Videos in der Wissenschaft, was ist eigentlich damit?

Anfang August soll der Sammelband zur diesjährigen Tagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft erscheinen – online und frei zugänglich. Darin nicht vertreten sein wird eine meiner Einreichungen. Das liegt aber nicht daran, dass sie abgelehnt worden wäre, sondern weil ich eine eher ungewöhnliche Form gewählt habe: ein Video.

Ungewöhnlich ist es auch deshalb, weil es nicht als streng wissenschaftliche Einreichung gedacht war, sondern als Diskussionsanlass. Ich habe eine Anregung von Sandra Hofhues aufgegriffen und einfach mal überlegt, an welchen Stellen der Einsatz von Videos in der Wissenschaft (oder Forschung) sinnvoll sein könnte. Werde ich im Rahmen einer Poster-Session näher vorstellen. Aber seht schon einmal selbst!

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Video-Link: http://youtu.be/m844dtidE-k

9 thoughts on “Videos in der Wissenschaft, was ist eigentlich damit?

  1. Die Überprüfbarkeit der Güte und der Wissenschaftlichkeit ist bezüglich Videos sicher ein Problem. Beispiel das hier eingebettete MilkyWay Video: Mein 15jähriger Sohn sah es gerade (er kannte den Werbeslogan von früher nicht) und sagte sofort, er weiß warum das MilkyWay schwimmt, es liegt auf den anderen Riegeln auf, die zuvor schon in die Schüssel geworfen wurden. Wenn mein Sohn recht hätte, wäre das Video nicht sehr wissenschaftlich und man würde Humbug zitieren.

    1. Ich bin gerade unterwegs und scheue es, mobil meine Datenrate für das Anschauen des Videos zu verbraten. Aaaaber…

      1) Der Versuchsaufbau mag nicht optimal sein – dass das kein strenges Experiment war, dürfte klar sein – aber ich gehe davon aus, dass auch das Milky Way ein hörbares „Plumps“ macht, kurz untertaucht und erst dann schwimmt.

      2) Überprüfen lässt sich das Experiment doch ganz einfach? Wieso sollte es an der Überprüfbarkeit scheitern?

      3) Wieso sollte ein Paper in Textform „überprüfbarer“ oder „glaubwürdiger“ sein? Wäre eine Tabelle „wissenschaftlicher“, in der die geprüften Schokoriegel samt schwimmt/schwimmt nicht bloß aufgelistet sind?

      4) Wann versucht dein Sohn, meine These zu falsifizieren, indem er das selbst ausprobiert?

  2. Hallo Oliver,
    zu (1) und (2) es ging mir gar nicht so sehr darum Dein Experiment und den Versuchsaufbau anzuzweifeln, man sieht es eigentlich ganz gut. Aber ohne Vorwissen hatte mein Sohn halt eine andere Idee. Das brachte mich auf die Schwierigkeit der Überprüfbarkeit der Wissenschaftlichkeit von Videos. Mit meinem Kommentar war ich in Gedankenallerdings eher bei diesem Artikel von C. Spannagel http://cspannagel.wordpress.com/2013/11/23/videos-nicht-zitierbar/, denn auch bei meinen Hausarbeiten in der Fernuni hätte ich bedenken Videos zu zitieren, wenn sie wissenschaftliche Zusammenhänge begründen sollten. In der Literatur findet man Querverweise über Zitate und Quellenangaben (hier sind sicherlich die Zitationskartelle eine Gefahr), die für Videos (noch) nicht existiert. Ein großes Problem ist sicherlich auch der nachhaltige Zugang zu den Videos. Für Homepages gibt es eine PDF Archivierung, die Texte zum Zugriffszeitpunkt archiviert und dauerhaft verfügbar macht. Für Videos ist da komplizierter und zum Beispiel bei YouTube laut Nutzungsbedingungen auch nicht erlaubt. Damit bleibt für Studenten eine große Unsicherheit beim zitieren von Videomaterial.
    Zu (4), dank Deines Videos schwimmt die nächste Celebration Tüte sicherlich in Milch ;-)

    1. Erst einmal finde ich es klasse, dass dein Sohn da überhaupt kritisch drangeht und nicht einfach alles glaubt :-) Vielleicht macht er ja sogar eine Videoantwort bei YouTube draus???

      Und klar gibt es auch mit Videos in der Wissenschaft Probleme. Ich sehe bloß noch nicht, wieso das vom Medium abhängen sollte. Es gibt Dinge, in denen ist ein Text klar überlegen. Es gibt andere, da würde ich für ein Video plädieren, beispielsweise um Experimente zu veranschaulichen. Am besten ist vermutlich, wie so oft, eine Kombination.

      Was du ansprichst, sind meines Erachtens a) eine fehlende Infrastruktur für Videos in der Wissenschaft und b) fehlende Erfahrung im Umgang damit, zum Beispiel mit Prozessen der Qualitätssicherung. Die gab es schließlich vor x hundert Jahren für Texte auch nicht. Von daher: Ja, das Zitieren von Videos als Beleg kann problematisch sein, wie du es beschreibst. Dasselbe gilt aber zunächst einmal grundlegend auch für Texte oder andere Medien.

      Mein Videobeitrag sollte nicht gar nicht unbedingt Antworten zum Thema Videos in der Wissenschaft liefern oder gar ein Plädoyer sein, sondern Diskussionen genau darüber anregen. Scheint zumindest im Kleinen hier zu funktionieren :-) Vielleicht werden die Kreise ja noch größer :-)

  3. Moin,
    eine wirklich interessante Fragestellung. Wie gehen eigentlich Medienwissenschaftler mit dem Thema um? Werden dort auch noch keine Internetquellen und -videos zitiert? Ist das tatsächlich in der Wissenschaft noch nicht definiert? Oder hinken nur deutsche Universitäten hinterher?
    Spannend…
    Beste Grüße
    Andreas Thehos

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