ihn kaum auf das vorbereitet, was ihn tatsächlich erwartet hat</a>. Aber er ist engagiert bei der Sache.<br />
Eine ganze Ecke schwieriger scheint es an einer berufsbildenden Schule in Hildesheim zu sein, wo eine Lehrerin sich seit 30 Jahren für die Schülerinnen und Schüler ins Zeug legt, damit sie ihren Abschluss bekommen &#8211; nicht immer ohne Frust, aber stets motiviert. Kämpferisch. Mit Herzblut. Das hat mich wirklich bewegt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=870&amp;md5=af5563a0554a0a18f42860589d0dcf56" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Beste daraus machen</title>
		<link>http://www.olivertacke.de/2011/05/03/das-beste-daraus-machen/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 16:37:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Seminar]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Für vergangenen Montag hatte ich meinem Seminarkurs angeboten, eine freiwillige Sitzung zum Thema Was ist eigentlich Wissenschaft? zu leiten. Ziel war es, einen ersten Eindruck davon zu vermitteln, was das sein könnte - und so zu erahnen, weshalb wissenschaftliches Arbeiten mit all diesen Merkwürdigkeiten gespickt ist. Zu- bzw. abgesagt hatte trotz entsprechender Bitte leider ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_866" class="wp-caption alignright" style="width: 189px"><a href="http://www.olivertacke.de/wp-content/uploads/2011/05/IMAG0092.jpg"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/uploads/2011/05/IMAG0092-179x300.jpg" alt="Willkommens-FlipChart" title="Schutz von Wissen - Sinn oder Unsinn?" width="179" height="300" class="size-medium wp-image-866" /></a><p class="wp-caption-text">Willkommens-FlipChart</p></div>
<p>Für vergangenen Montag hatte ich meinem Seminarkurs angeboten, eine freiwillige Sitzung zum Thema <em>Was ist eigentlich Wissenschaft?</em> zu leiten. Ziel war es, einen ersten Eindruck davon zu vermitteln, was das sein könnte &#8211; und so zu erahnen, weshalb wissenschaftliches Arbeiten mit all diesen <em>Merkwürdigkeiten</em> gespickt ist. Zu- bzw. abgesagt hatte trotz entsprechender Bitte leider nur die Hälfte der Seminarteilnehmer. Optimistisch setzte ich darauf, dass von der anderen Hälfte schon noch der eine oder andere aufkreuzen würde, doch unglücklicherweise lag ich falsch und habe das dann mit den zwei Anwesenden anders als geplant durchgezogen.</p>
<p>Das soll hier aber gar kein Jammerbeitrag werden, ich finde den Verlauf zwar schade, aber gar nicht so tragisch: Ich versuche einfach, das Beste daraus zu machen.</p>
<p>Auf der <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Wissen_SoSe11/Wissenschaft">Wikiversity-Seite des Kurses</a> habe ich eine neue Seite angelegt. Dort kann man nun nachträglich schrittweise in etwa das absolvieren, was ich für die Veranstaltung geplant hatte. Es wäre vermutlich eleganter, die einzelnen Bausteine mit unterschiedlichen Instrumenten abzubilden &#8211; Nummer 1 etwa hier im Blog &#8211; aber auf die benutzte Art und Weise bleibt der Kurs zentral an einer Stelle.</p>
<p>Was offline nicht möglich war: Nun können auch andere mitmachen! Wenn euch das Thema Wissenschaft bzw. wissenschaftliches Arbeiten interessiert, dann <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Wissen_SoSe11/Wissenschaft">schaut doch mal vorbei</a>.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=867&amp;md5=570095550fc98acb1a23fc8e0bfdb6a4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein bisschen Werbung muss doch erlaubt sein</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 08:31:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
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		<description><![CDATA[Meine ersten Gehversuche mit dem Konzept Lernen durch Lehren (LdL) habe ich vor einiger Zeit bereits kurz hier im Blog vorgestellt. Christian Spannagel hat mich daraufhin eingeladen, meine Erfahrungen etwas umfangreicher zu schildern; das Ergebnis ist nun als Beitrag in einem Sammelband veröffentlicht worden. Ein bisschen Werbung dafür muss doch erlaubt sein...




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			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine ersten Gehversuche mit dem Konzept Lernen durch Lehren (LdL) habe ich vor einiger Zeit bereits <a href="http://www.olivertacke.de/2009/10/26/meine-ersten-gehversuche-mit-lernen-durch-lehren/">kurz hier im Blog</a> vorgestellt. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/03/25/lernen-durch-lehren-im-fokus/">Christian Spannagel</a> hat mich daraufhin eingeladen, meine Erfahrungen etwas umfangreicher zu schildern; das Ergebnis ist nun als Beitrag <a href="http://www.epubli.de/shop/buch/Lernen-durch-Lehren-Fokus-Berger-Grzega-Spannagel-Herausgeber/6640">in einem Sammelband veröffentlicht</a> worden. Ein bisschen Werbung dafür muss doch erlaubt sein&#8230;</p>
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<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=815&amp;md5=d6379eeaefd7e5eb122f1b6bbe9f05e8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>campusemerge 2011 &#8211; Der Abschluss</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 19:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Tacke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Braunschweig]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
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		<category><![CDATA[Seminar]]></category>

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Im vergangenen Juni habe ich mich mit dem Konzept für ein Öffentliches Seminar beim Hochschullehrpreis campusemerge beworben und zähle tatsächlich auch zu den Prämierten :-) Gestern fand dazu in Braunschweig im Haus der Wissenschaft die Abschlussveranstaltung statt.

Insgesamt waren 15 Preisträger eingeladen worden, von denen die vier Gewinner in je 20 Minuten ihre Projekte vorstellten - ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_801" class="wp-caption alignright" style="width: 223px"><a href="http://www.olivertacke.de/wp-content/uploads/2011/03/campusemerge_poster.png"><img class="size-medium wp-image-801" title="campusemerge_poster" src="http://www.olivertacke.de/wp-content/uploads/2011/03/campusemerge_poster-213x300.png" alt="Poster zum campusemerge 2011" width="213" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Poster zum campusemerge 2011</p></div>
<p>Im vergangenen Juni habe ich mich mit dem Konzept für ein <a href="http://www.olivertacke.de/2010/06/02/der-wettbewerb-offentliche-seminare-im-web-2-0/">Öffentliches Seminar</a> beim Hochschullehrpreis <a href="http://www.campusemerge.de">campusemerge</a> beworben und zähle tatsächlich auch zu den Prämierten <img src='http://www.olivertacke.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Gestern fand dazu in Braunschweig im <a href="http://www.hausderwissenschaft.org/">Haus der Wissenschaft</a> die Abschlussveranstaltung statt.</p>
<p>Insgesamt waren 15 Preisträger eingeladen worden, von denen die vier Gewinner in je 20 Minuten ihre Projekte vorstellten &#8211; allesamt solche, in die schon mehrere Jahre lang viel Arbeit investiert worden war.</p>
<p>Im Anschluss gab es für alle Anwesenden neben dem Mittagsimbiss die Gelegenheit, sich auf einer Posterausstellung über die Konzepte zu informieren. Bei meinem Beitrag dazu habe ich besonders den Aspekt des transdisziplinären Lernens bzw. der öffentlichen Wissenschaft in den Vordergrund gestellt &#8211; auf dem Poster war übrigens deshalb so viel Text drauf, weil ich nicht permanent daneben stehen konnte, um Fragen zu beantworten.</p>
<p>Weiter ging es mit zweiminütigen Impulsreferaten der übrigen Prämierten, um passenden Gesprächsstoff für den nun folgenden <em>Markt der Möglichkeiten</em> zu liefern: In einem großen Raum wurden die Beiträge an einzelnen Ständen nochmals präsentiert, und es konnte nach Herzenslust darüber diskutiert und gefachsimpelt werden &#8211; und davon wurde auch reger Gebrauch gemacht. Ich selbst habe beispielsweise ein superspannendes Gespräch mit László Füzesi von der Göttinger Uniklinik geführt, der mit dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GDr5XZ3mjp4">eDocTrainer</a> zu den vier Gewinnern des Wettbewerbs zählte und offenbar ständig auf der Suche nach neuen Anregungen ist. Interessant fand ich auch den Beitrag von Ralf Raths (Uni Hannover): <a href="http://www.youtube.com/watch?v=-Kh8LD5rlT4">Die Erfahrung der neuzeitlichen Schlacht</a>.</p>
<p>Abschließend danke ans <a href="http://www.tu-braunschweig.de">Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik</a>, das unter emsiger Leitung von <a href="http://twitter.com/gi_pr">Gisely Prey</a> den Wettbewerb ausgerichtet hat und mich über QL:next und das WindH-Programm mit Rüstzeug für gute Lehre versorgt. Nicht zu vergessen auch <a href="http://herrlarbig.de/">Torsten Larbig</a>, der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=l3iRO0adLok">meinem Video zum Wettbewerb</a> seine Stimme geliehen hatte.</p>
<p>Und nun geht&#8217;s auch bald schon weiter mit öffentlichen Seminaren im Web 2.0: In wenigen Wochen startet der Kurs <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Wissen_SoSe11">Schutz von Wissen &#8211; Sinn oder Unsinn?</a>, und die zugehörige Seite werde ich noch etwas überarbeiten.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.olivertacke.de/?flattrss_redirect&amp;id=802&amp;md5=3562a11624b67e6c07ee729efe15490a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.olivertacke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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