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Happy Birthday, Logbuch Netzpolitik! #LNP200

Der Podcast Logbuch Netzpolitik hat gestern seine 200. Sendung in Berlin gefeiert. Weil ich die Sendungen sehr mag, habe es mir nicht nehmen lassen, dem Spektakel einen Besuch abzustatten.

Warum mir das Logbuch Netzpolitik gefällt

Logbuch Netzpolitik ist nicht nur eine lohnenswerte Anlaufstelle, um sich über das aktuelle Geschehen in dem Bereich auf dem Laufenden zu halten. Tim Pritlove und Linus Neumann betreiben mit dem Podcast auch so etwas wie „Nerdkommunikation“ in Richtung PolitikerInnen oder deren BeraterInnen. Wer sich von diesen mit Netzpolitik beschäftigt, dürfte es nicht bereuen, den Abonnieren-Knopf zu drücken.

Eigentlich sind die Folgen meistens eher ernüchternd aus Sicht eines Netzbewohners. Falls es aus der deutschen Politik wider Erwarten etwas Positives zu berichten gibt, dann sollte man sich nicht zu früh freuen. Es gibt ja die Wiedervorlage auf EU-Ebene. Aktuell wäre so ein Thema das Leistungsschutzrecht. Obwohl man das Kopfschütteln von Tim und Linus förmlich durch den Kopfhörer mitbekommt und man sich kein Force-Feedback dafür wünscht, schaffen die beiden es dennoch regelmäßig, das alles unterhaltsam zu verpacken.

Und wie war die Veranstaltung?

Ich fand die Veranstaltung wirklich gelungen. Eine Karte ließ sich komfortabel und problemlos online bestellen. Per E-Mail kam dann flugs ein QR-Code für den Einlass zurück. Berlin zwar (ich bin da vorbelastet), aber dafür eine sehr coole Location: ehemaliges Stummfilmkino Delphi. Außerdem waren da nette Leute zum locker Quatschen. Und nicht zu vergessen: Schöne Sketchnotes, deren Entstehen man auf einer Leinwand parallel zum Podcasten vorne auf der Bühne verfolgen konnte.

Oh, und natürlich war ich ebenfalls wegen der „Vorband“ da 🙂 Die beiden Physiker Nicolas Wöhrl und Reinhard Remfort schenken der Welt alle zwei Wochen eine neue Folge ihres Podcasts minkorrekt. Sie waren zugegen und berichteten unterhaltsam von den Abstrusitäten des wissenschaftlichen Publikationswesens – und wie sich WissenschaftlerInnen auch schon einmal dagegen wehren.

Danke Tim! Danke Linus! Und danke an allen, die an #LNP200 beteiligt waren!

Wann ist ein MOOC ein MOOC?

Seit ich in Lübeck arbeite, musste ich schon mehrfach erklären, was ich denn nun mache. Der Begriff MOOC sagt dann doch eher wenigen Menschen etwas, und ich sage dann meist einfach schlicht, dass ich an Online-Kursen arbeite. Das ist einfacher, wenn ich nicht ganz weit von vorne anfangen will 🙂

Es gibt aber auch den Fall, dass ich bei thematisch vorbelasteten Menschen von MOOC spreche. Dann werden meine KollegInnen und ich mitunter gefragt, ob die Angebote auf mooin denn tatsächlich alle MOOCs seien – weil sie für sie zu viel „x“ und zu wenig „c“ seien (z. B. hier bei 09:15), weil es ihnen an „massiveness“ fehle (z. B. hier auf Twitter), usw. Da geht es dann um so etwas wie Definitionen.
So unverzichtbar ich es in der Forschung finde, sich streng an Begriffe zu halten, so unnötig finde ich es an einigen Stellen in der Praxis: die klassische Rigor-VS-Relevanz-Diskussion halt — auch wenn das eine das andere nicht ausschließen muss! So in etwa in dieser Richtung:

„Vielleicht gibt es ja doch kalten Punsch. Ich meine, wenn der Punsch mal kalt wird, oder wird er dann automatisch Bowle?“ (Michael Graf, „Ein Herz und eine Seele“)

Macht das letztlich einen Unterschied? Sorgt beides für einen dicken Kopf 🙂

Wann ist ein MOOC ein MOOC?

Frei nach Herbert Grönemeyer könnte man also fragen, wann denn ein MOOC ein MOOC sei. M, O, O und C sind nicht klar festgelegt und bieten mindestens ein wenig Spielraum — behaupte ich zumindest und stelle hier meine Interpretation vor. Nicht mehr, nicht weniger.

Massive

Ab wann kann ein MOOC denn als massive gelten? In akademischen Kreisen wird dafür manchmal die Dunbar-Zahl herangezogen. Die liegt etwa bei 150 und gibt an, mit wie vielen anderen Personen man noch (sinnvoll) direkt interagieren könne. Liegt die Zahl der TeilnehmerInnen also darüber wäre die Veranstaltung massive. Finde ich aber schwierig.

Ich erinnere mich an Veranstaltungen mit 15 und mit über 500 Leuten, in denen gar fast nichts an Interaktion untereinander passiert ist, massive hin oder her — übrigens Seminare und Vorlesungen an der Uni in Präsenz 😉 Ich mache den Begriff massive daher nicht an einer fixen Zahl fest, sondern an der Skalierbarkeit. Das mag meinem Hintergrund der Wirtschaftsinformatik geschuldet sein, denn den Begriff gibt es sowohl in der BWL als auch in der Informatik.

Bergmassiv

Bergmassiv

Für mich ist eine Veranstaltung dann massive, wenn das Konzept mit wenigen Leuten gut funktioniert gemäß der gesetzten Ziele, es aber auch nicht ins Schleudern gerät, wenn es deutlich mehr TeilnehmerInnen werden. Das geht dann, wenn Ressourceneinsatz und Betreuungskapazität in etwa in einem linearen Verhältnis stehen: Wenn ich eine bestimmte Menge Ressourcen hinzufüge, steigt meine Kapazität proportional dazu an.

Das wird dann relevant, wenn jemand ein Kurskonzept erstellt, aber im Vorfeld gar nicht weiß, wie viele TeilnehmerInnen sie oder er erreicht. Nehmen wir als Beispiel den Volleyball-Trainer-MOOC von Andreas Wilkens auf mooin. Ist das ein MOOC? Ist das massive? Wie viele Volleyball-TrainerInnen mögen sich da wohl finden und teilnehmen? 50? Wird das Angebot plötzlich automatisch massive wenn doch 150 Personen erreicht werden? Was, wenn 1.000 Leute dabei sind, aber keiner mit dem anderen interagiert? Ein Tohuwabohu.

Ich weiß nicht, wie viele Leute Andreas gleichzeitig betreuen kann und ab wann er Unterstützung braucht, aber bisher sieht es gut aus. Und das dürfte skalieren. Massive. Ach ja, der MOOC hat übrigens tatsächlich die 1.000er Marke überschritten, und in den Foren ging es zur betreuten Zeit ab wie Schmidts Katze! Andreas kam also noch zurecht, und er machte das nebenbei!

Open

Der Aspekt der Offenheit oder „Openness“ ist für mir wichtig. Dummerweise gibt es da einige Schattierungen, und entsprechend unterschiedlich ist das Verständnis des Begriffs – das wird im Beitrag Fifty Shades of Open unter anderem historisch aufgearbeitet.

Der wesentliche Graben zieht sich in meiner Wahrnehmung aber bloß zwischen zwei Lagern. Für die einen genügt der bloße kostenlose Zugang zu etwas, um als „open“ zu gelten. Für die anderen gehört darüber hinaus dazu, dass mit dem Etwas auch frei hantiert werden darf: Änderungen vornehmen, in eigene Werke einbauen, usw.

Ich gehöre bei MOOCs zu den anderen. Das „open“ bringe ich bei ihnen mit Open Educational Resources (OER) in Verbindung, und bei denen gehört das Weiterverwenden einfach dazu. Dann landet man fast unweigerlich auch bei freien Lizenzen wie etwa denen von Creative Commons.

open strahlt

open strahlt

Vielleicht sollte ich noch eine Randnotiz einfügen, die beinahe schon wieder einen eigenen Beitrag erfordern würde, weil diverse Facetten dranhängen: Es geht um OER und Geld. Ich bin niemand, der sagt, mit Open Educational Resources dürfe man kein Geld verdienen, beispielsweise mit einem wie auch immer gearteten Freemium-Modell. Speziell bei einem MOOC könnte das heißen, eine Basisversion des Kurses offen anzubieten, Erweiterungen, individuelles Zusatztraining oder was auch immer nur gegen Bezahlung anzubieten.

Online

Online. Eigentlich klar, oder doch nicht? Ich könnte ja auch fragen, ob etwas noch ein MOOC sei, wenn es Präsenzanteile gäbe? Das kann sich anbieten, etwa wenn sich TeilnehmerInnen zu Beginn (dezentral) an einem Ort treffen, um sich kennenzulernen oder am Ende, um eine praktische Prüfung abzulegen. Das widerspräche nicht meinem Verständnis eines MOOCs.

Für mich verhält es sich so ähnlich wie mit dem Punkt „massive“. Der Kurs muss prinzipiell auch rein online funktionieren, um sich bei mir MOOC nennen zu dürfen – bis auf die Dinge, die virtuell noch nicht ganz so gut gehen. Zeigen, dass man ein Feuer löschen kann zum Beispiel. Aber warten wir einmal ab, was die ganzen Virtual-Reality-Sachen in den nächsten 25 oder so Jahren möglich machen werden.

Die vornehmliche Online-izität spielt für mich aber noch eine andere Rolle, die sich beinahe gezwungenermaßen ergibt. Anders ließen sich massive Kurse vermutlich gar nicht effizient umsetzen, bei denen womöglich hunderte Menschen verteilt über den ganzen Erdball miteinander lernen.

Course

Den Begriff Kurs zu fassen, ist schwieriger als ich dachte. Entsprechend wischi-waschi wird dieser Teil wahrscheinlich, und vielleicht muss ich das für mich selbst auch noch einmal revidieren.

Das wohl klarste Merkmal ist für mich, dass ein Kurs einen halbwegs klar definierten Anfangs- und Endzeitpunkt für einen Teilnehmenden hat. Nun wird es aber auch schon weicher. Zu einem Kurs gehört für mich, dass sich jemand im Vorfeld Gedanken dazu gemacht hat, was ein Teilnehmer oder eine TeilnehmerIn nach dem Absolvieren können oder erlebt haben sollte. Dazu gehört auch sich zu überlegen, wie man Orientierungspunkte schafft, die den TeilnehmerInnen grob einen möglichen Weg weisen – ohne ihn haarklein vorzugeben. Wenn sie einen anderen wählen: gar kein Problem! Die Landschaft drumherum kann ja auch ganz schön sein, und vielleicht hat die auch noch niemand betreten. Die Orientierungspunkte sollen bloß halbwegs davor schützen, sich komplett zu verirren.

Golfplatz oder Golfkurs?

Golfplatz oder Golfkurs?

Haben wir nun schon einen Kurs? Für mich noch nicht. Für mich gehören noch Überlegungen dazu, wie man die Teilnehmenden auf dem Weg unterstützen kann – sei es durch direkte Impulse wie bei Betreuung durch einen Menschen – oder durch förderliche und aufeinander abgestimmte Dynamiken (Narrativ, Emotionen, Beziehungen, Fortschritt, …), Mechaniken (Herausforderungen, Kooperation, Wettbewerb, Feedback, …) und Komponenten (Teams, Übungsaufgaben, Badges, Quizzes…).

Zu einem Kurs gehört für mich außerdem noch die eingebettete Möglichkeit zum Handeln, sei es durch Diskussionen mit anderen, das Lösen von Aufgaben oder durch praktisches Erproben und Reflektieren. Reine Materialsammlungen oder Video-Playlists sind also raus.

Und was ist nun mit c-Kursen und x-Kursen, den eher „seminaristischen, konnektivistischen“ und den eher „vorlesungsartigen, instruktiven“? Die Trennung halte ich für überholt und ebenso fragwürdig wie etwa die Trennung in Vorlesung, Übung und Seminar an Hochschulen. Gute Veranstaltungen kombinieren harmonisch Elemente aus allen Welten, und genauso sehe ich das bei MOOCs.

Fazit

Wie gesagt, das ist meine Sichtweise. Mag durchaus sein, dass ich mich sogar irgendwo widerspreche oder mit meiner Einordnung jemand eine Telefonkette, ein Schneeballsystem oder ein Online-Rollenspiel auch als MOOC bezeichnen kann. Na, bitteschön 🙂

Ich freue mich auf jeden über eure Perspektive, für die in den Kommentaren mehr als genug Platz vorhanden ist!

Freifunk für besseren Zugang zu Bildung

Ihr mögt schon darüber gestolpert sein oder auch nicht: Die Bundesregierung redet viel über die Bedeutung des Internets und dessen Potenziale, scheint aber in meinen Augen viel dafür zu tun, um genau die brach liegen zu lassen oder gar zu blockieren. Ein Beispiel dafür sind die anstehenden Änderungen im Telemediengesetz zur WLAN-Störerhaftung. Entgegen aller Beteuerungen sehe ich darin keine Verbesserung der gegenwärtigen Situation rund um offenen Netzzugang, sondern das Gegenteil — mit all seinen Auswirkungen auch für Bildung und Wissenschaft.

Nun lässt sich viel Jammern und Bloggen, aber auch etwas dagegen tun. Wie beispielsweise Anja Lorenz greife ich die Kampagne der Initiative Freifunk auf und  wende mich an die Bundestagsabgeordneten aus meinem Wahlkreis. Um überhaupt Beachtung zu finden, muss das wohl auf dem Postweg stattfinden. Hachja. Als Erleichterung stellt die Initiative daher einen Brief-Generator zur Verfügung, mit dem ihr einen entsprechend vorformulierten Text anpassen und dann ausdrucken könnt.

Wie auch Anja habe ich ihm ein paar Zeilen zu meinem beruflichen und persönlichen Standpunkt vorangestellt:

Sehr geehrte Frau Reimann/Sehr geehrter Herr Müller,

ich wende mich an Sie mit der Bitte, dem gegenwärtigen Entwurf der Änderungen im Telemediengesetz in der gegenwärtigen Fassung nicht zuzustimmen. Ergänzend zu den beigefügten Argumenten der Initiative „Freifunk“, die ich uneingeschränkt unterstütze, schildere ich Ihnen kurz meinen beruflichen wie persönlichen Standpunkt.

Ich arbeite in einem Projekt an der Technischen Universität Braunschweig, das eine Verbesserung von Lernen und Lehren zum Ziel hat. Auch wenn diesbezüglich die allgemeine, technische Infrastruktur für den Online-Zugang bei uns nicht thematisiert wird, sehe ich persönlich die rechtliche Entwicklung mit Sorge für den Bildungsbereich.

Die Lebenswirklichkeit von vielen Studierenden sieht anders aus als noch vor wenigen Jahren. Auch wenn ein allgegenwärtiger, offener WLAN-Zugang nicht für alle notwendig erscheint, um darüber an Bildungsangeboten teilhaben zu können, kann die gewonnene Flexibilität vielen zusätzliche Optionen für das Lernen bieten. Auf Seiten von Lehrenden würden zudem Szenarien denkbar, die bisher nicht oder nur schwerlich umsetzbar sind.

Meine Besorgnis reicht jedoch über das Studium und die Hochschullehre hinaus. Gerade für Flüchtlinge, über deren Schicksale gerade allerorts gesprochen und debattiert wird, wäre ein offener WLAN-Zugang zum Internet ein Segen. Nicht nur, dass dieser Weg der einzige ist, um realistisch mit Verwandten Kontakt halten zu können — er bietet umfassende Möglichkeiten, sich zu informieren und beispielsweise die deutsche Sprache besser zu erlernen. Den Zugang zu diesen und weiteren Angeboten durch die geplante Gesetzesänderung massiv zu behindern, lehne ich daher entschieden ab.

Wem das Bildungsthema egal ist, aber gerne mehr zur Bedeutung des Zugangs zum Internet für Flüchtlinge erfahren möchte, dem sei übrigens die aktuelle Ausgabe des Chaos Radio (Nr. 216: Flüchtlinge und Hacker) empfohlen.

Für die Unterstützung der Freifunk-Kampagne müsst ihr natürlich nicht unbedingt selbst etwas texten. Es genügt, den vorformulierten Text an die Bundestagsabgeordneten eures Wahlkreises zu schicken. So ein Brief und ein paar Minuten Aufwand tun euch doch nicht weh, oder?

Update am 22.10.2015
Vorgestern trudelte per E-Mail eine Antwort von Carsten Müller ein, die ich an dieser Stelle einfach einfüge.

Sehr geehrter Herr Tacke,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 5. Oktober 2015 zum Thema Telemediengesetz/WLAN/Störerhaftung.

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist zu diesem Thema Folgendes vereinbart worden: "Die Potenziale von lokalen Funknetzen (WLAN) als Zugang zum Internet im öffentlichen Raum müssen ausgeschöpft werden. Wir wollen, dass in deutschen Städten mobiles Internet über WLAN für jeden verfügbar ist. Wir werden die gesetzlichen Grundlagen für die Nutzung dieser offenen Netze und deren Anbieter schaffen. Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber ist dringend geboten, etwa durch Klarstellung der Haftungsregelungen (Analog zu Accessprovidern). Gleichzeitig werden wir die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Gefahren solcher Netze für sensible Daten aufklären."

Die Digitale Agenda der Bundesregierung vom September 2014 sieht in diesem Zusammenhang vor: "Wir werden die Verbreitung und Verfügbarkeit von mobilem Internet über WLAN verbessern. Dabei werden wir darauf achten, dass die IT-Sicherheit gewahrt bleibt und keine neuen Einfallstore für anonyme Kriminalität entstehen. Daher werden wir Rechtssicherheit für die Anbieter solcher WLANS im öffentlichen Bereich, beispielsweise Flughäfen, Hotels, Cafés, schaffen. Diese sollen grundsätzlich nicht für Rechtsverletzungen ihrer Kunden haften."

Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett am 16. September 2015 einen Gesetzentwurf beschlossen, der zuvor bei der EU-Kommission notifiziert wurde und der sich nun im parlamentarischen Verfahren im Deutschen Bundestag befindet. Insofern kann der von Ihnen vorgebrachte Verstoß gegen Art. 12 der E-Commerce-Richtlinie nicht vorliegen, da die EU-Kommission diesen im Rahmen des Notifizierungsverfahrens hätte rügen können bzw. sogar müssen. Hinsichtlich der übrigen von Ihnen angesprochenen Punkte ist die Meinungsfindung innerhalb der Unionsfraktion noch nicht abgeschlossen. Daher haben wir beschlossen, am 16. Dezember 2015 eine Sachverständigenanhörung im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie durchzuführen, in dem auch die übrigen von Ihnen angesprochenen Themen eine Rolle spielen werden. Dann wird sich zeigen, wie gehaltvoll der vorliegende Gesetzentwurf ist und anschließend werden wir uns mit unserem Koalitionspartner beraten. Ich bin sicher, dass die Gespräche eine für alle Seiten akzeptable Lösung ergeben werden.

Sehr geehrter Herr Tacke, ich werde Ihre Anregungen und Kritik den zuständigen Berichterstattern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuleiten und sie bitte, diese umfänglich in die Beratungen einfließen zu lassen. Sie können davon ausgehen, dass wir ein offenes Ohr für sinnvolle Verbesserungsvorschläge haben und kein Gesetzentwurf wird am Ende der parlamentarischen Beratungen so verabschiedet, wie er zu Beginn eingebracht worden ist. 

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben und verbleibe 

mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Carsten Müller

„Wie sozial ist digital“ in Braunschweig: emotionale Lockerheit trifft messerscharfe Ratio

Am Dienstag war ich zu Gast bei einem wissenschaftlichen Nachtcafé in Braunschweig. Das Thema der Veranstaltung lautete „Wie sozial ist digital?“ und wurde interaktiv aufgearbeitet.

Der Ablauf

Nachtcafé-SketchnoteMethodisch startete das Nachtcafé nach einer kurzen Begrüßung mit Murmelgruppen, in denen sich die Anwesenden an den Tischen mit ihren NachbarInnen bekannt machen konnten. Anschließend ging es weiter mit zwei kurzen Vorträgen, um das Denken anzuregen. Danach konnte eine Weile an den Tischen diskutiert werden, bevor der Abend in eine große Diskussion zwischen Gerald Fricke, Philipp Bode und dem Publikum mündete.

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Wie sozial ist digital?

Wir schreiben das Jahr 2014. Das World Wide Web hat seinen 20. Geburtstag bereits hinter sich. Der strapazierte Begriff Web 2.0 ist auch über 10 Jahre alt. Eigentlich, so könnte man meinen, müsste das doch alte Hüte sein. Die deutsche Bundeskanzlerin ist aber davon überzeugt, das Internet sei für uns alle noch Neuland. Auf extreme Skepsis gegenüber sozialen Medien stoße ich zudem selbst immer wieder, besonders im Bildungsbereich beim E-Learning und im Wissenschaftsbetrieb gegenüber Öffentlicher Wissenschaft. Die Argumente reichen da von „bringt nichts“ (ohne es je selbst versucht zu haben oder von Positivbeispielen zu wissen) bis hin zu „habe ich bisher ja auch nicht gebraucht“. Furcht vor Dread Risks ist ebenfalls an der Tagesordnung. Die vorgebrachten Einwände können und sollten allerdings nicht alle vom Tisch gewischt werden. Wie kollaborativ geht es denn wirklich zu im Netz? Wie unterschiedlich ist denn Kommunikation zwischen Menschen in der Online- und Offline-Welt? Oder kurz: „Wie sozial ist digital?“

Am 13. Mai findet zu exakt dieser Frage in Braunschweig ein wissenschaftliches Nachtcafé statt. Man sitzt gemütlich an Tischen und unterhält sich mit seinen NachbarInnen über das Thema, bekommt zwischendurch von Gerald Fricke und Philipp Bode weiteren gedanklichen Input und auch die Gelegenheit, mit ihnen zu diskutieren.

13. Mai 2014 ab 19:00 Uhr
Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11 in Braunschweig, Raum Veolia

Organisiert wird die Veranstaltung von der Initiative Wissenschaft im Dialog, die mich als bloggenden Begleiter eingeladen hat. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt! Ich fänd es toll, euch dort zu treffen und zum Thema zu diskutieren – aber das geht natürlich auch vorher, währenddessen und hinterher über soziale Medien 😛