Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen

In der Hacker-Ethik nach Stephen Levy heißt es:

Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen.

Ich finde, das stimmt. Für mich stelle ich das besonders immer dann fest, wenn ich mir Demos für den C64 anschaue. Für die jüngeren Leser: Der C64 war ein Computer, der in den 80er Jahren in voller Blüte stand und seit fast 20 Jahren nicht mehr produziert wird – und trotzdem beschäftigen sich noch Leute damit und produzieren fantastische kleine Kunstwerke, die sogenannten Demos. Was auf den ersten Blick mit sehr gering aufgelösten Videoclips verwechselt werden könnte, sind in Wirklichkeit Programme, die Bild und Ton erst berechnen und auf den Bildschirm zaubern. Beim C64 heißt das, das ein 1-MHz-Prozessor ordentlich ins Schwitzen gerät und sich Programmierer gehörig verbiegen müssen, um 64 Kilobyte Arbeitsspeicher, 320×200 Pixel und drei Sound-Kanäle so richtig zum Leben zu erwecken.

Ich verstehe sehr gut, dass das jemand nicht nachvollziehen kann, der nicht mit dem Brotkasten aufgewachsen ist. Für viele dürften die Demos bloß ein unschöner Pixelbrei mit nervtötender Musik sein. Die Programme lassen aber gerade bei solchen Menschen das Herz höher schlagen, die selbst auf dem C64 programmiert haben und wissen, wie kostbar Rechenzeit ist und welcher Gehirnschmalz und welche Mühe in den Quelltext geflossen sein müssen. Aber vielleicht findet der eine oder andere ja auch so Gefallen an den Werken und entdeckt deren Ästhetik (etwa in der C64 Scene Database).

Unvollständig, aber eine kleine Auswahl meiner Favoriten habe ich hier einmal aufgeführt. Tatsächlich erscheinen bis heute jedes Jahr noch neue Kunstwerke.

Crest, Oxyron (2000): Deus Ex Machina

 

Fairlight (2005): Boogie Factor

 

Shape (2010) Artillery

 

Samar (2012) Dream Travel

 

Oxyron (2012) Coma Light 13

 

Ich bin sehr gespannt, was die Demo Scene 2013 aus dem C64 noch herauskitzeln wird!

2 Gedanken zu „Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen

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