polarisiert

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Heute war es sehr interessant. Ein Kollege hat seine Vorlesung von den Studierenden evaluieren lassen, und einige Kommentare in den Freitextfeldern waren für mich sehr spannend. Ich wurde darin nämlich ein paar Male erwähnt.

Die Erklärung dafür ist schnell gegeben: Ich habe meinen Kollegen etwa zur Hälfte des Semesters an einem Termin vertreten. Ein wenig verwundert war ich dennoch darüber, dass gleich mehrere darauf eingegangen sind und mich offenbar noch im Gedächtnis hatten. Wirklich erstaunt war ich aber über die Bandbreite der Bemerkungen.

Für einen war ich einfach nur ätzend, für einen anderen der Aushilfslehrer, der sich nicht einmal vorgestellt hat – das habe ich anscheinend im Eifer des Gefechts vergessen, in der Tat nicht schön. Lerneffekt. Aus Sicht eines weiteren Studierenden habe ich aber die beste Veranstaltung im ganzen Semester abgeliefert, für jemand anderes war es endlich mal weniger abstrakt, dafür praktisch und anschaulich.

Was fange ich denn jetzt damit an? Allen kann man es ja bekanntlich nicht recht machen, aber ätzend?

Was soll ich nun davon halten?

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Wissenschaftler freuen sich, wenn sie von anderen zitiert werden. Das zeigt ihnen, dass ihre Ideen Anklang finden. Wenn man dann auch noch bekannten Größen zitiert wird, freut man sich vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Und genau das ist mir gerade passiert. Ich fand in einem Aufsatz von Oliver Gassmann (recht bekannter Professor in St. Gallen) einen Verweis auf einen meiner Artikel:

For example in sociology science, the percentage of coauthored articles almost quintupled in the last 70 years (Hunter and Leahey 2008). Comparable trends were observed in political science (Fischer et al. 1998), physics (Braun et al. 1992), and economics (Maske et al. 2003). Studies even show that authors with a high impact factor are those who collaborate widely with others, form strong alliances, and are less likely to be bonded to a certain in-group (Pike 2010, Tacke 2010).

(Gassmann et al. 2011, S. 7-8)

Toll. Aber sehen wir uns mal meinen eigenen Text an (die Quellenformatierung habe ich dem obigen Beispiel angepasst, damit der Vergleich einfacher wird):

In fact, within the last decades, collaboration in science has become more common in various disciplines and has been explored empirically. Hunter and Leahey examined trends in collaboration over a 70 year period, using a random sample of articles that were published in two top sociology journals (Hunter and Leahey 2008). They discovered that between 1935 and 1940 only 11% of the observed articles were coauthored, whereas between 2000 and 2005 this was true for almost 50%. This increase in collaborative research is consistent with previous findings from sociology (Moody 2004), economics (Maske et al. 2003), political science (Fisher et al. 1998), physics (Braun et al. 1992) and behavioral ecology (Pike 2010). Within the latter field, using Hirsch’s h-index for quantifying scientific research output, Pike examined connections between collaboration and impact (Pike 2010, Hirsch 2005). Results show that authors with a high scientific impact are those who tend to collaborate widely with others, those who form strong bonds with collaborators, and those who are less likely to be part of a clique.

(Tacke 2010, S. 37-38)

Erstaunliche Ähnlichkeit, oder? Wäre das eine studentische Arbeit, die ich zu prüfen hätte, würde ich wohl mutmaßen: Da hat vermutlich jemand die Originalquellen gar nicht zur Hand gehabt, sich der Ausarbeitung eines anderen bedient und das dann ein bisschen umgeschrieben.

Doch schauen wir weiter, ich werde nochmals zitiert:

Many universities started to offer public lectures or courses with the goal in mind to bring science and research closer to society and to market scientific findings. Most of the public lectures are streamed online and thus are globally available (Tacke 2010).

(Gassmann et al. 2011, S. 10)

Während man den ersten Satz durchaus vergleichend meinen Text gegenüberstellen kann, passt der zweite nicht so richtig. Ich habe in meinem Aufsatz von öffentlichen Seminaren gesprochen, aber nicht von Vorlesungen (im engeren Sinne) und schon gar nicht vom Streaming derselben.

Es könnt nun jemand auf die Idee kommen, mich zum Streamen von Vorlesungen zu zitieren – immerhin ist das ein schönes Beispiel, anhand dessen ich Studierenden zeigen kann, warum man nicht einfach fremde Zitate übernehmen sollte, sondern besser in die Originalquellen schaut.

Was soll ich nun davon halten?

Welche Podcasts ich höre…

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Ich wurde per Twitter gebeten, kurz die Podcasts zu nennen, die ich (regelmäßig) höre. Mache ich gerne. Gesagt, tun getan…

Podcampus
Hier gibt es immer wieder interessante Beiträge aus der gesamten Hochschulwelt. Ich nenne diesen Podcast ganz bewusst zuerst, da ich dort über einen Vortrag von Christian Spannagel zunächst auf das Thema Öffentliche Wissenschaft aufmerksam geworden bin – und darüber dann auf LdL und vor allem die vielen spannenden, netten und lehrreichen Menschen aus der “EduWelt”. War irgendwie ein Schlüsselpodcast für mein Leben!
http://www.podcampus.de/

ComputerClub2
Schon zu meiner Jugendzeit hatte ich mit Computern zu tun, und in der Prä-WWW-Ära gehörte die Fernsehsendung Computerclub im WDR zu meinem Pflichtprogramm. Eher aus nostalgischen Gründen höre ich mir die Beiträge des Nachfolgeprojektes CC2 an.
http://www.cczwei.de/

Chaosradio, Chaosradio Express und Pentacast
Das Chaosradio liefert immer wieder spannende Diskussionen und Gedanken zum aktuellen Geschehen in der Computerwelt und der Gesellschaft. Beim Chaosradio Express und dem Pentacast gibt es immer wieder spannende Einzelthemen aus dem IT-Bereich (und manchmal auch darüber hinaus), die durchaus in die Tiefe gehen können.

torstenlarbig
Den tiefgehenden Gedanken und der eingängigen Stimme von Lehrer Torsten Larbig höre ich einfach gerne zu. Zu meinen Favoriten gehören “Twitter ist (nicht) die Klowand des Internets – kann sie aber sein”, “Is(s) halt meine Meinung” und “Un-Konferenzen, Barcamps?”
http://audioboo.fm/torstenlarbig

Collaborative Rockers
“Zur Hölle, worum geht’s hier?” fragen sich die beiden Macher Christian Körber und Matthias Fromm. Ist ein buntes Potpourri aus Themen (Herr der Ringe, Metal, Science Fiction, …), das jedenfalls mich sehr anspricht und sehr witzig ist. Wäre mein Geheimtipp!
http://www.collaborativerockers.de/

Explorism
Ganz neu ist Explorism (oder Scientists in Progress), das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschen hinter der Wissenschaft zu beleuchten. In Folge Nr. 1 durfte ich zu Gast sein, und jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht.
http://www.scientists-in-progress.org

Jetzt bin ich zertifizierter Laie

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Neben meinem Job an der Uni habe ich in den vergangenen zwei Jahren diverse Kurse zur Weiterbildung in der Hochschullehre (WindH) besucht. Seit heute halte ich nun das zugehörige Zertifikat in Händen. Aber was sagt das wirklich aus?

Ich habe 200 Stunden zu verschiedenen Themen absolviert; einige verpflichtend, andere frei wählbar. Darunter waren Veranstaltungen wie Lehre planen oder E-Learning, aber auch Coaching und Hospitationen durch Kursleiter und Kollegen.

Wenn wir nun einfach das Bologna-System zum Vergleich nehmen, sind das nicht einmal sieben Leistungspunkte. Wir können vielleicht die Zeit dazurechnen, in der ich das Gelernte zum Beispiel hier im Blog reflektiert habe. Oder die Tage, an denen versucht habe, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Wie viele Stunden mögen das dann gewesen sein? Nehmen wir einfach (wohl eher großzügig) an, ich hätte insgesamt 900 investiert, das entspräche 30 Leistungspunkten oder gerade einmal einem Studiensemester.

“Führerschein niemals ersetzen Augen, Ohren, Verstand.” (Mr. Miyagi)

Das Zertifikat bezeugt eine Wertschätzung meines Einsatzes, klar. Das weiß ich zu schätzen. Ich glaube, ich habe auch ganz schön was gelernt. Das Papier drückt jedoch allenfalls aus, dass ich verstärktes Interesse am Feld der Hochschuldidaktik habe, aber das war es doch auch schon. Vielleicht habe ich jetzt Grundkenntnisse, für mehr allerdings noch einen ganz schön weiten Weg vor mir. Und da ich recht wahrscheinlich im kommenden Jahr dem Universitätszirkus den Rücken zuwenden werde, wird’s wohl kaum noch vorangehen. Wenigstens lag ich dem Steuerzahler nicht auf der Tasche, denn das lief auf eigene Rechnung und an Urlaubstagen, die ich dafür genommen habe – “aus Gründen”.

Professionelle Intelligenz für EduCamper

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Zusammen mit Birgit Rydlewski habe ich heute auf dem EduCamp in Bielefeld eine Session zum Thema “Professionelle Intelligenz” (nach Gunter Dueck) angeboten. Birgit ging mit anderen Teilnehmern der Frage nach, ob und wie sich die Idee der Professionellen Intelligenz in Schulen umsetzen lässt; ich habe dazu den Einstiegsinput geliefert und moderiert. Ein paar Gedanken hat Birgit festgehalten.

Zum Schluss habe ich mein Versprechen eingelöst, das ich am Ende meiner Zusammenfassung des Buchs von Herrn Dueck abgegeben habe: Ein Exemplar von “Professionelle Intelligenz” habe ich verschenkt. Da aber das Interesse auch nach der Session noch groß war, mache ich Folgendes: Ich besorge noch ein Exemplar, und wir bilden eine Kette. Jeder Bielefelder EduCamper kann mir bis zum nächsten Sonntag (27.11.2011) seine Anschrift schicken. Ich versende dann das Buch an den ersten Kandidaten und jedem die Adresse desjenigen, an die er das Buch nach dem Lesen schicken soll. So müsste irgendwann jeder einmal drangewesen sein, und wir können das Buch dann einfach auf dem nächsten EduCamp verlosen oder so.

Würde mich freuen, wenn ihr nach dem Lesen eure Gedanken im Kommentarbereich zu meiner Zusammenfassung verewigt oder vielleicht selbst einen Blogbeitrag schreibt.

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