Kommt auf Augenhöhe

logo_augenhoeheDer Film Augenhöhe tourt durch Deutschland — nicht nur im Netz, sondern auch auf zahlreichen Veranstaltungen, auf denen über die Arbeitswelt im 21. Jahrhundert nachgedacht wird.

Dasselbe möchten Kirsten Will und ich tun, und zwar speziell für die TU Braunschweig. Wie wird Augenhöhe dort erlebt und gelebt? Wir laden alle „Betroffenen“ (Studierende, MitarbeiterInnen aus der Verwaltung, Lehrende, Forschende und wen ich sonst noch vergessen haben mag) herzlich dazu ein, gemeinsam mit uns den Film zu schauen und im Anschluss mit allen Anwesenden zu diskutieren.

Als Gast wird außerdem Sven Franke (Mitautor des Films) anwesend sein und über Hintergründe und die Entstehung des Films berichten. Er und die anderen Autoren des Films möchten damit einen Beitrag zu einer neuen Arbeitswelt leisten, die von Selbstbestimmung, Potentialentfaltung, Gleichwertigkeit, echter Zusammenarbeit und eben Augenhöhe geprägt ist.

Damit wir etwas besser planen können, bitte unverbindlich bei mit per E-Mail an o.tacke@web.de anmelden.


10. April 2015, 18:00 Uhr – 20:00 Uhr, Pockelsstraße 4, Raum PK 4.111


2 Gedanken zu „Kommt auf Augenhöhe

  1. Ich bin ehrlich… ich konnte nicht warten und habe den Film schon jetzt angeschaut.

    Es ist interessant zu sehen, wie einige Firmen es schaffen, eine flache Hierarchie beizubehalten. Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist, ob dies auch so läuft, wenn die Kamera abgeschaltet ist. Bei IKEA beispielsweise werden alle Mitarbeiter mit Vornamen angesprochen und es soll eine familiäre Atmosphäre aufkommen. Dann jedoch trüben dort wiederum Skandale wie die Mitarbeiterbespitzelung Mitte 2010 das Bild.

    Generell muss ich auch sagen, dass der Film nicht besonders kontrovers mit dem Thema umgeht. Anstelle eine Stunde lang immer nur die positiven Beispiele in Interview-Form zu zeigen, wäre es meiner Meinung nach interessanter gewesen, den Vergleich mit anderen Unternehmen aufzuzeigen, die ihre Firmenstruktur ganz anders aufgebaut haben. Was bringt diese Art von Umgehen miteinander? Welche Vorteile hat insbesondere die Produktivität und die mentale Einstellung der Mitarbeiter? Dabei sind Aussagen wie die bei 19:28, in der der Manager sagt, dass alles viel besser als in anderen Firmen funktioniert, dahingehend unvollständig, dass er gar nicht wissen kann, wie es in anderen Firmen überhaupt funktioniert. In diesem Moment stellt er nur Vermutungen auf, ohne konkrete Fakten zur Verfügung zu haben.

    Ein weiterer Punkt ist, dass in der Realität Unternehmen wie die des Prämium-Getränks wohl eher selten anzutreffen sind, da deren Position einfach zu speziell ist. Die wenigsten Unternehmen sehen eine Expansion als schädlich an und entscheiden sich aktiv dagegen.

    Dann bei 4:45 in der Diskussion um die Marketing-Möglichkeiten verbünden sich mehrere Mitarbeiter gegen den Befürworter, lachen ihn regelrecht für seinen Vorstoß aus und machen ihn ziemlich schnell mundtod. Ihm wird sogar vorgeschlagen, doch einfach nach Hause zu gehen. Das zeugt in meinen Augen nicht gerade von gleicher Augenhöhe.

    Alles in allem finde ich, dass der Film sehr auf Emotionen und dem Einfühlungsvermögen des Zuschauers setzt und nur bedingt informativ gestaltet ist.

    1. Hey, danke für deinen Kommentar!

      In der Tat ist es eine spannende Frage, wie Firmen das auf lange Sicht schaffen. In Japan gibt es das Sprichwort “Durch Übung zu lernen, ist wie einen Wagen den Hang hinauf zu schieben.Wenn du nachlässig wirst, rollt der Wagen rückwärts.” So ähnlich dürfte das auch sein. Wenn man nicht kontinuierlich daran (und an sich) arbeitet, wird daraus auf Dauer nichts. Dann lebt das nicht. Vielleicht ist das bei IKEA passiert. Und ich schließe nicht aus, dass es auch Firmen gibt, die bewusst ein offenes — aber falsches — Bild von sich präsentieren.

      Stimme dir zu, dass der Film “Stimmung macht”. Das hat er gemein mit bekannteren Werken wie “Eine unbequeme Wahrheit” oder “Stupid White Men”, die auch keine neutrale Berichterstattung sind. Das war nicht das Ziel. Vor einem normativen Hintergrund (Selbstbestimmung, Partizipation, …) soll gezeigt werden, wie die Arbeitswelt auch aussehen kann. Da sich viele das in der Tat nicht so vorstellen können, gibt’s halt Beispiele als Anregung zur Diskussion, nicht als Aufforderung oder gar Anleitung.

      Ich kenne den Hintergrund von Herrn Heckmann (19:28) leider nicht und weiß nicht, wie viele andere Beispiele er selbst gesehen hat. Aber du hast nicht erwartet, dass er in einem Interview eine Studie dazu aus der Tasche zaubert, oder? Deinen kritischen Blick finde ich gut — frag’ doch auch mal Profs in die Richtung, wenn sie aus der Praxis erzählen 😉

      Ja, Premium Cola ist speziell und gerade die von dir genannte Sequenz fand ich auch seltsam. Aber wie gesagt, der Film zeigt eine gewisse Bandbreite an Möglichkeiten, die offenbar funktionieren können — nicht DIE EINE Lösung. Es muss jeder selbst entscheiden, wie er arbeiten oder Arbeit bereitstellen möchte.

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