Feb 16

Oft ist es im Studium so, dass man über viele große Namen stolpert: In der Mathematik hat jeder schon von Carl Friedrich Gauß oder Leonhard Euler gehört, in der Betriebswirtschaftslehre von Frederick Taylor oder Henri Fayol. In der Regel weiß man auch noch (halbwegs), was sich diese Leute haben einfallen lassen. Aber was haben sie erlebt? Wie sind sie aufgewachsen? Welche Schicksale haben sie ereilt? Das ist mitunter nicht nur spannend, sondern kann dem einen oder anderen auch dabei helfen, Theorien und Gedanken besser einzuordnen und zu verstehen.

Wie schön wäre es da, gäbe es zu jeder Veranstaltung das passende Buch mit Hintergrundinformationen. Glücklicherweise gibt es die Wikipedia, und die erlaubt es seit rund einem Jahr, sich aus den Beiträgen individuelle Bücher zusammenzustellen. Man sammelt einfach die gewünschten Artikel in einem Inhaltsverzeichnis, arrangiert sie nach Wunsch und lädt das fertige Werk dann kostenlos als PDF-Datei herunter – oder, viel schöner, bestellt es gleich als gedrucktes Buch. Zu den Vorlesungen meines Chefs an der TU Braunschweig habe ich beispielsweise das Buch “Köpfe der Unternehmensführung” zusammengestellt, das  sich jeder Interessierte anschauen und beschaffen kann.

Köpfe der Unternehmensführung

Köpfe der Unternehmensführung

Natürlich wird man auch auf Personen stoßen, die man gerne aufnehmen würde, zu denen man aber kaum etwas oder gar nichts in der Wikipedia findet – wenn das nicht nach einem studentischen Projekt schreit…

Feb 11

Heute habe ich die Seite gewechselt und mich in die Studierendenposition begeben: Im Rahmen meines Mathematikstudiums durfte ich heute einen Seminarvortrag halten, und das war sehr lehrreich.

Im Vorfeld hatte ich einen aktuellen wissenschaftlichen Artikel erhalten, in den ich mich eigenständig einarbeiten musste, und dessen Inhalte nun präsentiert wurden. Obwohl ich schon häufig vor Publikum etwas erzählt habe, war ich nervös. “Bin ich überhaupt ausreichend vorbereitet? Kann ich alle Fragen beantworten? Was, wenn nicht?” All diese Dinge gingen mir an der einen oder anderen Stelle durch den Kopf. Ich bin froh, dieses Prozedere (wieder) durchlaufen zu haben. Wenn ich demnächst wieder in die Dozentenrolle schlüpfe, habe ich diese Erfahrung nämlich hoffentlich im Hinterkopf und kann die Studierenden und ihre Situation besser einschätzen. Man lernt zwar auch in der Pädagogik-Theorie, wie wichtig eine ausreichend sichere Umgebung ist (wichtig für die Reflexion), die praktische Erfahrung am eigenen Leib macht man ab einem gewissen Punkt aber selten oder gar nicht mehr – möglicherweise verliert man dann die “Bodenhaftung”. Insofern kann es sicher nicht schaden, sich von Zeit zu Zeit in eine solche “unsichere Lage” zu begeben und an sich selbst zu beobachten, wie man sich fühlt.

Jan 30

Ich bin spät dran, aber ich habe mir heute die Rede von Steve Jobs angesehen, in der er das iPad präsentierte. Zum Glück habe ich aber auch festgestellt, dass ich wohl nichts verpasst habe…

Zugegeben, als Fan von Star Trek wäre solch ein schmales Tablett tatsächlich ein nettes Gimmick. Aber braucht man das wirklich?

Als Ersatz für einen normalen Rechner taugt das iPad wohl kaum. Man kann zwar Surfen, E-Mails schreiben und per spezieller Version von iWork auch Texte verarbeiten, Tabellen kalkulieren oder Präsentationen basteln – spätestens bei Spezialanwendungen muss das Gerät aber passen, und bequem dürfte das Arbeiten auch nur in Liegeposition sein. Da hilft es auch nicht, dass man sich bei der bisher verfügbaren Software im AppStore bedienen oder per Docking Station eine echte Tastatur spendieren kann.

Also vielleicht ein Ersatz für ein Telefon? Kaum, und das Telefonieren ist auch gar nicht vorgesehen. Technisch wäre das sicher problemlos möglich, aber wer will das Ding schon immer mit sich herumtragen? Dafür ist es schlicht zu groß – und wer seine Umwelt nicht nerven will oder Wert auf seine Privatsphäre legt, müsste stets Ohrhörer im Gepäck haben.

Also bleibt ein iPad als Zusatzgerät – aber warum? Unterwegs kommt man mit dem iPhone schon sehr weit, stationär kommt man mit einem normalen Rechner oder Laptop besser zurecht, und es bleiben diverse Störfaktoren: Der Austausch mit anderen Geräten wird ebenso restriktiv sein wie gewohnt. Geht der Akku hops, muss man das ganze Gerät einschicken. Eine Kamera, zum Beispiel zum Skypen – Fehlanzeige.

Sicher wird es dennoch zahlreiche Leute geben, die der Versuchung erliegen, und vielleicht verspüre ich ja beim Ausprobieren auch einen Hauch von “amazing”, “great” oder “fantastic”, der die Präsentation von Steve Jobs mantraartig durchzog. Hoffentlich schalte ich mein Hirn dann aber doch noch rechtzeitig ein und sage: Nein, danke.