Schlagwort-Archive: Berlin

Kollaboratives Arbeiten mit digitalen Medien

Ich bin eingeladen worden, heute bei der Fachtagung E-Learning einen Vortrag zum Titel „Kollaboratives Arbeiten mit digitalen Werkzeugen“ zu halten. Vorträge sind ja nicht so meins, aber ich werde auch nicht 45 Minuten am Stück reden. Auf Schaubilder verzichte ich auch oft (und zeige eher was live im Browser), aber diesmal habe ich ein paar erstellt. Bietet sich für meinen Einstieg an, und außerdem will ich doch jenseits des kollaborativen Arbeitens H5P einschmuggeln 😉

Morgen gibt’s zu dem Thema dann noch einen Workshop. Bin gespannt, welche Ideen und Vorstellungen die TeilnehmerInnen dazu mitbringen.

Ich haue es einfach schon mal raus …

In acht Stunden starte ich Tag 1 eines Workshops zum Thema Open Educational Resources am Berliner Zentrum für Hochschullehre. Ich nenne ihn auch Openshop 🙂 Natürlich habe ich ein halbes Jahr lang erfolgreich prokrastiniert, so dass ich gerade noch kurz nach 01:00 im Hotel (über einen eigenen Hotspot, *seufz*) an etwas Material feile. Genau das haue ich einfach schon mal raus. Ein bisschen was muss ich hinterher noch tun, aber wirklich fertig wird so etwas ja sowieso nie.

Im Angebot habe ich eine Seite in der Wikiversity mit der Planung und einer Linksammlung, ein Etherpad, das als Themenspeicher dienen wird, und ein paar interaktive Schaubilder mit H5P, bei denen ich es geschafft habe, komplett mit gemeinfreien Werken auszukommen, so dass sie selbst auch gemeinfrei sein kann.

Wann startet sie durch, die offene Bildung im Netz?

Schon beinahe 10 Jahre existiert das Phänomen der MOOCs, die zur Revolution der gesamten Bildungswelt stilisiert wurden. Die hohen Erwartungen wurden bisher eher nicht erfüllt, und einige Kritiker haben die offenen Kurse im Netz bereits für tot erklärt. Ich durfte am Montag in Berlin auf dem Fachforum DistancE-Learning (sic) einen 2,5-stündigen Workshop leiten. Meine Planungsnotizen habe ich wie so oft in der Wikiversity erstellt.

Ausgehend von einer kurzen Begriffsbestimmung wurden zunächst Probleme gesammelt, die sich aus Massive, Open, Online und Course ergeben. Anschließend sollten Ideen gesammelt und diskutiert werden, wie man diese Probleme angehen könnte. Letztlich sollten die Ergebnisse ein Indikator sein, wann die offene Bildung im Netz denn durchstarten könnte – oder ob da wirklich nichts mehr zu holen sei.

Wie lief es?

Das Ganze erwies sich als schwieriger, als ich vermutet hatte. Mein Programm war bereits sportlich, das war mir im Vorfeld klar. Nicht damit gerechnet hatte ich allerdings, dass die Mehrzahl der WorkshopteilnehmerInnen noch nie einen MOOC absolviert hatten. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber das bekam ich zu Beginn durch eine Aufstellung im Raum heraus. Die Erläuterungen zum Begriff fielen daraufhin halt etwas umfänglicher aus, und ich habe auch Punkte ergänzt, die den TeilnehmerInnen wichtig waren (z. B. Zertifizierung). Irritiert bin ich trotzdem.

Der Rest lief dann solala. Zu Beginn sagte ich zwar, dass ich nicht alle Antworten hätte, aber dennoch hatte ich das Gefühl, die wurden von mir erwartet: Vorne steht jemand und sagt, was Sache ist. Notiz am Rande: BarCamps waren mindestens zweien der Leute jedenfalls kein Begriff. Leider habe ich in der Situation auch nicht sonderlich gut gesteuert. Ich bin wohl aus der Übung.

Die größten Probleme sahen die TeilnehmerInnen übrigens beim „Open“. Schon zu Anfang kam ein Einwurf, bei Verwendung freier Lizenzen hätten MOOCs keine Zukunft. Später war dann die Frage nach einem „Geschäftsmodell“ am drängendsten. Auf Rang 2 landete die „Qualitätssicherung“ bei Inhalten, die man nicht selbst erstellt habe.

Mein Fazit

Wahrscheinlich wurden beide Seiten auf dem falschen Fuß erwischt. Den TeilnehmerInnen fehlte aus meiner Sicht die Erfahrung im Umgang mit MOOCs, um überhaupt sinnvoll zu der Frage diskutieren zu können. Was wäre passiert, wenn ich das zur Bedingung für eine Teilnahme gemacht hätte? Ein leerer Workshop? Auf der anderen Seite konnte ich mich nicht auf die TeilnehmerInnen einstellen, die wohl etwas anderes erwartet hatten. Eine Vortrag-Frage-Antwort-Session ist aber schlicht nicht mein Ding und auch nicht mein Verständnis eines Workshops.

Ergebnis-Galerie

Purer Luxus!

Ich darf demnächst rund 40 Personen im Rahmen des Projekts Digitale Zukunft Lust auf die Arbeit mit digitalen Medien in der Lehre machen. Spannend war es, als ich nach den Rahmenbedingungen fragte, beispielsweise wie der Raum aussähe und mit was er ausgestattet sei: wie und was ich möchte. Ich habe auch beinahe komplett freie Hand, was die inhaltliche Gestaltung oder die Lernform angeht. Wenn ich beispielsweise eine Stunde Onlinephase hätte und drei Stunden Präsenzzeit: kein Problem. Purer Luxus!

mylittlepony

Ein paar Ideen dazu habe ich schon. Ich habe etwa selbst keine Lust darauf, alles möglichst „objektiv“ und „ausgewogen“ aufzuziehen, sondern zeichne lieber bewusst und transparent eine rosarote Pony-Welt. Ein Wie-es-sein-könnte macht vermutlich mehr Lust als ein So-beschwerlich-wird-die-Reise. Außerdem werden natürlich digitale Medien in der einen oder anderen Form genutzt werden, wenn’s um digitale Medien in der Lehre geht. Und eigentlich mache ich das ja mit diesem Beitrag schon…

Angenommen, ihr könntet einen halben Tag dafür nutzen, um 40 Personen Lust auf das Arbeiten mit digitalen Medien zu machen: Mich interessiert, welche Ideen euch durch den Kopf gehen. Lasst mir gerne ein paar Kommentare da.

Kleines BarCamp, nette Gesellschaft

Poster zum BarCamp Gesellschaft 2.0 in BerlinWährend ein Gutteil meiner Twitter-Timeline die letzten beiden Tage in Dresden auf dem #jfmh14 in Dresden verweilte, besuchte ich das BarCamp „Gesellschaft 2.0“ in Berlin. Anders als bei anderen BarCamps, denen ich zuletzt beiwohnte, war es beschaulicher. Am Freitag waren nur rund 30 Personen dabei und am Samstag noch einmal ein paar weniger. Das „nur“ meine ich aber keineswegs negativ. Ich empfand das als sehr angenehme Atmosphäre.
Continue reading